2-Tagestour Kistenpass - Panixerpass


Publiziert von Queenie , 1. September 2015 um 22:12.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:29 August 2015
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-GR   Segnas-Vorabgruppe   Hausstockgruppe 
Zeitbedarf: 13:00
Strecke:Linthal Bahnhof - Tierfehd - LSB Kalktrittli/Limmeren - Chalchtrittli - Nüschenegg - Muttenwändli - Mutseehütte SAC - Kistenpasshütte SAC / Kistenpasshütte SAC - Kistenpass - Falla Lenn - Cavorgia da Vuorz - Fuorcla da Gavirolas - Cuolm da Nuorsas - Fil dil Fluax - Panixerpasshütte - Häxenseeli - Gurglen - Ober Stafel - Jetzloch - Elm
Zufahrt zum Ausgangspunkt:SBB bis Linthal, allenfalls Alpentaxi bis Tierfehd
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bus ab/bis Elm, Dorf (umsteigen auf den Zug in Schwanden GL)
Unterkunftmöglichkeiten:Linthal, Muttseehütte, Kistenpasshütte, Bifertenhütte, Brigels, Panixerpasshütte (first come, first served?!), Elm

Eigentlich wurde diese Tour bzw. ein grosser Teil davon bereits sehr schön von kopfsalat (http://www.hikr.org/tour/post98721.html) beschrieben, der anscheinend am selben Tag ein paar Stunden vor mir unterwegs war. Habe nun eine Weile mit mir gerungen, ob ich bei seinem super Bericht überhaupt noch meinen Senf dazugeben soll, da ich mich aber schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf diese Tour gefreut habe, will ich sie doch verewigt wissen. :)

Nachdem sich der Wetterbericht letzte Woche für das Wochenende vielversprechend präsentierte, meldete ich mich fix beim Hüttenwart der Kistenpasshütte um noch ein Plätzchen zu reservieren und siehe da, es war genau noch ein Schlafplatz übrig. Der Vorteil wenn man Sologängerin ist... (schlussendlich war die Hütte dann aber doch nicht ganz voll).

Tag 1: Linthal - Kistenpasshütte SAC
Da anscheinend an diesem schönen Wochenende noch etliche Andere die selbe Idee hatten ging es mit der propenvollen S-Bahn am Samstagmorgen nach Linthal. Glücklicherweise machte sich je eine Hälfte der Menschenmasse Richtung Braunwaldbahn und Urnerboden/Klausenpass auf, so dass ich die Einzige war, welche den Weg Richtung Tierfehd einschlug. Da ich solo unterwegs war und auch um mich warm zu laufen, hatte ich beschlossen auf das mögliche Alpentaxi nach Tierfehd zu verzichten. Zuerst folgt man der Strasse Richtung Klausenpass ortsauswärts und biegt dann beim Wasserwerk der Axpo links Richtung Tiefehd ab. Kurz danach wandelt sich die Strasse zum Wanderweg und es war ein abwechslungsreiches, lockeres warmlaufen entlag des Ufers, im Wald und über Wiesen bis nach Tierfehd. Angegeben war der Zeitbedarf mit etwa 1 1/2h, den ich mit etwas über einer 1h dann etwas unterbot. So reichte es mir im Tierfehd direkt noch auf die 11Uhr Bahn, die ich nur mit 3-4 anderen Leuten teilen musste.

Oben angekommen folgte der wohl "schwierigste" Teil der Wanderung. Wobei, "schwierig" ist m.E. das falsche Wort. Wie bereits oft erwähnt, ist der Weg über das Chalchtrittli sehr gut ausgebaut und jede heikle Stelle mit Ketten gesichert worden. So lange man kein Problem mit Tiefblicken hat, bereitet die Strecke überhaupt keine Probleme (bzgl. Anforderungen an die Schwindelfreiheit hab ich dann auch schon anderes erlebt). Kurz unterhalb der Nüschenegg sind die Schwindelfreiheit-erfordernden Passagen dann geschafft und man kann sich voll und ganz dem herrlichen Bergpanorama widmen. Der Weg führt anschliessend in weitem Bogen über das Muttenwändli, wo es sich ein paar Steinböcke gemütlich gemacht hatten und sich durch nichts aus der Ruhe bringen liessen.

Kurz vor der Muttseehütte machte ich dann Mittagspause bevor ich lockeren Schrittes den Weg hinuter zur Hütte ging, wo ich den Mittag bei etwas Kuchen und Getränk noch etwas verlängerte. Da mein Plan vorsah nur bis zur Kistenpasshütte aufzusteigen und dort zu übernachten, hatte ich auch überhaupt keine Eile. Schliesslich machte ich mich jedoch wieder auf den Weg über die Ebene beim Muttsee, die einem fieserweise wieder ein paar Höhenmeter kostet, welche man im Schlussaufstieg dann wieder abarbeiten darf. Dort wurde ich auch plötzlich von hinten ziemlich rasant überholt. Nachdem sich aber herausgestellt hatte, dass es der Hüttenwart der Kistenpasshütte war, der mich soeben überholt hatte, war der angekratzte Wandererstolz dann wieder hergestellt. :)

Der Aufstieg Richtung Kistenpasshütte führt über schiefriges Gelände und ich war froh, auf dieser Strecke meine Stöcke dabei zu haben. Natürlich wärs auch ohne machbar gewesen, aber so war ich wohl schneller oben und konnte bei einem Rivella auf der Terrasse vor der Kistenpasshütte entspannen. Die Hütte war an diesem Abend dann doch nicht voll belegt, aber jene die da waren kamen in den Genuss eines feinen Znachts und eines wunderschönen Sonnenuntergangs.

