Pigne de la Lé (3396m) - Mit dem Zelt durch das Val de Moiry


Publiziert von DonPico , 7. Oktober 2012 um 00:22.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:30 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 4 Tage
Aufstieg: 3400 m
Abstieg: 3000 m
Strecke:Evolène - Pas de Lona - Sex de Marinda - Lac de Bayenna - Pigne de la Lé - Lac de Bayenna - Col du Tsaté - La Fourclaz
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Auto: Stuttgart - Schaffhausen - Bern - Lötschbergtunnel - Evolène
Unterkunftmöglichkeiten:Cabane de Moiry
Kartennummer:LKS 1:25000, Nr. 1307 (Vissoie) und Nr. 1327 (Evolène)

Allgemeines:

Die Tour habe ich mit einem Freund gemacht, wir waren mit Zeit und Kocher unterwegs.

Anfahrt:

Mit dem Auto aus dem Stuttgarter Raum über Schaffhausen, Bern, den Lötschbergtunnel nach Evolène. Geparkt haben wir an dem großen Parkplatz am Ortsausgang.

Tourenbeschreibung:

1. Tag:

Start war am frühen Nachmittag. Wir hatten uns vorgenommen, noch bis zum Pas de Lona aufzusteigen. Laut Karte ist das Gelände vor und nach dem Pass recht flach und schien uns deshalb zum Zelten geeignet.

Es war ziemlich heiß, und die 1200 Höhenmeter Aufstieg entpuppten sich als ziemlich schweißtreibende Angelegenheit. Ich spürte bereits kurz nach dem Start, dass ich offenbar Blasen an die Füße bekam, und als ich ein Pfalster aufkleben wollte, war es bereits zu spät. Mit diesem Thema laborierte ich die ganzen vier Tage. Das war deshalb seltsam, da ich das Blasen-Problem davor und danach in den Schuhen nicht mehr hatte.

Der Weg führt nördlich von Evolène zunächst durch offenes Gelände, unterhalb der kleinen Siedlung Fourcla befindet dann das erste steilere Stück. Kurz nach der Siedlung kommt man in ein Waldstück. Zunächst verläuft der Weg weiter in nörliche Richtung, und biegt dann ab nach Osten. Kurz darauf erreicht man die Baumgrenze. Nach der Querung des Grand Torrent erreicht man L'A Vieille. Von dort aus sind es noch ca. 30 Minuten zu einem flachen Geländestück auf etwa 2500m unterhalb des Passes, welches wir als Zeltplatz wählten.

2. Tag:

Nach dem Frühstück überquerten wir den Pass und gingen danach durch den weiten Kessel, in Richtung auf den Pass Basset de Lona bzw. den Berg Sex de Marinda zu, dessen Gipfel (2906m) man vom Basset de Lona in 15 Minuten erreicht.  
Von dort sieht man zum ersten Mal in den verblüffend grell türkisfarbenen Moiry-Stausee und weiter bis ans Ende des Moiry-Hochtals. Der Endpunkt des Tals wird vom Grand Cornier (3961m) markiert.

Nach kurzer Fotopause auf dem Gipfel stiegen wir etwa 400 Höhenmeter in südlicher Richtung ab, bis wir zur Alpage de Torrent - oberhalb des Moiry-Stausees gelegen - kamen. Unsere Hoffnung auf ein Radler oder eine Buttermilch zerschlug sich dort schnell; im Hochtal von Moiry gibt es nicht viele Gaststätten. Wenn man's weiß ist das auch in Ordnung. Wir lernten schnell.
Wir machten kurz darauf im Gelände eine längere Pause und gingen danach noch etwa 90 Minuten weiter, der Weg verläuft hier immer auf etwa 2500m.

Dann war der zweite Zeltplatz am schön gelegenen Lac de Bayenna erreicht. Da die meisten Besucher der Moiry-Hütte über die andere Talseite aufsteigen, ist der Lac de Bayenna nicht sehr stark frequentiert.
Wir schlugen dort das Zelt auf und genossen den Blick auf den Pigne de la Lé, das für den Folgetag anvisierte Ziel.

3. Tag:

Wir bauten das Zelt ab und versteckten es hinter einem größeren Felsen am Lac de Bayenna. Dann gingen wir weiter Richtung Talende. Der Weg stößt nach etwa zwei Kilometern auf die Moräne des Moiry-Gletschers. Über diese betritt man den Gletscher gegenüber der Cabane de Moiry (2825m), die sich auf der anderen Seite etwa 300 Meter oberhalb des Gletschers befindet. Die Querung ist unproblematisch. Etwa zwei Stunden nach dem Aufbruch erreichten wir die Hütte. Dort machten wir eine kurze Rast und holten das entgangene Radler nach. Zu der Zeit befand sich die Hütte in Erweiterungsbauarbeiten und es flogen viele Hubschrauber heran und brachten Baumaterial.

Wir setzten den Weg fort. Dieser verläuft nun durch Geröll in südöstlicher Richtung. Über den Weg erreicht man in etwa einer Stunde ohne Gletscherberührung den Col du Pigne auf 3141m Höhe. Jetzt setzt man den Weg auf dem Grat fort. Hier wechseln sich leichte Kletterstellen bis maximal II ab mit Gehgelände. Für Aufstieg zum Gipfel muss man ab dem Col etwa vierzig Minuten rechnen. Der Pigne de la Lé besitzt einen doppelten Gipfel. Um vom Endpunkt des Grates den höheren der beiden Höcker zu erreichen, muss noch ein kleines Eisfeld gequert werden. 

Von oben hat man einen schönen Blick auf die Zermatter 4000er, besonders schön zeigen sich Ober Gabelhorn (4063m) und Weißhorn (4505m). Im oberen Zinaltal fließt der Glacier de Zinal.

Den Rückweg absolvierten wir wie den Hinweg (inkl. Radler) und am Lac de Bayenna bauten wir dann das Zelt wieder an der gleichen Stelle auf. 

4. Tag:

Den vierten Tag begannen wir mit der Überquerung des Col du Tsaté, der über einen Weg erreicht wird, der vom Lag de Bayenna nach Westen verläuft. Von dort stiegen wir 1100 Meter nach La Fourclaz ab. Dort hatte sich dann - nach drei sehr schönen Tagen - das Wetter eingetrübt, und so verließ uns die Lust, die restliche Strecke nach Evolène zu Fuß zurückzulegen.

Rückfahrt:

Stattdessen warteten wir auf den Postbus, dieser brachte uns zurück nach Evolène. Von dort fuhren wir mit dem Auto nach Hause.

Fazit:

Sehr empfehlenswerte und abwechslungsreiche Tour in einem Gebiet, das nicht überlaufen ist.
 

Tourengänger: DonPico

Galerie


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