Luxemburg zu Fuß mit Landeshöhepunkt Kneiff (560 m)


Publiziert von ju_wi , 13. Juli 2008 um 22:38.

Region: Welt » Luxemburg
Tour Datum:25 Februar 2007
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: L   B 
Zeitbedarf: 14 Tage
Strecke:ca. 400 km

Dieser Tourenbericht fasst 8 Wanderwochenenden über 3 Jahre in Luxemburg zusammen, an denen wir das schöne, kleine Land zu Fuß von Deutschland nach Belgien auf dem Fernwanderweg E3 durchquert haben. An einem dieser Wochenenden (7.) besuchten wir ausserdem den Landeshöhepunkt, den Hügel Kneiff im Norden des Landes. Da die Route weite Bögen vollführt, um möglichst viele landschaftlichen Höhepunkte zu zeigen, und wir außerdem durch Rundtouren und Abstecher zusätzliche Wanderkilometer machen, kommen in den 8 Wochenenden geschätzte 400 km zusammen.

Wie die Bilder hoffentlich ein wenig vermitteln: Luxemburg ist ein herrliches, landschaftlich schönes Wanderland und als Reisetipp - auch in der Kombination mit der guten französischen Küche - echt zu empfehlen.

1. Wochenende Perl (D) - Remich - Grevenmacher: 20./21.03.04:
Wir starten im Örtchen Perl am Dreiländereck D-F-L und überqueren die Moselbrücke nach Schengen, dass durch das Schengener Abkommen (EU-Arbeitsrecht) bekannt ist. Die Mosel ist von hier bis Wasserbillig bei Trier Grenzfluß zwischen D und Lux. Die Route führt durch bewaldete Moselhänge und Weinberge in stetigem Auf und Ab. Immer wieder werden ursprüngliche Dörfer durchquert. Wir übernachten sehr stilvoll in Remich. In Grevenmacher angekommen queren wir die Mosel und fahren von Wellen per Bahn nach Perl zurück.

2. Wochenende Grevenmacher - Moersdorf - Echternach 02./03.10.04
Von Grevenmacher führt der Weg zunächst ins Landesinnere über Hügel mit Wiesen und Weiden nach Manternach und im Bogen zurück zu den Mosel-Weinbergen bei Wasserbillig, die Anfang Oktober leckere Trauben bereithalten. Der Weg - und die D-Lux-Grenze - verlassen hier die Mosel und folgen dem Grenzfluss Sauer (frz. Sûre). Auch der Sûre folgt der Weg als Höhenweg in Auf und Ab durch die Hänge des tief eingeschnittenen Tales. Wir übernachten in dem Weiler Moersdorf. Sonntags führt der Weg weiter als Sûre-Höhenweg durch die bewaldete Umgebung des Flusses. Kultureller Höhepunkt uíst die romanische Kapelle Girsterklaus, bevor es über Rosport nach Echternach geht. Bus zurück.

3. Wochenende Echternach - Beaufort - Diekirch 16./17.10.04
Diese Etappeführt durch das vielleicht größte landschaftliche Highlight Luxemburgs, die luxemburgische Schweiz (wie könnte sie sonst heissen :-) ). Dies ist eine Strom-geformte Sandsteinlandschaft, die in vielen dunklen Felswänden und Schluchten einzigartig ist und uns ein wenig an die Sächsische Schweiz (nanu ?) erinnert. Unser Samstags-Ziel ist das Örtchen Beaufort mit einem tollen Schloss und Park. Der Sonntag führt uns dann noch weiter ins Hinterland der Sûre, wir queren Wälder und Weiden, bevor wir über Eppeldorf nach Diekirch kommen. Diekirch ist übrigens für sein Bier bekannt, dass es in Luxemburg überall gibt. Bus zurück.

4. Wochenende Diekirch - Vianden - Obereisenbach 06./07.11.04
Von Diekirch-Gilsdorf steigen wir - nun wieder in nördlicher Richtung - in Herbstnebel über einen schönen langen bewaldeten Hügelgrat und gelangen wieder in die Nähe der D-Lux Grenze, die nun - bis hinauf zum Dreiländereck mit Belgien - von dem Flüsschen Our gebildet wird. Zu beiden Seiten der Our (die Grenze macht eine Ausstülpung um den Ort einzuschliessen) liegt dann auch unser Samstagsziel, das schöne und geschichtsträchtige Burgstädtchen Vianden. Nachmittags besuchen wir noch die Burg. Der Weiterweg führt uns hinauf zu einem Speicherbecken und in den Hängen der Our - aber immer auch wieder mal im Tal - wandern wir bis Obereisenbach. Bus zurück.

