Stanser Joch (2.103 m) und Ochsenkopf (2.148 m) - von Maurach nach Stans/Schwaz


Publiziert von dulac Pro , 5. Dezember 2012 um 12:56.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Tour Datum:24 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 7:15
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:Maurach-Hauptschule - Weissenbachalm - Weissenbachsattel - Sattel zw. Stanser Joch und Ochsenkopf - Ochsenkopf - Stanser Joch - Stanser Hochleger - Stanser Niederleger - Maria Tax - Stans Bahnhalt - Schwaz Bahnhof
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bus von Jenbach
Zufahrt zum Ankunftspunkt:OeBB Stans bzw. Schwaz
Kartennummer:Kompass 1:50.000 Rund um Innsbruck

Beim Vorbeifahren mit dem Zug war er mir mehrmals aufgefallen, der langgestreckte Grat vom Ochsenkopf zum Stanser Joch, nach Süden ausgerichtet, und wie es vom Inntal aussah, weitestgehend schneefrei. Einen ersten Versuch, wenige Tage zuvor, von Jenbach aus über den Grat hatte ich abgebrochen. Es war damals nicht mein Tag und ich war unzureichend vorbereitet. Jetzt also der zweite Versuch und ich hatte zuvor noch die Berichte von maxl *hier und tef *da gelesen.
 
Vom Bahnhof Jenbach mit dem Bus nach Maurach Haltestelle Hauptschule. Von dort zur Lärchenwiese und ins Weissenbachtal. Der Fahrweg tatsächlich so langweilig wie beschrieben. Die Weissenbachalm ist nach ca. anderthalb Stunden erreicht. Der knapp 100 m höher gelegene Weissenbachsattel in weiteren 10 Minuten.

Jetzt wendet sich der Aufstieg nach links, aus dem Forstweg bis zur Weissenbachalm ist ein Bergweg geworden und der ist ab dem Sattel überwiegend schneebedeckt. Dennoch ist er gut zu begehen, der Schnee ist fest und die Profilsohlen finden zumeist guten Halt. Im oberen Teil des Weissenbachkars wird der Schnee etwas tiefer. Ich bin versucht diesem Abschnitt auszuweichen und steige davor eine weitgehend schneefreie Flanke hoch. Doch bald muß ich erkennen, daß die Erwartung, auch so auf den Grat zu gelangen, trügerisch war. Also wieder zurück und auf der Normalspur bis zum Sattel hinauf.
 
Nach 3 1/4 Stunden seit dem Start in Maurach dort erstmals Aussicht hinab ins und über das Inntal hinweg. Allerdings dem Wind ausgesetzt, der hier und heute kräftig bläst.
 
Nun bin ich also auf dem Grat und entschließe mich zunächst bis zum Ochsenkopf weiterzuwandern. Aus der Ferne erkenne ich einen Wanderer auf dem Gipfel, einen der wenigen, die heute unterwegs waren. Bis ich dahin komme, ist er allerdings schon wieder auf  der Gegenseite abgestiegen.
 
Dann das Gipfelpanorama genossen und die entsprechenden Fotos bereits hier geschossen. Erstens ist der Ochsenkopf der höhere der beiden und zweitens nicht von unschönen Lawinenverbauungen verunstaltet.
 
Danach den Grat entlang wieder zurück, zunächst bis zum Sattel und dann weiter bis zum Gipfel des Stanser Jochs. Die Aussicht nach Süden ist auch von hier beeindruckend, doch das Umfeld mit den Lawinenverbauungen und weiteren technischen Installationen törnt doch eher ab. Das Brot zu Mittag hatte ich ohnehin bereits während der Wanderung über den Grat vervespert, deshalb konnte ich es hier bei einer kurzen Rast bewenden lassen. Mal eben im Gipfelbuch eingetragen und kurz danach mit dem Abstieg begonnen. Zunächst hinab zum Hochleger.
 
