BAM


Publiziert von Henrik , 18. Dezember 2012 um 11:59. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Waadt » Waadtländer Jura
Tour Datum:29 November 2012
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VD 
Strecke:Für 1 1/2 h essen 4 1/2 h bahngefahren, ein Weg!
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Unterkunftmöglichkeiten:Vallée du Joux
Kartennummer:Ein Tablet ;-) - ja, jetzt hat er auch eins!


... bevor die wie vom Bundesrat unlängst eingeschätzten angeblich unrentablen Linien verschwinden, erweisen wir ihnen die Ehre. Zudem...wünschte sich Tobi ihm unbekannte Linien zusammen mit mir zu erkunden. Und zu speisen.  Wieder ein Bahntag. Ein Donnerstag, fast ein in der Mitte der Woche Tag und ein Speisetag! Ich begab mich nach Luzern, frühmorgens und traf Tobi im Bahnhof Buffet, das über die Rolltreppe oder mittels Aufzugs zu erreichen ist. Wir taten uns Gutes an, tranken etwas Warmes, denn draussen zog der Winter in die Schweiz ein, griffen zu den Jacken und spazierten zum bereit stehenden Zug nach Bern – durchs Entlebuch und das Emmental. Durch ein hoch verschneites, mit widrigen Umständen für alle Verkehrsträger. Wir trafen märchenhafte Stimmungen an, grosse Tropfen hingen an den Panorama-Fenstern und der Schnee verschluckte das Schwellenhopsen. Ankunft in Bern auf Gleis 2. An Gleis 4 übernahm der Doppelstöcker nach Lausanne.
 
... das Lavaux empfing uns nicht mit Schneefülle, aber in Monochromie. Der Lac Léman wirkte gefroren, seine Oberflächenfarbe grau. Es sah aus wie ein grosses Meer.
 
... die wenigen Meter von Lausanne nach Morges bewältigte der InterRegio zügig – die parallel zum Trasse verlaufende Autobahn kenne ich durch meine Liebhaberei zum British Car Classic natürlich sehr gut, denn da war ich zuletzt am 6. Oktober d. J. mit dabei, mit dem Range Rover Classic. Wir „lungerten“ infolge eines kurzen Aufenthaltes von 20 Minuten auf dem Bahnhofsareal herum, noch stand unser „grünes Bähnli“ nicht parat. Dieses führt nur eine 2. Klasse, und alles ist eine Kleinigkeit zu eng. Schüler, die nach Hause drängen, Frauen mit grossen Einkaufstaschen und eben zwei hungrige Reisende aus der Deutschschweiz setzten sich hinzu.
 
... ESCAPADES GOURMANDES ist zu lesen auf der Homepage der MBC, vormals BAM. In Bière befinden sich ein grosser Truppenübungsplatz und eine Kaserne des Bundes. Daher erfolgen auch immer wieder militärische Verschiebungen auf der Schiene. Und dies vor prominenter Kulisse wie ein beigefügter Link  verdeutlicht – dort in Vufflens-le-Château isst man übrigens auf höchstem Niveau.
 
... etwas gewöhnlicher und banaler ergeht es uns, nachdem wir in Apples auf die Verbindungslinie nach Pampigny umgestiegen sind. Hier verlassen wir das fast an eine Spielzeugbahn gemahnende Fahrzeug und kaum den bescheidenen Bahnhofsplatz berührt, weht uns ein eisiger Wind an die Backen. Jacke und Schal zurechtgeschoben, spazieren wir die wenigen Meter hinan zur warmen Stube des Hotels du Chêne im Zentrum des Ortes. Im zweigeteilten Erdgeschoss kann entweder im Stil „Fin-Siecle“ diniert werden oder wie wir und Berufsleute an einfachen Bistrotischen. Das Atmosphärische schaffen die verzierten Wände mit unzähligen Kleinstplakaten in Holzrahmen: Sparte Gauloise, Automobiles und 68-er – Eingeweihte wissen wovon ich spreche, siehe z. B. auch hier!  Lokalitäten wie diese kann ich der hikr.-Community unbedingt ans Herz legen.
  
... wie gerufen kommt uns die „überschüssige“ Zeit, mit der wir von Pampigny noch nach L’Isle Mont-la-Ville fahren – die Wagen der BAM sind wie kleine Museen, dringender Besuch empfohlen, denn sollte sich die Rechnungsüberprüfung des Bundes bewahrheiten, verschwindet wieder ein Original, das gewiss nie mehr diese Atmosphäre atmen wird.  Es finden sich noch Bilder in den Fahrgasträumen, oder Holzbänke wie in Gefängnissen oder überdimensionierte Haken für Fahrräder, wohl als es noch Raleighs gab...Ein Bild beeindruckte uns auch deshalb, weil es einen Triebwagen im Schneegestöber zeigt, im Jura der 1960-er-Jahre. Nicht nur Bahnenthusiasten legen wir die MBC/BAM ans Herz – auch Wanderziele gibt es zuhauf. Stille garantiert, Mörser und andere Blindgänger haben wir trotz der Nähe des Truppenübungsplatzes nicht vernommen.
 
... und noch was: der Mont Tendre (1679 m), der höchste Jurassier, trennt das Becken hin zum Lac Léman und zum Vallée du Joux, Uhrenindustrie im Aufwind und Gourmessa in bester Erinnerung. Dahinter das weitläufige Grand Risoux und la France!
  


Baikal-Amur-Magistrale - Bière-Apples-Morges = BAM

Tourengänger: Henrik , Tobi

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (4)


Kommentar hinzufügen

Sputnik Pro hat gesagt: Baikal-Amur-Magistrale - Bière-Apples-Morges
Gesendet am 18. Dezember 2012 um 20:15
Wobei ich mich auch über einen Bericht aus Sibirien gefreut hätte :-)

Henrik hat gesagt: RE:Baikal-Amur-Magistrale - Bière-Apples-Morges
Gesendet am 18. Dezember 2012 um 21:16
Wir waren soweit nicht davon entfernt...noch können die Rekorde in La Brévine gebrochen werden.

Sputnik Pro hat gesagt: RE:Baikal-Amur-Magistrale - Bière-Apples-Morges
Gesendet am 20. Dezember 2012 um 10:54
Immerhin war ich schon einmal im Sibirien der Schweiz als es richtig kalt war:

www.hikr.org/tour/post11249.html

Zaza hat gesagt: Pampig in NY
Gesendet am 19. Dezember 2012 um 06:50
Das Chêne ist übrigens auch im neuen, sehr schönen Beizenführer "Eine Runde Schweiz" von Martin Jenni lobend erwähnt. Sieht wirklich lauschig aus!

LG, zaza


Kommentar hinzufügen»