Muklaspitz 3162m - Die Unsichtbare


Publiziert von georgb Pro , 5. August 2014 um 08:49.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 4 August 2014
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bruneck-Sand in Taufers-Rein-Indereder
Kartennummer:tabacco 035 Rieserferner Gruppe

Sie ist alles andere als ein ''Hingucker", kaum auszumachen in dem langen Kamm, der vom Lenkstein nach Nordwesten zieht. Fabio Cammelli schreibt in seinem grandiosen Führer durch die Pustertaler Berge über sie: "Du wirst niemanden treffen, der es der Mühe wert findet, sie zu besteigen, und du wirst niemandem auf ihren geröllbedeckten Graten begegnen. Die Stille wird dein Begleiter sein." Aber es gibt Menschen wie uns, die genau das suchen.
Wir starten beim Indereder und folgen zunächst dem markierten Weg Richtung Ursprungalm. Dort nutzen wir den gut angelegten Steig zum Lenkstein bis auf ca. 2900m. Selbst dieser Weg ist wenig begangen, doch ab jetzt betreten wir absolute Wildnis. Wir queren nach links über viele Schneefelder und suchen uns durch die Felsen einen geeigneten Zustieg zur Muklaspitze. Genaugenommen sind es derer zwei, erst spät zeigt sich der höhere der beiden Gipfel. Über chaotisches Geröll und lose Felsbrocken steigen wir zum höchsten Punkt. Cammelli schreibt weiter: "Der Hauch des Windes wird deine Fragen beantworten und das Blau des Himmels wird deine Gefühle widerspiegeln." Unsere Frage nach dem Abstiegsweg beantwortet sich von selbst, beim Blick hinüber zur Mulle. Davor zieht ein Hang hinab, übersät mit Steinen und von vielen Schneefeldern bedeckt. Unsere Gefühle verschwinden mit den Wolken, die das Blau des Himmels verdecken. So rutschen wir, teils im Schotter teils im Schnee, talwärts, immer auf der Suche nach der besten Variante.
Weiter unten gilt es vorsichtig über steile, felsdurchsetzte Wiesenterrassen zum Hartdegenweg zurückzufinden. Die Wolken verziehen sich zum Glück wieder und im Sonnenschein steigen wir durch das zauberhafte, unberührte Gelände. Ohne Spuren dauert es ein wenig, aber schließlich treffen wir unversehens wieder auf den Steig, der an tosenden Wasserfällen und kleinen Tümpeln vorbei hinabführt.
Hier begegnen uns auch nach Stunden Einsamkeit die ersten Wanderer und wir steigen flott durch das blühende Ursprungtal ab. An der Säge wartet schließlich ein vorzüglicher Kaiserschmarren als Belohnung für unsere mühsame, aber wunderbare Runde. Und selbst jetzt beim Rückblick ist die Muklaspitze kaum zu erkennen, sie ist wieder unsichtbar geworden, zurückgezogen in ihrer abgelegenen Welt.

Tourengänger: georgb


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