Diablerets: Terrain d'aventure


Publiziert von Zaza , 4. August 2008 um 12:41.

Region: Welt » Schweiz » Waadt » Waadtländer Alpen
Tour Datum: 2 August 2008
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   CH-VD 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:Solalex - Anzeindaz - Lué Tortay - Col du Refuge - Pas du Lustre - Sommet des Diablerets - Le Dôme - P. 2725.8 - Barmes Noires - Poteu des Etales - Derborence
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo solalex Nur in der Sommersaison!
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo derborence Nur in der Sommersaison!
Unterkunftmöglichkeiten:Solalex, Anzeindaz, Derborence
Kartennummer:1285

Schätzungsweise 99% der Besucher erreichen den höchsten Waadtländer Gipfel über den Gletscher, meistens von der Seilbahn Sex Rouge her kommend. Das ist verständlich, denn die anderen Routen weisen eine ziemlich bescheidene Felsqualität auf. Es sind dies Routen, die vor 100 oder 200 Jahren gebräuchlich waren.

Der eigentliche Ausgangspunkt ist Anzeindaz, erreichbar zu Fuss oder per Taxi von Solalex aus. Solalex ist seinerseits im Hochsommer per Zug/Bus von Bex via Barboleusaz zu erreichen (wenige Kurse). Man geht kurz Richtung Pas de Cheville und steigt dann den steilen Grashang von Lué Tortay an. Zuoberst (auf alten Karten P. 2455) steht man unter einer Felswand, die man mit einem weiten Bogen nach links umgeht. In alten Führern ist dieser Abschnitt als "Rue de Lausanne" bezeichnet, Weg hat es allerdings keinen mehr. Nun steht man oberhalb dieser Wand und kraxelt ziemlich direkt in hellem Fels aufwärts, wobei man die schuttigen Zonen möglichst meidet. Wenn man nicht allein ist, ist hier ein Helm sinnvoll.

Es ist wichtig zu wissen, dass man den Grat nicht am tiefsten Punkt (P. 2929) erreichen kann, da dieser Gratabschnitt südlich durch einen Felsgürtel versperrt ist. Der Col du Refuge (in dessen Nähe einst eine der ersten Hütten der Romandie stand, die aber bereits um 1873 wieder aufgegeben wurde) liegt deutlich weiter östlich, auf etwa 3040 m. Auf seiner Südseite liegt oft ein steiles Schneefeld. Für seine Begehung sind Pickel und Steigeisen ratsam. Wenn man das Material nicht dabei hat, kann man das Schneefeld allenfalls rechts umgehen (steiler Schutt, unangenehm). Vom Pass steigt man gegen die Gipfelfelsen und hält etwas rechts, bis zum Einschnitt des Pas du Lustre (weisser Pfeil, Bohrhaken, oben eingerichtete Abseilstelle). Diese Kletterstelle ist kurz, aber ausgesetzt (etwa II+). Um 1865 wurden hier Metallgriffe installiert, wovon aber heute keine Spuren mehr zu sehen sind. Zum Abklettern ohne Sicherung ist diese Stelle nicht anzuraten. Danach kraxelt man in Kürze über plattigen Fels zum Sommet des Diablerets. Dieser letzte Abschnitt könnte bei kalter Witterung Wassereis aufweisen und dann grössere Probleme bereiten.

Der Abstieg erfolgte über den Gletscher (am Le Dôme Fixseil), dann Richtung Tour St. Martin und bei P. 2725.8 hinunter zu den Barmes Noires. Bei schlechter Sicht ist es nicht ganz einfach, die Durchstiege durch die Felsriegel zu finden. Wer gute Nerven hat, könnte nun via Poteu Ermey und Poteu de Mié ziemlich direkt nach Derborence absteigen. Normalerweise ist es besser, absteigend zu queren, bis man zum eindrücklichen Einschnitt des Poteu des Etales gelangt. Dank Tauen und Leitern ist er gut gangbar, danach folgt noch ein steiler Abstieg und eine lange Querung bis zur Auberge du Godet.

Tourengänger: Zaza

Galerie


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