Kleiner Daumen (2197 m) über Hohe Gänge


Publiziert von ju_wi , 27. September 2008 um 23:12.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:15 September 2007
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1550 m
Abstieg: 1350 m
Unterkunftmöglichkeiten:Privatzimmer Hinterstein
Kartennummer:BayLV Allgäuer Alpen

Eine unserer besonders schönen Allgäu-Touren: Die Besteigung des Kleinen Daumens (2197 m) von Hinterstein über den Breitenberg (Hauptgipfel 1946 m), die Hohen Gänge, Heubatspitze (2008 m) und Abstieg ins Ober- und Ostrachtal. Die Hohen Gänge sind die wenig begangene Verlängerung des Hindelanger Klettersteigs.

Wir sind - wie so oft - Freitags nach Hinterstein angereist und haben uns in unserem Privatzimmer einquartiert. Samstag brechen wir recht früh morgens zum Breitenberg auf, mit dem Ziel die Hohen Gänge zu gehen. Von Hinterstein nehmen wir den nächsten Zugang zur Ostrach und spazieren an ihrem Lauf zunächst entlang. Ein Stück flussabwärts der Eckbach-Mündung überqueren wir die Ostrach auf einer Holzbrücke. Dahinter beginnt der Aufstieg durch steile, feuchte Waldserpentinen zu Weideflächen. Über grasige Weidehügel erreichen wir schnell die Untere Elpenalpe (1313 m). Wieder über einen Grasrücken und in einem Bachtal empor durch Wald erreichen wir eine weitere Stufe und die Obere Elpenalpe (1500 m). Nun wendet sich der Weg nach links und quert in weitem Bogen eine Flanke durch die wir stetig aufwärts an den Gratfuß des Breitenberg-Nordgipfels gelangen. Es folgt ein kürzeres steiles, schrofiges Stück und danach Serpentinen durch eine Gras-Schrofenflanke, bevor wir auf dem schmaleren Ostrücken zum Kreuz des Breitenberg-Nordgipfels (1893 m) gelangen.

Durch einen schönen Latschenhang wandern wir in Gratnähe zu einer Lücke (1880 m), wo der Weg in den Häbelesgund abzweigt. Wir nehmen aber die kleinere Führung hinauf über schrofiges Gelände am Grat zum Hauptgipfel des Breitenberg (1946 m). Zunehmend felsig steigen wir durch Rinnen ein wenig ab und gelangen in den Klettersteig der Hohen Gänge. Diese abwechlungsreiche Passage führt stets am Grat über einen Felsturm und später eine ältere Eisenleiter. Eine sehr schroffe, zackige Gratpassage ist gut gesichert - ist aber wohll dennoch die Schlüsselstelle der Hohen Gänge. Über eine schmalere Gratpassage erreicht man - später einfacher - ansteigend die Heubatspitze (2008 m) mit Kreuz. Wir haben die ganze Tour ein wenig Nebel und so können wir wenig Aussicht genießen. Es ist aber eine schöne, herbstliche Stimmung und trocken bleibt es ebenfalls. Von der Heubatspitze steigen wir einfach auf einem Pfad hinab zu einer Wegabzweigung. Hier geht es rechts zur Rotspitze oder über das Retterschwang hinab nach Hinterstein zurück.

Wir jedoch haben noch Energie und wagen den Weiterweg zum Kleinen Daumen. Nur auf Trittspuren geht es hinab in den grasigen Hasenecksattel (1895 m) und in steiler Grasflanke wieder empor zum Bergfuß des Daumenmassivs. Immer in der Nähe der Gratkante bleibend, die nach O jäh abbricht, kraxeln wir durch Geröll, Schrofen und einfaches Klettergelände hinauf bis zu einem 30 m hohen Felsaufschwung unterhalb des Kleinen Daumens. Unterstützt durch ein durchgehendes Drahtseils klettern wir den recht vertikalen Felsaufbau hinauf und stehen auf der Schulter des Kleinen Daumen (2197 m). Wir wenden uns nach links und erreichen schnell das Gipfelkreuz.

Vom Keuz steigen wir weglos auf Pfadspuren durch Schrofen und eine Blockgeröllhalde nach O ab. Hinter der Geröllhalde folgt ein steiler Grashang, auf dem wir wieder Trittspuren finden. Ein Stück weiter unten stoßen wir auf einen schmalen Pfad, den wir nach links durch Grasböden folgen. Es geht einen scharfen Grasgrat hinab zum Törle (1950 m), einem Pass zwischen Hengst und Daumen, und rechts über einen erdigen Weg zum Engeratsgundsee (1876 m). Auf nun breiterem Wanderweg steigen wir durch eiszeitlichen Gletscherschliff weiter ab und erreichen in weitem Bogen die Alpe Engeratsgund und schließlich die schöne Käseralpe (1401 m). Hier nehmen wir den kleinen Steig durch einen feuchten Grashang hinab zum bewirtschafteten Engerasgundhof (1154 m). Wir kehren nochmal zufrieden ein und nehmen die letzten 20 Minuten zum Giebelhaus (1065 m) in Angriff, von wo wir per Bus zurück nach Hinterstein fahren.

Eine herrliche, sehr abwechslungsreiche Tour, auf der man im teilweise weglosen Mittelteil (zwischen Breitenberg-Nordgipfel und Engeratsgundsee) kaum Leute trifft. Auch die zwar bekannten Hohen Gänge sind ein eher ursprünglicher, wenig beachteter Klettersteig, der nur an wenigen Stellen Eisen hat.
Die Tour ist sehr zu empfehlen!

Tourengänger: ju_wi

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