Über neun Gipfel - Nagelfluhüberschreitung (fast)


Publiziert von steinziege , 7. August 2012 um 21:35.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 2 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Aufstieg: 1265 m
Strecke:ca. 12,5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Immenstadt, Talstation der Mittagbahn
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit Bus nach Oberstaufen, von dort mit Bahn nach Immenstadt
Unterkunftmöglichkeiten:Staufner Haus (seilbahnmäßig übervölkert, ansonsten empfehlenswert)
Kartennummer:Topographische Karte (Landesvermessungsamt Bayern) Allgäuer Alpen 1:50000

Zu beschreiben gibt es eigentlich nicht viel - es geht immer am "Grat" entlang, von Gipfel zu Gipfel, recht gut ausgeschildert ist es obendrein.

Da wir anreisebedingt erst gegen 11 Uhr starten konnten, benutzten wir ausnahmsweise die Aufstiegshilfe, die Mittagbahn. Oben fanden wir uns erwartungsgemäß in einer Art  Völkerwanderung über Wege, die man getrost als Kurpromenaden bezeichnen kann, Richtung Steinberg.  Dort verlief es sich vorläufig, weil  nur die wenigsten von der netten Kurzweil der Leiter kosten mochten. Oben traf dann alles wieder zusammen: die übliche Volksversammlung an einem seilbahnnahen Gipfel.

Das war es dann aber auch - den Rest der Tour hielten sich Begegnungen sehr im Rahmen.
Der Steig ist schön geführt, mit gelegentlichen, manchmal seilversicherten Kraxeleinlagen (z.B. beim Aufstieg zum Stuiben und beim Übergang zum Buralphorn, wenn ich mich recht entsinne)  über Nagelfluh und einigen Steilstücken, deren steilen Lehm ich bei Nässe lieber nicht unter den Füßen haben möchte. Die größte Schartenhöhe weist der Aufstieg zum Rindalphorn mit ca. 270 m auf, der uns - es war schwülheiß und wir hatten schon etliche Gipfel hinter uns - noch einmal ordentlich zum Schnaufen brachte. Andere Gipfel der Kette werden auf netten Graspfaden überschritten, westlich vom Rindalphorn weideten Rindviecher und Pferde einträchtig beisammen. Die Geologie bietet immer wieder eindrucksvolle Blicke auf den "Herrgottsbeton" als solchen oder auf die schräg gestapelten Nagelfluhschichten z.B. des Rindalphorns.

Als wir den Gipfel des Hochgrat erreichten (1834m), leuchtete im Westen der Bodensee derart in der tiefstehenden Sonne, dass wir es anfangs gar nicht als Landschaft identifizierten, sondern für den Abendhimmel im Sonnenuntergang hielten...

Seelekopf, Falken, Häderich waren an dem Tag aufgrund des späten Starts für uns nicht mehr zu schaffen, wir schliefen gut auf dem Staufener Haus.
Am nächsten Tag wurde leider auch nichts aus der Runde über die westlichen Gipfel der Kette, da alles nach einer verregneten Nacht in dickem Nebel steckte - nassen Nagelfluh stelle ich mir ziemlich rutschig vor, und gesehen hätte man rein gar nichts, also Abstieg.

Den Rest des Tages verbrachte ich im Kampf mit den Verkehrsbetrieben... Bus nach Oberstaufen und Bähnle nach Immenstadt klappten ja einwandfrei, aber die nächste bayernticketfähige Verbindung nach Nordbayern war umständlich und dauerte fast 5 Stunden, und die spätere Direktverbindung (2,5h...), die ich bei anständigem Wetter hätte nehmen wollen, fiel aus (da wäre ich schön aufgelaufen!), weil an der Strecke Immenstadt-Kempten gerade gebaut wurde...
Soviel zu Bergtouren mit ÖPV.


Tourengänger: steinziege

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