Basodino – Der Gletscherpfad


Publiziert von Seeger Pro , 21. September 2015 um 00:08.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:20 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Pizzo Castello   Gruppo Cristallina   Gruppo Pizzo San Giacomo   Gruppo Basodino   CH-TI 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 950 m
Abstieg: 912 m
Strecke:9.3km: Capanna Basodino CAS 1856m – Randinascia 2156m – Gletscherpfad – Lago del Zott 1940m – Bergstation Robiei-Bahn 1891m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Ö.V. : Postauto ab Bignasco ins Val Bavona (fährt nur in der Sommersaison). Auto: Locarno – Maggiatal bis Bignasco. Nach der Brücke nach links Richtung Bavonatal. Der Strasse folgen bis zum grossen Parkplatz (gebührenfrei) der Robiei – Seilbahn. Funivia Robiei. www.robiei.ch. In Betrieb : 13.06-04.10.2015
Zufahrt zum Ankunftspunkt:item
Unterkunftmöglichkeiten:Capanna Basodino CAS. www.cas-locarno.ch/ Capanna Basodino oder Hotel Robiei
Kartennummer:1271 Basodino

Zuhinterst im Val Bavona führt eine Seilbahn, welche für die Erstellung der Staumauern und Elektrizitätswerke der Robiei-Stauseen gebaut wurde. Dank dieser Seilbahn und den guten Anschluss an den öffentlichen Verkehr ist es in der Sommersaison möglich, eine fantastische Gegend ohne grosse Anstrengung zu erkunden. Noch vor der Seilbahn wurde die SAC-Hütte Basodino erstellt. Plinio Martini erzählt in einer seiner Anekdoten, dass drei wackere junge Männer von Cavergno her je einen 50kg schweren Zementsack zu Fuss für den Bau der Hütte hinaufgetragen hätten. Für ein Trinkgeld. (Lesenswert).
Zu dritt starten wir nach einer empfehlenswerten Übernachtung von der Capanna Basodino CAS 1856m Richtung Seilbahn. Nach etwa 250m zweigt nach links rot/weiss-markiert eine Abkürzung über den Bach zur darüber liegenden  Teerstrasse von Robei zum Lago del Zott. Diese verfolgen wir nach rechts und erreichen nach wenigen Metern die Abzweigung nach links hoch. Ein rot/weiss- markierter Weg führt steil zur Alpe Randinascia 2156m hinauf. Diese Alp ist sehr verschachtelt und lädt geradezu zum Durchstreifen ein. Wir erreichen den Gletscherpfad (Gletscherpfad von Robiei) und folgen den Wegzeichen entlang der orographisch linken Seitenmoräne des einst riesigen Basodino-Gletschers.
„Der Basodino- Gletscher ist der weitläufigste, am meisten studierte und am leichtesten erreichbare der ungefähr 90 Tessiner Gletscher und legt ein wertvolles Zeugnis über die natürliche Evolution eines Gletschers im südlichen Alpenraum ab. Der Gletscherpfad (eine Wanderung die eine gute Kondition bedingt), bietet Gelegenheit diese grossartige Hochgebirgsregion und sein aussergewöhnliches Umfeld mit reichhaltiger Flora und Fauna zu erkunden.“ (Ticino Top Ten)
Noch bevor wir nach links die Moräne verlassen, posiert wenige Meter vor uns eine Steinbockfamilie. Unsere Präsenz bringt sie nicht aus der Ruhe und so können wir sie über längere Zeit Fotografieren.
Wir erreichen die glatt geschliffenen Granitfelsen mit Quarzeinschlüssen unterhalb des Basodino-Gletschers.
„Der Basodino Gletscher erstreckt sich über eine Fläche von 2 km2 und liegt zwischen 2500 und 3120 Meter Höhe. Wie bei fast allen Alpengletschern muss man auch hier eine schnelle Reduktion der Fläche und des Volumens beobachten, in solchem Masse, dass gemäss den Experten mit seinem Verschwinden zu rechnen ist. Innerhalb von 20 Jahren – behaupten sie – werden nur noch auf den höchsten Kämmen Reste von Eis übrigbleiben.“ (Ticino Top Ten)
In ständigem Auf und Ab queren wir problemlos den riesigen Talkessel: Über uns der Gletscher, in der Tiefe der Lago del Zott. Auf der Gegenseite ist der Poncione di Braga zu erkennen und der Blick schweift zu Robiei mit dem grossen Stausee, dem Hotel, dem Seilbahngebäude, den Teerstrassen und schliesslich der Capanna Basodino.
Wieder mal das Menü 1, zum Dessert ein Haselnuss-Schnegg,  nun in dieser der Realität entrückten Gegend, welche ohne weiteres in einem andern Kontinent liegen könnte.
Noch vor Erreichen der orographisch rechten Seitenmoräne des ehemaligen Gletschers liegen zur Rechten neu entstandene Gletscherseen. Hier links vorbei führt neuerdings der am häufigsten benützen Weg auf den Basodino. (sagt der Hüttenwart Ueli von der Basodino-Hütte).
Wir ersteigen die Seitenmoräne und sind erstaunt, dass der Gletscherpfad nicht auf dieser hinunterführt, sondern ganz bequem fallend auf dem buckligen Gelände dahinter. Hier gilt es, sich in eigenem Interesse absolut an die Markierungen zu halten.
Die 500 Höhenmeter Abstieg zum Lago del Zott 1940m gehen etwas in die Knochen. Doch ist er nur im untersten Teil etwas heikel, dank den Sicherungs-Seilen jedoch gut zu meistern. Auch kurz vor dem Staudamm ist eine seilgesicherte, exponierte Traverse oberhalb der Gebäude zu passieren. Eine Umgehung ist möglich.
Jetzt beginnt die oben genannte Teerstrasse zur Bergstation Robiei-Bahn 1891m, welche durch zwei beleuchtete Tunnels führt. Wir erreichen die 15 20 Uhr – Kabine.
Ein Traumtag in einer märchenhaften Umgebung geht zur Neige.
 
In 20 Jahren wird vielleicht ein HIKR ganz wehmütig die Fotos des Basodino- Gletschers betrachten:
„Magst Du Dich noch erinnern, dass der Basodino noch einen Gletscher hatte, Grossvater?“

Tourengänger: Seeger


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