Chalttäli am Vrenelisgärtli – Bächistock


Publiziert von Delta Pro , 8. Juli 2008 um 10:51.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 1 Juli 2008
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: S
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Glärnischgruppe 
Zeitbedarf: 10:45
Aufstieg: 2230 m
Abstieg: 2460 m

Der direkteste Aufstieg aufs Vreneli – eine spannende Tour durch steiles Gras, Fels und Firn

 

Das Vrenelisgärtli ist einer der populärsten Glarner Gipfel. Vor allem die Route über den Schwander Grat ist stark frequentiert, aber auch der Guppengrat ist mittlerweile häufig begangen. Nicht ganz gleich verhält sich das mit dem steilen und strengen Chalttäli-Aufstieg, der dritten, sehr schönen Route ins Glärnisch-Massiv. Die Route setzt Gewandtheit in steilem Gras, brüchigem Gestein und im Gehen mit den Steigeisen voraus und bietet einen eindrücklichen Zugang zum Vrenelisgärtli durch dessen Nordwand.


3614adrian hat die Route hier ausführlich beschrieben. In diesem Bericht folgen einige ergänzende Informationen. Hauptschwierigkeit des Chalttäli-Aufstiegs ist die Wegfindung. In der Glärnisch-Hütte fragte man uns, ob wir denn klettern mussten (wir mussten, bis in den oberen dritten Grad). Dann hätten wir den falschen Weg erwischt, vertraute man uns an… Die Wegbeschreibung im Führer hilft nur bedingt, die Idealroute aufzuspüren. Der Aufstieg hat sich unter dem Schwander Grat aufgrund des Gletscherrückzuges stark verändert. Früher wurde scheinbar direkt über den „herabhängenden“ Gletscher aufgestiegen. Dies scheint jetzt kaum mehr möglich und schneegefüllte Rinnen westlich des eigentlichen Firnes am Schwander Grat vermitteln den besten Aufstieg. Sind diese Schneefelder allerdings weggeschmolzen, was in warmen Sommern mit Sicherheit der Fall ist, könnten die letzten 300 Höhenmeter des Chalttäli-Aufstiegs sehr mühsam werden. Mit Vorteil geht man die Route deshalb im Frühsommer an.

 

Von Hinter Saggberg ins Chalttäli. Wir stiegen zu weit auf dem grossen Schneefeld (Chalttäli-Gletscher) auf und querten von den Wasserfällen an dessen oberen Ende in sehr unzuverlässigem Gelände nach links (äusserst brüchige 25m-Felsstufe, III und ausgesetzte Querung in moosigem und erdigem Gelände in eine Schlucht und aus dieser hinaus, T6, heikel). Besser hält man im unteren Drittel des Chalttäli-Gletschers nach links gegen ein schmales Grasband, das auf den steilen Grassporn über dem Gletscher leitet (anfangs evtl. etwas erdig und unangenehm, dann Gämspfad). Durch steiles grasiges Gelände und über eine einfachere Felsstufe (Gämspfad) erreicht man Chnorren (idealer Rastplatz, Steinmann). Danach wird das Gelände felsiger. Man steigt linkshaltend auf, bis die Felsstufe leicht rechts aufwärts überwunden werden kann (II). Weiter über Schrofengelände an den Fuss der fast senkrechten 20m Wandstufe vor dem grossen Geröllband unter der senkrechten Gipfelwand des Vrenelisgärtlis. Dies ist die Schlüsselstelle der Tour und scheint nirgends leicht überwindbar zu sein. Am einfachsten soll es ganz links gehen. Wir haben die Stufe dort erklettert, wo der Fels am zuverlässigsten aussah (III+, praktisch keine Möglichkeit für Zwischensicherungen, mässig solider Fels). Auf dem grossen Band, das bequemer begehbar ist, falls noch Schnee liegt, zuerst leicht absteigend gegen rechts und schliesslich in das markante Couloir, das vom Schwander Grat hinabzieht. Auf den Rinnen-Schneefeldern (durchgehend um 45° steil) ohne Schwierigkeiten bis zum Schwander Grat und auf dem „Zürcher Wanderweg“ auf den Gipfel des Vrenelisgärtlis.

 

Über den Schwander Grat (neue Ketten) auf den Glärnischfirn und zum Windkessel im Ostgrat des Bächistocks. Über den recht steilen, etwas brüchigen, aber schön zu begehenden Felsaufschwung auf die Gipfelflächen östlich des Bächistocks (T5, I) und am Schluss in leichter Kraxelei zum Gipfelkreuz (T5, I). Der Übergang vom Vrenelisgärtli auf den Bächistock ist nicht schwierig, zieht sich jedoch wegen der beträchtlichen Distanz recht in die Länge. Abstieg durch das vordere Schneecouloir auf den Gletscher und zum Kuchen in die Glärnischhütte.


Tourengänger: Delta, 3614adrian

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