Beim Hochleger sollte lt. Karte der Fußweg hinab nach Stans beginnen. War dort auch ausgeschildert und markiert. Kurze Zeit danach, mal eben hatte ich die nächstfolgende Markierung nicht entdecken können, folge ich einer langgestreckten Schneise durch den Latschenwald, von der ich annehme, daß dies natürlich das Trassee sein muß oder zumindest bald wieder auf die markierte Spur führen müsse.
 
Doch dann endet die Schneise in einem latschenüberwachsenen Bachbett. Ich folge ihm zunächst ein kurzes Stück, nur um erkennen zu müssen, daß es sinnlos ist, hier weiter zu gehen. Also Eingeständnis, dies war ein Verhauer, und die bereits vernichteten knapp 100 Höhenmeter wieder zurückgespult.
 
Schon entschlossen, mich einem derart unzuverlässig markiertem Bergweg durch den Latschenverhau nicht erneut anzuvertrauen und statt dessen der Fahrstraße zu folgen, treffe ich auf eine kleine Gruppe von Einheimischen. Mit ihrer Hilfe erkenne ich jetzt meinen Fehler: Da war noch eine andere parallele Schneise, die ich übersehen hatte, ebenso wie die etwas weiter entfernte Markierung an ihrem Beginn.
 
Jetzt war alles klar, der weitere Abstieg tatsächlich bestens markiert. Erst kurz vor Stans wieder eine Unklarheit. Hier spielte mir mein Bauchgefühl jedoch keinen weiteren Streich und kurze Zeit später war ich wieder auf einem bezeichneten Weg.
 
Jetzt mußte ich nur noch zur S-Bahn-Haltestelle, die etwas außerhalb des Ortes liegt. Die Richtung war klar, doch mangels Hinweisschildern geriet ich auf einen Weg, der nicht geradewegs auf die Bahnlinie zusteuerte, sondern zu einer Art Wall führte. Ihm mußte ich erst ein gutes Stück parallel zur Bahnlinie folgen bis ich ihn bei einer Unterführung durchqueren konnte und anschließend diese Strecke in entgegengesetzter Richtung wieder zurückgehen konnte. Das Ganze unnötig zeitraubend! Mit der Folge, einige wenige entscheidende Minuten zu verlieren und den S-Bahnhalt eben erst dann zu erreichen als die Bahn sich gerade wieder in Bewegung setzte.
 
Ich hatte wenig Lust, an diesem wenig attraktiven S-Bahnhalt eine ganze Stunde zu verbringen, Wirtshaus war weit und breit ebenfalls keines zu sehen. Schnell war mir klar, ich würde statt dessen dem Inn entlang bis Schwaz weiterwandern. Eine Dreiviertelstunde sollte es dauern, also mit ausreichend Puffer um ein ähnlich unerfreuliches Erlebnis wie eben nicht zum zweiten Mal zu erleben.
 
Obwohl dieses Wegstück auch zum Inntal-Radweg gehört, ist sein Charme eher begrenzt: Direkt an den Fluss kommt man nur selten heran und die Landseite ist teilweise gesäumt von wenig attraktivem Industriegelände. Zumindest für die nächste S-Bahn war ich jedoch rechtzeitig.
 
Bei einem eventuellen nächsten Mal würde ich es jedoch – statt durch das Weissenbachtal - noch einmal mit dem Aufstieg von Jenbach über den Grat versuchen. Auch wenn dieser Weg teilweise sehr steil und – zumindest im Herbst durch das viele Laub – sehr rutschig ist, sowie - nicht zu vergessen – weitere 400 Höhenmeter erfordert (geschätzt vermutlich T3). Und im Abstieg würde ich die verschenkte Stunde von Stans nach Schwaz eher dafür verwenden, den auf der Karte verzeichneten Steig von St. Georgenberg durch die Wolfsklamm zu suchen und hoffentlich auch zu finden.
    

Tourengänger: dulac

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