Sattelleite 2533m - Spielplatz der Riesen


Publiziert von georgb Pro , 24. Mai 2015 um 21:26.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:24 Mai 2015
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1150 m
Abstieg: 1150 m
Strecke:18,5km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bruneck-Percha-Oberwielenbach-Parkplatz Hochkreuz
Kartennummer:tabacco Pustertal

Ganz am Ende des Oberwielenbacher Tals liegt der sogenannte Oberboden. Ein magischer Ort, große Felsblöcke liegen weit verstreut herum, als hätten Riesen damit gewürfelt. Sachlicher ausgedrückt sind sie natürlich von den Abhängen der Rieserfernerwände abgebrochen. Noch heute kugelt der ein oder andere Brocken zu Tal, der ehemalige Steig zur Wielenscharte ist aus diesem Grund seit Jahren verfallen.
Es führt ein bequemer markierter Steig hinauf zum Oberboden, wer es abenteuerlicher und wilder liebt, wählt so wie wir heute den "Umweg" über die Sattelleite. Nahezu unbekannt und kaum begangen, weit entrücktes Rieserfernergelände.
Kurz nach der Fohreralm zweigt der Anstieg zum Rammelstein ab und führt in wenigen Serpentinen zum Salzleck. Hier verlassen wir die Markierung und wenden uns dem langen Kamm nach Norden zu. Zunächst überschreiten wir die Raingrube, sie ist immerhin als Gleitschirmstartrampe einigermaßen bekannt. Weiter gehts, einsam auf Gemsspuren und über verschneite Blöcke zum unscheinbaren Gipfel. Immer im Gehgelände und ohne technische Schwierigkeiten erreichen wir den Steinmann am höchsten Punkt.
Hier können wir auch das Abstiegsgelände über die Sattelscharte zum Oberboden einsehen. Ganz wohl ist uns dabei nicht, es erwartet uns Schnee, viel Schnee! Trotzdem steigen wir vorsichtig hinab zur Scharte, in Erwartung der Dinge. Doch wir treffen auf keine ernsthaften Probleme, auch wenn das feuchte Schrofengelände mit Vorsicht zu genießen ist. Die folgende Querung zum Oberboden ist zwar mühsam, aber ungefährlich, geduldig und behutsam waten wir durch das knietiefe Geläuf.
Endlich am Oberboden angekommen, lassen wir uns kurz nieder in dem Riesensandkasten und lassen die Szenerie auf uns wirken. Die Schmelzbäche haben den Oberboden in einen sumpfigen Morast verwandelt. Mit Mühe durchqueren wir mehr watend als gehend das geheimnisvolle Gelände. Wie durch Zauberei bleiben die Füße trocken, vielleicht liegt es aber einfach an den neuen Goretexschuhen ;-)
Nach wenigen Metern erreichen wir den markierten Steig und auf dem Weg zum Unterboden verlassen wir die Schneegrenze. Es folgt ein langer Abstieg, endlos zieht sich der Forstweg zum Parkplatz. Erst an der schon geöffneten Lercheralm kommt langsam wieder Leben ins Oberwielenbacher Talile und wir sind zurück im Reich der Menschen.

Tourengänger: georgb

Galerie


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