Höch Turm + Chilchberge-Überschreitung oder "Wenn schon, denn schon!"


Publiziert von budget5 , 18. August 2013 um 07:12.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:16 August 2013
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   Ortstockgruppe 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:Glattalp - Edelwissband - Grat - Höch Turm - Östlicher Chilchberg - Gross Chilchberg - Chli Chilchberg - Glattalp First - Glattalphütte SAC
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PKW bis Sali im Muotatal, Seilbahn auf die Glattalp
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Analog Ausgangspunkt
Unterkunftmöglichkeiten:Glattalphütte SAC

Höch Turm mit anschliessender Überschreitung der Chilchberge ist eine T6-Tour par exellence. Landschaftlich absolut fantastisch, darf sie nicht unterschätzt werden und sollte nur von trittsicheren und schwindelfreien Berggängern angegangen werden. 

Nur ein Tag zur Verfügung, herrliches Wetter und ein Jucken in den Beinen. Nach kurzer Überlegung steht das Tagesziel fest, ein Berg der mir schon lange im Hinterkopf herumschwirrt: Der Höch Turm, das Matterhorn des Muotatals. Gestartet sind wir kurz vor neun Uhr bei der Bergstation der überteuerten und unfreundlich bewarteten Seilbahn Glattalp. 

Bereits jetzt waren die Temperaturen hoch und wir kamen ziemlich ins Schwitzen. Man folgt zuerst dem markierten Wanderweg auf der linken Seite des Glattalpsees und verlässt diesen noch vor Seeboden über die Grashänge unterhalb der Chilchberge. Querend via Edelwissband gelangt man bald zu einem markanten Felsklotz. Hier stachen wir steil nach oben um über etwas mühsames Geröll auf den Grat zu gelangen (östlich des östlichen P. 2426). Zur Belohnung gab's einen grossartigen Ausblick auf die Karstfelder um den Bös und Guet Fulen.

Über den Grat (T4) gelangten wir an den Fuss der mächtig erscheinenden Höch Turm. Hier hat man drei Felsbänder für den Aufstieg zur Auswahl. Wir nahmen das mittlere für den Aufstieg und das linke für den Abstieg. Das Band mit dem Fahrverbot liessen wir aus. Die Kletterschwierigkeit befindet sich zwischen ll und lll, zuerst in der Wand, später ausgesetzt auf dem Westgrat (spätestens hier sollte man wirklich schwindelfrei sein). Kurz vor halb zwölf standen wir auf dem Gipfel, welcher überraschend gut besucht war. 

Nach einer längeren Pause machten wir uns an den Abstieg über den Grat und durch das rechte Band (von oben gesehen). Dieses ist plattig und bei Nässe sicherlich nicht empfehlenswert. Zurück auf dem Grat wollten wir ursprünglich auf dem selben Weg wieder absteigen. Allerdings reizten uns nun doch langsam die Chilchberge, welche wir schon während der ganzen Tour im Blickfeld haben. 

Wenn schon, denn schon!

Versuchen wir's, das wird schon schief gehen! Über den Östlichen Chilchberg runter in den Sattel auf den Gross Chilchberg ist technisch relativ einfach zu meistern und auch nicht allzu ausgesetzt (T4-T5). Den folgenden Teil allerdings darf man nicht unterschätzen und ist ganz klar als T6 einzuordnen. Der Abstieg vom Gross Chilchberg beinhaltet sehr steile, von Felsbändern durchzogene Grasflanken. Im Abstieg ist der Weg nicht immer offensichtlich und man muss ein wenig suchen/ausprobieren. Ausrutschen allerdings verboten! Zum Glück waren die Verhältnisse trocken, sonst wären wir wohl umgekehrt.

Es folgte ein schmaler Grat auf den Chli Chilchberg, teils ein regelrechter Balanceakt. Aber auch diesen haben wir mit Bravour gemeistert, obwohl mein Tourenpartner nicht mehr allzu angetan war von diesem Abschnitt. Der letzte Abstieg vom Chli Chilchberg geht dann nochmals über steile Grasflanken und Felsbänder, allerdings nicht mehr ganz so heftig wie am Gross Chilchberg. Dem Grat entlang folgten wir noch zum Glattalpfirst und wanderten dann querfeldein zur Glattalphütte.

Anschliessend etwas mehr als eine Stunde Wartezeit, bis wir ins Bähnli steigen konnten. Mit dieser sagenhaften Tour in Gedanken, liessen wir das gerne über uns ergehen!

Tourengänger: budget5


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Kommentare (1)


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PStraub hat gesagt: Gratulation ..
Gesendet am 18. August 2013 um 08:07
.. zu dieser Wanderung der Superlative!
Vor allem der fussbreite Grat zum Chli Chilchberg, wo die Wanderstöcke beidseitig ins Leere stossen, muss man gesehen/begangen haben.


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