Marathon im Nationalpark


Publiziert von Salerion , 8. Oktober 2012 um 20:56.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum: 8 Oktober 2012
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1650 m
Abstieg: 1950 m

Nun ist also auch mein Engadin-Weekend zu Ende. Am Wochenende fanden im Engadin zwei tolle OL’s statt. Dies wollte ich dazu  nutzen, gleich noch einen Wandertag anzufügen. Also bin ich vom Zielort in S-Chanf in einem leichten Sonntagsnachmittags-Spaziergang (45 Minuten) zur Parkhütte Varusch im Val Trupchun geschlendert. Nach gutem Nachtessen gings bei Zeiten zu Bett. Bereits um 4.45 Uhr ging der Wecker. Ich labte mich am Frühstück, das mir die Hüttenwartin freundlicherweise bereits am Vorabend gerichtet hat. Und um 5.20 gings los: Mit Stirnlampe bewaffnet schritt ich in die sternklare Nacht. Immer mal wieder reflektierten gelbe Augenpaare von Wildtieren. Nach 3 Stunden war die Fuorcla Val Sassa erreicht. Der oberste Teil wurde am Sonntag leicht überzuckert. Entsprechend grimmig kalt war es. Trotz des Schnees stellte der Aufstieg keinerlei Probleme dar. Auch im Dunklen war der weiss-blau-weiss markierte Weg gut erkennbar. In der Dämmerung zeigte sich die gesamte Pracht an Pastellfarben am Himmel. Die Berge wurden allmählich in zartes Sonnenlicht getaucht. Überragend dabei das gesamte Berninamassiv. Nach kurzer, eisiger Rast gings an den Abstieg durchs Val Sassa. Diese Seite ist eher sparsam markiert. Ab und an habe ich den Weg verloren (von wegen „im Nationalpark muss man auf den Wegen“ bleiben). Die Orientierung hingegen ist ganz einfach: immer nur das Tal runter. Irgendwann trifft man die Wegspuren schon wieder. Im oberen Teil sind 9 Gämsen zu sehen. Die Landschaft ist urtümlich, wild und sehr fotogen. Hat man den Talgrund endlich erreicht, verläuft der Weg im stetigen auf und ab westlich des Ova da Cluozza, mal über riesige Schuttfächer, dann durch Legföhren und durch goldgelben Lärchenwald. Nach 2 km wechselt man die Bachseite und steigt wieder hoch zur Cluozza-Hütte. Gestärkt mit Nusstorte geht’s dann wieder runter zum Ova da Cluozza, der nun wieder gequert wird. Hier folgt nun das härteste Stück, nachdem man schon 5.5 Stunden unterwegs ist. Es geht nochmals 350m rauf und dann wieder 700 m runter nach Zernez. Das Ziel ist nach knappen 8 Stunden und 22km mit ca. 1650m Steigung und ca. 1950 Abstiegsmetern erreicht.
Es ist eine absolut geniale, aber sehr lange Tour durch einen sehr einsamen Winkel der Schweiz. Bezüglich der technischen Schwierigkeiten ist eine Stelle beim Aufstieg durchs Val Trupchun als T3 zu bezeichnen. Ansonsten würde ich die Wanderung als T2 bezeichnen. Schwierig und nicht zu unterschätzen ist hingegen die Länge der Tour.

Tourengänger: Salerion


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