Tag 2: Kistenpasshütte - Elm
Nachdem ich um 7Uhr in der Früh aus dem Bett gekrabbelt war und gefrühstückt hatte, verabschiedete ich mich um kurz vor 8Uhr vom Hüttenwart und nahm, mit reichlich Marschtee ausgerüstet, den langen Weg nach Elm unter die Füsse. Bis zum Kistenpass folgt wieder schiefriges Gelände und meine Stöcke kamen nochmals zum Einsatz. Nicht sicher, wo der Weg Richtung Falla Lenn genau durchführte, versuchte ich die Höhe möglichst zu halten, als ich die Ebene des Kistenpasses querte, damit ich am Schluss nicht wieder aufsteigen musste. Von der Falla Lenn zur Fuorcla da Gavirolas präsentierte sich das Gelände abwechslungsreich und auch wenn man nicht das Gefühl hat gross Höhenmeter zu absolvieren, wird sich da durch das auf und ab über die Furchen, Hänge, Steine doch was angesammelt haben. Hier war mein Motto "der Weg ist da wo du bist" und ich stellte mir meine genaue Wegspur aus neuen Wegzeichen, verblichenen Wegzeichen, Steinmandli und Fussspuren so ziemlich selbst zusammen (ich hoffe die Gruppe die ein ganzes Stück hinter mir lief, verliess sich nicht zu sehr auf meine wohl ab und an etwas kreative Routenführung).

Auf der Fuorcla folgte dann ein kurzer Znüni halt, bevor ich den Abstieg Richtung Cuolm da Nuorsas unter die Füsse nahm. Hier muss man "taleinwärts" etwas ausholen und zwei Bäche überqueren bevor der Weg wieder Richtung Fluaz ansteigt. Hier kamen mir zum ersten Mal andere Wanderer entgegen (überhaupt schienen ab diesem Punkt mehr Leute unterwegs zu sein). Bei Plaun da Cavals folgte dann der anstrengendste Teil, der Schlussaufstieg im Zick-Zack Richtung Panixerpass. Nachdem ich aber die Panixerpasshütte im Blickfeld hatte, zapfte ich nochmal ungeahnte Energiequellen an und konnte mich schon bald vor der Hütte ins Gras werfend und meine wohl verdiente Mittagspause geniessen.

Nach dem Mittag hiess es dann nur noch "abwärts". Der Weg bereitet keine Schwierigkeiten, aber die Steinbrocken in Gurglen (?) gingen dann doch etwas in die Beine. Insgesamt war ich froh, beim Abstieg wieder auf meine Stöcke zählen zu können. Oberhalb der Alp Ober Stafel verläuft der Weg dann wieder über Wiesen und Weiden bis zum Parkplatz bei Jetzloch. Der weitere Weg nach Elm war dann lockeres Auslaufen (teils über Strassen), dass sich dann aber doch noch ein bisschen in die Länge zog. Glücklicherweise reichte es mir dann in Elm direkt noch auf den nächsten Bus nach Schwanden.

Insgesamt eine Tour die sehr zu empfehlen ist. Bietet abwechslungsreiches Terrain und wuderschöne Panoramen. Sowieso ist die Kistenpasshütte (super Hüttenwart!) einen Besuch wert!


Tourengänger: Queenie


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Kommentare (5)


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Primi59 hat gesagt:
Gesendet am 2. September 2015 um 15:38
Hoi Queenie
der frühere Weg übers Kalktrittli erforderte schon Schwindelfreiheit, besonders abwärts,vermutlich sind das noch die "alten"Schilder von damals.
Frage: wie lange braucht man von der Hütte Richtung Wichlen? Diesen Streckenabschnitt kenne ich noch nicht.
Gruss Primi

Queenie hat gesagt: RE:
Gesendet am 2. September 2015 um 19:24
Hoi Primi, das ist bestimmt so... ich glaub als ich die Tour geplant habe und versch. Berichte gelesen habe, habe ich irgendwo ein Foto gesehen bevor sie's ausgebaut haben. Das sah schon anders aus. Wobei z.B. mein Kollege hätte wohl auch mit dem ausgebauten Chalchtrittli noch Mühe, Schwindelfreiheit ist halt auch subjektiv...
Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich etwa 1 1/2 Stunden bis Wichlen (und dann glaubs nochmal so ca 1 1/2h bis Elm) inkl. kurzer Pause bei Ober Stafel, wo ich mich am Bach etwas erfrischt/abgekühlt habe. Wenn ich nicht schon den ganzen Tag unterwegs gewesen wäre, wär ich die Strecke wohl noch etwas schneller gelaufen :)

Primi59 hat gesagt: RE:
Gesendet am 2. September 2015 um 20:24
Hoi Queenie
glaub wir haben uns da falsch verstanden, ich meinte die Strecke von der Kistenhütte zur Panixerhütte, resp.bis Wichlen, reichen ca. 5 1/2 Std. alles in allem ? Nach Brigels watschlete ich schon mal, der andere Weg würde mich schon reizen, wieder zurück zum Ausgangspunkt.....
Grüässli
Primi

Queenie hat gesagt: RE:
Gesendet am 2. September 2015 um 20:55
ah, achso sorry! ja ich denke 5 1/2h sollten reichen. Ich bin in der Kistenpasshütte um ca. 8Uhr losgelaufen und hatte etwas mehr als 4h bis zur Panixerpasshütte... dann noch 1 1/2h ins Tal. Insgesamt reine Wanderzeit Kistenpasshütte bis Elm (exkl. ca 45min Pause(n)) ca. 7 1/4h.

Primi59 hat gesagt: RE:
Gesendet am 3. September 2015 um 20:15
danke für deine Infos, mal sehen obs für diese Jahr noch drinn liegt ....
wünsche dir weiterhin schöne Touren im/ums Glarnerland ;-)

Gruss Primi


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