Monte Leone (3553 m)


Publiziert von alpinos , 3. Juni 2013 um 17:27.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 5 Mai 2013
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV bis Simplon-Hospiz

Traumhafter Tag auf einem traumhaften Berg

Eigentlich war die heutige Tour eine Trosttour für das ausgefallene Skihochtouren-Wochende und die gesamte ausgefallene Skihochtourensaison. Von unseren geplanten Projekten konnten wir diese Saison ziemlich genau gar keines umsetzen. Man rechnet ja nicht damit, dass alle Pläne aufgehen, aber das wirklich gar nichts klappt, das frustriert dann schon ein bisschen. Zumal auch tonnenweise Schnee in den Bergen lag, den man bei dem diesjährigen frühlingshaften Novemberwetter natürlich nicht nutzen konnten. Auf der anderen Seite konnten wir dieses Jahr so viele großartige Skitouren bei besten Schneeverhältnissen unternehmen wie noch nie und die Erinnerungen daran lassen den Ärger schnell vergessen. Und so genossen wir heute diesen einzigarten Skitag - leider der letzte der Saison.



Um kurz vor fünf starteten wir vom Simplon Hospiz (1997 m) in den klaren und kalten Morgen. Die Dämmerung hatte eben begonnen und so fanden wir ohne Probleme den Weg über den harten Schnee am markanten Felsen vorbei zur Querung auf ca. 2350 m Höhe. Der Schnee war hier schon größtenteils abgerutscht, wir konnten aber noch auf Skiern problemlos passieren. Dann ging's steil hinauf zum Homatupass (2867 m), wo uns ein kalten Wind begrüßte. Zügig stiegen wir den Gletscher hinauf zum Breithornpass (3355 m) und fuhren mit Fellen in die weite Gletscherfläche hinein. Nach einem kleinen Anstieg erreichten wir das Skidepot unter P. 3373. Schnell Steigeisen und Pickel montiert, dann stiegen wir durch harten Trittschnee die wenigen Meter hinauf auf den Grat.

Nun begann der bester Teil der Tour: der Aufstieg auf dem perfekten Firngrat zum Gipfel. Bis auf zwei kurze Stellen hatten wir keinen Felskontakt und konnten ohne Mühe auf dem harten Trittschnee dem Himmel entgegen steigen. Was will das Bergsteigerherz mehr? Wir genossen die einzigartigen Tiefblicke und die impossante Kulisse und erreichten schließlich den Gipfel des Monte Leone (3553 m; 9:15 Uhr, 4h15min Aufstiegszeit). Abermals bewunderten wir die tiefverschneite Berglandschaft, bevor uns plötzlich aufziehende Quellwolken einhüllten. Im Wechsel aus Wolken und Sonne stiegen wir wieder zum Skidepot hinab, wo wir die Gipfelrast nachholten.

Zwei Skitouristen und ein Skirennläufer, die vor uns den Gipfel erreichten, waren durch die SW-Flanke abgefahren. Durch den dichten Nebel auf dem Gletscher konnten wir sie nach einer Weile am Fuß der Wand stehend ausmachen; wir stießen bald darauf zu ihnen: der Skirennläufer war durch die gesamte 250 m-Wand inkl. zweier Felsstufen auf den Gletscher gestürzt. Wie durch ein Wunder war er nur mäßig schwer verletzt und ansprechbar. Es brauchte allerdings fast eineinhalb Stunden, bis der Rega-Assistent die Unfallstelle erreicht hatte, da der Helikopter wegen des dichten Nebels nicht laden konnte und eine Bergungsmannschaft organisiert werden musste. An dieser Stelle nochmals die besten Wünsche - wir hoffen, dass es ihm wieder einigermassen gut geht!

Bald darauf konnten wir unseren Aufstieg zum Breithornpass wieder aufnehmen, den wir mit Hilfe der zahlreichen Spuren auch im dichten Nebel wiederfanden. Nun genossen wir die Abfahrt durch den perfekten Sulzschnee hinab zum Simplonpass - wunderbare Momente mit grenzloser Freude.

Tourengänger: alpinos

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Geodaten
 15804.gpx MonteLeone

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