Via Gottardo 19. Porlezza - Alpe di Lenno - Rif. Buffalora - Alpe di Colonno - San Fedele Intelvi


Publiziert von Baeremanni Pro , 25. September 2014 um 16:53.

Region: Welt » Italien » Lombardei
Tour Datum:19 September 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 8:15
Aufstieg: 1429 m
Abstieg: 943 m
Strecke:Porlezza - Alpe di Lenno - Rif. Buffalora - Alpe di Colonno - Pigra - San Fedele Intelvi
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Via Lugano, dann Schiff nach Porlezza. Auch Bus ab Lugano-Cassarate Bus Terminal möglich
Unterkunftmöglichkeiten:Hotels in Porlezza und San Fedele
Kartennummer:287 Menaggio, Ausdrucke SchweizMobil

Ich bin schon am Vortage angereist und habe mir den Plausch gegönnt, mit dem einzigen Schiffskurs des Tages von Lugano nach Porlezza zu reisen. Ich wusste schon zum Voraus, dass die Etappe nach San Fedele recht streng sein wird (So arg, wie es dann gekommen ist aber nicht.)
Eigentlich hatte ich für diesen Tag laut Meteo ein klein wenig besseres Wetter erwartet. Aber es musste einfach dieses Wochenende noch sein, weil das Rifugio Prabello am nächsten Tag nur noch am Wochende offen hat.
Eine ganz kleine Hoffnung hatte ich, so startete ich trotz der misslichen Verhältnisse, das Hotel in San Fedele und das Rifugio Prabello war ja bereits bestellt und reserviert.

Immerhin, ich konnte noch ohne Regenschutz loswandern. Zum Dorf hinaus zur Hauptstrasse, um die Sportanlagen herum zur Campanile di S.Maurizio. Hier finde ich sogar eine Wegmarkierung rot.weiss-rot. Fein, da kann mir ja nichts passieren. Nun hinein in den Wald und schon fast überhängend bergauf. Wie man auf der Karte unschwer erkennen kann, fast immer quer zu den Höhenkurven. Dies bringt mich zusammen mit der enormen Luftfeuchtigkeit enorm zum Schwitzen. Nach etwas über 800 Metern Aufstieg fängt es an zuregnen. Ein riesiger Ahorn auf der Alpe Nosarola gibt mir etwas Schutz. Trotz der Schwitzerei ziehe ich schon mal die Windjacke an um wenigsten etwas geschützt  gegen den Nieselregen zu sein.
Nochmals durch etwas Wald zur Alkp Corte Vecchia. Ich suche die Markierungen, zudem brauche ich nun mein GPS, wo ich den Track gespeichert habe. Hoppla, die Markierungen sind nicht mehr für Mich. Ich müss etwa 50 Meter wieder hinunter und nur dank des GPS finde ich die Spur eines Weges, welche eher meiner Karte entspricht. Dafür endlich mal fast ein Kilometer auf der Höhenkurve. Mal guter Weg, mal nur Spuren, da haben die (Un-)Wetter ganze Arbeit geleistet. Wie ich aus dem Wald herauskomme sehe ich ca. 100 m über mir die  Hütten der Alpe di Lenno. Also noch einmal einen Ruck und ich habe mit 1495 MüM den höchsten Punkt des Tages errreicht, dies nach fast ununterbrochenem Aufstieg von rund 1200 m.
Ich bin ziemlich feucht, es nieselt ja noch immer. Ich hoffe auf einen Moment Pause in der Alphütte. Ja denkste, als ich nach Wasser fragen wollte, wurde mir von zwei bösen Weiber der Hund angehetzt.
Also weiter des Weges. Doch nun hellt es auf, kommt doch noch die Sonne? Nein es fängt an zu Donnern und gleichzeitig ergiessen sich Sturzbäche aus den Wolken. Bis ich den "schweren Regenschutz" angezogen habe bin ich klatschnass. Rucksacküberzug und Poncho schützen mich zwar oben, dafür tropft es mir in die Schuhe. "Freude herrscht". Doch was solls, ich muss weiter.
Bei der nächsten Alp, Alpe d'Ossucco, bekomme ich wenigsten Trinkwasser und kann meinen Tee wieder nachfüllen. Die Sennerin, auch nicht viel hübscher als auf der Alp Lenno, schickt mich zum Rifugio Boffalora. So komme ich eine Viertelstunde später zum Kaffee. Aber äusserst unfreundlich, ja gut ich tropfe ja auch wie ein altes Fass. Ich würde gerne hier die Wanderung abbrechen, doch der Besitzer des Rifugio will keinen Gast.
Was will ich mehr als weiterziehen? Immerhin hat sich das Gewitter verzogen und ich kann aus dem Poncho heraus. Da die Böden sehr durchnässt sind, verzichte ich auf die kürzere Route über die Wanderspuren und bleibe auf der Strasse. Im Nachhinein stelle ich fest, dass ich auf der Militärstrasse von 1914 marschiere, allerdings der Asphalt ist wohl jünger. Die Strasse wurde bis hinauf zur Fortifikation am Monte Calbiga gebaut.
Auf der Alpe di Colonno wäre wieder ein Gasthaus, aber das ist allles geschlossen.
Im ersten Dorf auf rund 850 MüM namens Pigra gibt es nun endlich einen Brunnen mit Trinkwasser. (Extra so angeschrieben, Garzie!)
Hier hört auch die Militärstrasse auf und ich muss auf die Strada Locale. Meist kein Trottoir, aber auch fast kein Verkehr. Ich bin ehrlich und habe es auch mit Autostopp probiert, aber wer nimmt schon einen tropfnassen Wanderer mit. Wenn dann auch nur so alle Viertelstunde ein Auto vorbeikommt ????? Nun, die Plackerei auf der Landstrasse hielt sich in Grenzen
Doch endlich kommt das Dorf San Fedele in Sicht, gleich finde ich auch das Hotel.
Inzwischen bin ich auch wieder einigermassen trocken. Schnell Zimmerbezug, dann ein grosses Bier und erst anschliessend unter die Dusche.
Ja der Tag war nicht gerade genussvoll. So nass war ich auf einer Wanderung schon manche Jahre nicht mehr. Aber der Weg ist geschafft, ging zwar viel länger als vorgesehen, aber was solls, ich habe jedenfalls nach den guten Znacht im Hotel fein geschlafen.

Tourengänger: Baeremanni

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