5. Wochenende Obereisenbach - Clervaux - Wilwerwiltz 12./13.03.05
In Obereisenbach endet die grenznahe Wegführung des E3 dann endgültig. Der Weg wendet sich nach Westen und dem Ösling, einem langen Geländerücken der Ardennen, zu. Die Gegend wird einsamer und rauher. Es ist dies der abgelegenere, dünn besiedelte Teil Luxemburgs, der fast ausschliesslich landwirtschaftlich genutzt wird. Wie um den rauhen Charakter zu unterstreichen schneit es beim Aufstieg nach Hosingen (505 m) kräftig. Druch verschneite Mittelgebrigslandschaft gehen wir noch etwas weiter nördlich nach Clervaux, wo wir übernachten. Clervaux, am Flüsschen Clerf, ist ebenfalls eine Burgstadt, von der wohl auch mittelalterliche Kreuzzüge ausgingen, wie wir nachmittags bei der Schlossbesichtigung erfahren. Clervaux ist auch der nördlichste Punkt des E3 in Luxemburg. Von hier wendet sich der Weg sonntags nach Süden. Durch schöne Hügel der Clerf folgend erreichen wir den Ort Wilwerwiltz an der Clerf erreichen. Bus zurück.

6. Wochenende Wilwerwiltz - Esch-sur-Sure - Goebelsmühle 18./19.02.06
Der Weg wendet sich wieder nach Westen und biegt im Städtchen Wiltz am gleichnamigen Fluss nach Süden. Über einen langen Hügelzug wandern wir nach Buderscheid. Das nun folgende Stück nach Esch-sur-Sûre ist wieder landschaftlich sehr reizvoll. Es wird ein schluchtartiger Bachdurchbruch (Schlirbach) in dessen Steilhängen durchquert. Zuletzt ein kurzes Stück an der Sûre entlang erreichen wir das Samstagsziel Esch-sur-Sûre. Wenige Kilometer flussaufwärts des Ortes ist die Staumauer des großen Sauer-Stausees (Lac de la Haute Sûre). Wir wenden uns hingegen Sonntags ab vom E3 und wandern die Sûre stromabwärts auch in schöner Führung in den Hängen der typischen tief eingeschnittenen Täler bis zum Zusammenfluss von Sûre und Wiltz. Hier verlassen wir den Wanderweg, queren die Sûre auf Strasse und kommen zum Bahnhof Goebelsmühle, von wo wir per Bahn nach Wilwerwiltz zurückfahren.

7. Wochenende Pont Misere - Esch-sur-Sure - Pont Misere und Kneiff 24./25.02.07
Mangels freien Unterkünften im westlichen Teil des Sauer-Stausees starten wir ausnahmsweise diesmal nicht am Endpunkt der letzten Etappe, sondern machen diesen zu unserem Samstagsziel. (Nicht dass die Unterkünfte belegt gewesen wären, die 2-3 Pensionen, die wir im Internet in einem Umkreis von 10 km ausfindig machen konnten, waren entweder inzwischen ganz oder saisonal (Februar !) geschlossen.)  So starteten wir in Pont Misere am Westende des Stausees und wanderten auf dem Circuit du Lac zunächst südlich (und nicht auf dem E3) Richtung Esch-sur-Sûre. Dieses Wochenende war wiederum ein absolutes Highlight. Durch menschenleere Regionen mit ganz tollen Schieferbergen und sehr feuchter moosreicher Vegetation genossen wir den schönen, schmalen Weg in den Südhängen des Sees. Esch-sur-Sûre kannten wir schon vom letzten Mal und quartierten uns wieder im gleichen Hotel ein. Esch besitzt ebenfalls ein altes Schloss (keine Besichtigung), dass hoch über dem Ort auf einem spitzen Schieferfelsen in einer Schleife der Sauer liegt. Sonntags ging es dann - jetzt wieder auf dem E3 - an die Nordhälfte der Seeumrundung. Dies waren 2 lange Etappen mit insgesamt an die 70 km. Am Auto in Pont Misere angekommen kam dann endlich der Abstecher zum Kneiff (560 m), dem Landeshöhepunkt. Straße über Troisvierges nach Wilwerdange und hinter dem Ort links in einen Feldweg, an der Abzweigung rechts und man hat den Kneiff-Hügel vor sich. Der erste Landeshöhepunkt, den wir quasi per Auto bestiegen :-) Wir steigen aus - allerdings regnet es in Strömen - und gehen zum per sicht höchsten Punkt in einer Jungtannenschonung.

8. Wochenende Pont Misere - Martelange (B) - Pont Misere 10./11.03.07
Letzte Etappe in Luxemburg. Wieder parken wir in Pont Misere unser Auto, wenden uns allerdings diesmal mit dem E3 weiter nach Westen. Im Auf und Ab durch die steileln Hänge der oberen Sûre gelangen wir bis fast an die Belgische Grenze. Dort biegt der Weg nach Süden ab, erreicht Bigonville und führt in einem weiten Bogen durch Wald bis zum Grenzort Rombach-Martelange. Wir quartieren uns noch auf der Luxemburgischen Seite in ein schlechtes Zimmer ein, genießen nachmittags noch die Frühlingssonne und spazieren auf die Belgische Seite nach Martelange. Am nächsten Tag wandern wir in improvisierter eigener Führung südlich über Perlé, Holtz einem schönen Wanderweg folgend, biegen dann mit Karte auf Waldwege ab und wandern unmarkiert über Weissenhaff und später Arsdorf nach Pont Misere zurück.


Tourengänger: ju_wi

Galerie


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