Vom See auf den Berg: von Buochs übers Horn zum Glattigrat


Publiziert von jaschwilli , 24. Mai 2014 um 13:43.

Region: Welt » Schweiz » Nidwalden
Tour Datum:20 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Bauen - Brisen - Bürgenstock   CH-NW   CH-UR 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 2500 m
Abstieg: 2500 m
Strecke:25 km

Die Schneefälle an den Eisheiligen konnten mich nicht abhalten, endlich wieder eine Tour in den Alpen zu machen. Um sicher einen Gipfel zu erreichen wählte ich das schon schneefreie Buochserhorn, zudem war mit dem Startort Buochs gewährleistet, dass ich Höhenmeter satt zusammen bekomme.

Nachdem ich in Freiburg in D um 6 Uhr losgefahren war, konnte ich schon um 8 Uhr in den langen Anstieg starten. Durch die zu Beginn gleichförmige Steigung komme ich schnell in meinen Rhythmus, auch wenn einzelne Passagen noch feucht sind, ist die heikle Passage am Gitzitritt trocken und problemlos. Auf dem Grat geniesse ich das Panorama. Im heimatlichen Schwarzwald wäre jetzt schon Schluss, mehr als 1000 Höhenmeter gibt es da nicht am Stück. Der Gipfelbereich ist noch winterlich durchfeuchtet, allein ist der Weg nicht sonderlich schwierig. Vom Horn aus gehe ich zum Bleikigrat und verpasse fast den unbeschilderten Abzweig über Rätzelen, gemütliche leichte Kletterei. Auf der Musenalp gönne ich mir ein Gipfelbier und mit Blick auf die Uhr denke ich mir, bis zum Brisenhaus müsste es noch allemal reichen.
Vor Bärenfallen riecht es zum ersten Mal in diesem Jahr so richtig sommerlich harzig in einem Waldstück, das sind für mich immer besondere Momente im Jahreslauf - wie z.B. auch der erste leichte Sommeregen auf warmen Alfalt, der sofort wieder verdampft...
Am Brisenhaus lockt mich der Glattigrat, auch wenn es oberhalb noch eingeschneit ist, lassen einige schneefreie Rippen doch ein wenig weiteren Aufstieg zu, und so lasse ich mich von meinem Bergverlangen immer weiter in den tiefen Schnee locken - Schneeschuhe wären ideal, ich hab Steigeisen und Pickel dabei... der Rest ist nicht mehr Genuss sondern Willen, oft sinke ich bis über die Knie ein, aber auf den Grat will ich noch kommen. Das Steinalper Jochli wäre ein möglicher Gipfel, aber der Hang dorthin scheint mir für die Schneelage zu steil, für einmal ist von dort auch ein seltsames Sirren zu hören, mein Hund bellt den Hang kräftig an - nein, da lauf ich nicht durch. Aber die Grathöhe schaffe ich doch. 2180 Meter.
Der Abstieg erfolgt auf der gleichen Route bis zur Bärenfallen, dort steige ich Richtung Beckenried  zügig und ereignislos ab und finde auch am Fusse des Buochserhorns den Verbindungsweg nach Buochs.
Der Abstieg war schneller als gedacht und nach 9 Stunden erreichen mein Hund und ich den Ausgangspunkt. 25 km und 2500 Höhenmeter spuckt der Tracker aus, ich spüre beide Knie deutlich, mit einer Monstertour a la Tobi wird das wohl nix mehr...

Hinweis für Hunde:
Der Gitzitritt stellt für meine Hündin keine Schwierigkeit dar, die Leiter ist schräg und hat breite Trittstufen, die sie vorsichtig aber freiwillig hochsteigt.
Rätzelen hingegen hat eine steile Leiter mit Rundholmen, die ein Hund nicht gehen kann, hier kann sie aber problemlos zwei Meter links neben der Leiter aufsteigen, man muss nur den Weg zeigen. An zwei weiteren Kletterstellen gebe ich ihr eine Räuberleiter oder unterstütze sie am Hinterteil, sodass auch diese Passage problemlos bewältigt wird

Tourengänger: jaschwilli


Minimap
0Km
Klicke um zu zeichnen. Klicke auf den letzten Punkt um das Zeichnen zu beenden

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»