Piz Val Pintga


Publiziert von PStraub , 19. Juli 2012 um 13:20.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:12 August 2003
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-UR   Claridengruppe   CH-GL   Ortstockgruppe 
Zeitbedarf: 10:00
Strecke:Klausenpasshöhe - Chammlijoch - Planurahütte
Kartennummer:1193

Bericht einer alten Besteigung im Hitzesommer 2003, weil die Planung dieser Tour "on the spot" über den Haufen geworfen werden musste.
 
Im Rahmen der Recherchen für den SAC-Führer am Morgen sehr zeitig ab der Klausenpasshöhe auf der Normalroute via Chammlijoch zur Planurahütte. Dort erwartete ich den Hüttenwart zu treffen, um mit ihm "schnell" den Piz Val Pintga zu besteigen. Das ist ab dort in rund drei Stunden hin und zurück gut möglich.
Eine Begleitung brauchte ich nur schon wegen des am Hang dort recht spaltenreichen Hüfifirns.
Doch einmal mehr hatte der betreffende Hüttenwart die Hütte seinen Helferinnen überlassen und war weiss Gott wo anderweitig beschäftigt.
 
So weit, so schlecht. Mit ungutem Gefühl zog ich halt alleine los und traversierte die Spaltenzone mit grosser Vorsicht, um anschliessend zur Fuorcla Val Pintga aufzusteigen. Das geht recht einfach, und auch der anschliessende Grat ist bis zum Schlussaufstieg etwa ein WS.
 
Die restlichen paar Meter zum (weniger hohen) östlichen Gipfel (P. 2952), der Gipfelstein selber und die Fortsetzung zum Hauptgipfel stellen jedoch hohe Ansprüche an Klettertechnik und -ausrüstung. Das ist keineswegs ein WS gemäss damaliger Literatur, das ist mindestens im oberen ZS, wenn nicht sogar stellenweise als S einzustufen.
 
Allein unterwegs und dafür nicht ausgerüstet, gebe ich den Plan, zum Hauptgipfel P. 2957 zu gehen, auf, steige zur Fuorcla Val Pintga zurück und besteige anschliessend den Heimstock via Normalroute durch die Westflanke (R. 463).
 
Das geht vergleichsweise einfach. Es ist ein recht steiler Schutthang/-grat; an den Stellen, wo einem Platten den Weg versperren, weicht man seitlich aus. 
Der Heimstock ist gleich in zweifacher Hinsicht ungewöhnlich: Einerseits ist er nach einer Person benannt (Albert Heim, ein bedeutender Geologe, der durch sein Beharren auf der 'Doppelfalten'-Theorie fast zur tragischen Figur geworden wäre). 
Und durch ein Mitglied der Erstbesteigergruppe: Karbir Singh, ein Gurkha (Mitglied einer indischen Eliteeinheit des englischen Kolonialregimes). Dass Engländer bei uns Erstbesteigungen machten, war normal, aber dass sie auch noch ihre Mannschaft aus den Kolonien mitbrachten, war doch aussergewöhnlich.
 
Ich hoffe, den ganzen Grat von der Fuorcla da Cambrialas bis zur Fuorcla Val Pintga gelegentlich begehen zu können. 
Obwohl die Berge dort herum leicht erreichbar wären - immerhin liegen Hüfi- und Planurahütte ganz in der Nähe - haben Heimstock und Piz Cambrialas nur ganz wenige Besteigungen. Und vom Piz Val Pintga weiss ich von überhaupt keiner.

Tourengänger: PStraub


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