Val Colla integrale 2- Von Treggia zur Capanna San Lucio


Publiziert von Regula52 , 8. Mai 2013 um 01:15.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Sottoceneri
Tour Datum: 3 Mai 2012
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo San Jorio-Monte Bar   Gruppo San Lucio-Monte Boglia 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 300 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:OeV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:keine
Unterkunftmöglichkeiten:Capanna San Lucio
Kartennummer:Auszug aus CD Ticino 1: 25000

Nun ist es wieder so weit. Der Frühling ist da.  Ziemlich genau 1 Jahr, nachdem ich die Tour gemacht habe, komme ich dazu, diese herrliche Tour zu beschreiben. 

In 2012 wanderte ich von Brè  nach Bogno, zum einwandern im Frühling sozusagen.  Die Tour habe ich bereits beschrieben. Val Colla integrale 1.  Auf dieser Tour entstand der unbändige Wunsch das ganze Val Colla abzuwandern.  Bei der ersten Gelegenheit startete ich zu dieser grossartigen Tour von Treggia über San Lucio, wo ich übernachtete nach Porlezza

Da ich lieber auf unmarkierten, oder gar keinen  Pfaden gehe, wählte ich als Ausgangspunkt Treggia. Angereist mit dem ersten Zug nehme ich in Lugano zuerst nicht das Postauto, sondern den lokalen Bus nach  Tesserete. Wenn man das Postauto nimmt, das früher wegfährt, verliert man eine ganze Stunde, da dieses nicht direkt nach Tesserete fährt, sondern durch alle Dörfer kurvt.  Also Nerven behalten und auf den späteren Bus warten. 
In Treggia, einem kleinen Dorf steige ich aus und finde als erstes den Weg nicht. Mein Ziel sind die Monti di Roveredo. Ein alteingesessener  Tessiner erklärt mir den Weg.  Gleich oberhalb des Dorfes findet sich ein schöner alter Weg und dann, wie herrlich, schönste Blumenwiesen.  Nach etwa 5 Minuten treffe ich auf  verträumt schöne Narzissenwiesen.  Der Duft ist einmalig, die Photofreuden auch.  Am liebsten würde ich gleich hier bleiben.  In dem Tempo erreiche ich wohl nicht einmal den Monte Bar. 
Ich reisse mich dann los und gehe bis zum ersten Bach, welchen ich überquere.  Auf der orographisch rechten Seite des Baches finden sich diverse Weglein, die aufwärts führen. Diesen folge ich und zum Teil auch querfeldein, immer dem Bach entlang aufwärts bis zu den Monti di Roveredo.  Unterwegs treffe ich auf Val Colla Ziegen, die mich in die falsche Richtung locken wollen.
Von den Monti di Roveredo  steige ich den Bergrücken hinauf, bid ich den markierten Wanderweg erreiche.  
Jetzt bin ich ausserhalb der Waldzone, der Himmel weitet sich und die  Sicht wird immer weiter. 
Zum Gesang der aufsteigenden Lerchen steige auch ich immer höher. Ich liebe diese braun kahlen Bergrücken im Frühling mit der herrlichen Aussicht.
Kein Mensch, nur Lerchen, gelegentlich der Ruf des Kuckucks.  Ich bin nicht allzu fit.  Soll ich über die Gazzirola oder nicht? Der Hüttenwart der Monte Barhütte, mit dem ich telefoniert hatte, hat mir abgeraten. 
Auf dem Monte Bar treffe ich einen Vater mit zwei kleinen Kindern, die tapfer  den Weg von Corticiasca  gekommen sind. 
Am Himmel braut sich ein Gewitter zusammen. Dieses macht mir den Entschluss einfacher.  Auf der Gazzirola hat es noch recht Schnee. Somit entscheide ich mich für den Weg dem Hang entlang.  Dieser verläuft mehr oder weniger horizontal von der Alpe Pietrarossa zur Capanna  San Lucio und ist in sehr schönem Zustand.  In einem der Tobel hat es eine Schneebrücke. Da muss ich aufpassen. Ich sehe tiefe Löcher, in die Vorgänger gefallen sind. Den Spuren nach waren es aber Mountainbiker, die sich an ihren Velos festhalten konnte. Ueberall prasselt Gewitterregen nieder, nur mich verschont es. 
Gegen Abend komme ich nach San Lucio. Ich habe mich in der Capanna auf Schweizer  Seite angemeldet. Ich werde sehr herzlich empfangen.  Einige Einheimische, die dann wieder gehen. Der Hüttenwart ist neu. Davide, ein junger Mann träumte immer davon, auf dieser Hütte Hüttenwart zu sein und dieses Jahr ist der Traum in Erfüllung gegangen.  Es stellt sich heraus, dass ich die allererste Besucherin bin.  Ich kriege ein schönes kleines Zimmer mit zwei bequemen Betten. Wirklich gemütlich. Und dann kommt der Höhepunkt. Es gibt Risotto. Rosmarinrisotto  mit frischen Kräutern und lokalen Käsesorten.  Es ist das beste Risotto, das ich je gegessen habe.  Auch der Käse war von ausserordentlicher Qualität. Dann gab's noch hausgemachten Kuchen und feinen Kaffee.  Alles zu sehr günstigen Preisen. 
Also diese Hütte kann ich nur empfehlen. Kulinarisch excellent. Dabei muss ich noch gestehen, dass ich sehr gern gut esse und extrem heikel bin.  Den Abend verbrachte ich mit seiner Mutter mit sehr interessanten Gesprächen. 

Vogelkenner mögen doch bitte die Photos anschauen und mit ihre Meinung mitteilen. Ich beobachtete ein Vogelpaar im Rüttelflug. Ich habe meine Vogelbücher konsultiert und komme am ehesten auf den Merlin.  Dieser scheint aber in der Schweiz nicht zu brüten. Was meint ihr?

Tourengänger: Regula52

Galerie


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