Tälihorn und Wissberg anstatt Piz Platta


Publiziert von KraxelDani , 3. August 2012 um 14:12.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Avers
Tour Datum:15 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 13:00
Aufstieg: 1775 m
Abstieg: 1825 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Postauto nach cff logo Avers, Juppa
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Postauto ab cff logo Avers, Cresta
Kartennummer:1:25'000: 1256 Bivio, 1255 Splügenpass

Bei Nebel und Schneetreiben macht ein Gipfel mit prächtiger Rundsicht wie der Piz Platta keinen Spass! So sind wir vorher umgekehrt. Beim heutigen Wetterbericht wäre alles möglich gewesen. Aber nun der Reihe nach:

Der Start beginnt viel versprechend: Beim Aufstieg lockern sich die Wolken. Wir gehen von Juppa über Alpweiden und Punkt 2321 zum Jupper Oggsaalpelti. Das Gras ist teilweise recht hoch und vor allem triefend nass von Tau und Regen. Ein erster Härtetest für unsere Schuhe. Mit einem abrupten Wechsel von den saftigen Wiesen in die Steinwüste queren wir oberhalb der Bandseen Richtung Bärgglafurgga. Es wird immer nebliger, und somit ist gute Orientierung nötig, um den richtigen Aufstieg zur Furgga zu finden. Er ist steil und eher mühsam über nasses Geröll. Es beginnt zu schneien. Wir sind froh, die Bärgglafurgga zu erreichen.

Wir möchten doch noch etwas weiter gehen, vielleicht wird es ja wieder besser. Trotz Schneefall wird es manchmal etwas heller, als würde demnächst die Sonne durchdrücken. Obwohl wir eigentlich im Groben dem Grat entlang aufs Tälihorn steigen, ist die Orientierung im dichten Nebel weiterhin anspruchsvoll. Auf dem Gipfel gibt es eine mässig gemütliche Mittagspause. Das Wetter bessert nicht und wir geben auf. Bei solch dichtem Nebel lohnt sich der Piz Platta einfach nicht.

Auch der Rückweg zur Bärgglafurgga ist nicht einfach zu finden, immer noch herrscht dichter Nebel. Unterhalb der Furgga kommen wir unter die Wolkendecke und sehen den oberen Bandsee, unser nächstes Ziel für eine Pause mit einigen Sonnenstrahlen. Die Wolken scheinen sich nun doch zu verziehen.

Wenn ich schon da bin, gäbe es ja vielleicht noch einen anderen Gipfel. Schon länger hat mich von weitem der Wissberg fasziniert. Die anderen möchten jedoch lieber nach Hause. So verlängere ich die Tour für mich alleine. Ein direkter Aufstieg zum Inner Wissberg scheint schwierig. Underdessen weiss ich mehr. Bis zur Tälifurgga führt ein offizieller Bergwanderweg. Er dürfte wieder mal frisch markiert werden, aber ohne Nebel kann nicht viel schiefgehen. Auf der Tälifurgga gibt es schon diverses Gestein, und ich lasse meinen Rucksack hier zurück. Die Wolken sind wieder nahe.

Als erstes erwische ich beim Aufstieg den Wegspuren entlang die nächsten Gipfel, es ist der unbeschriftete Gipfel 2981 müM. und zuerst ein Vorgipfel von ihm. Hier bin ich im dichten Nebel. So hell wie der Nebel ist auch das Gestein am Boden. Gespannt sehe ich nach, ob eine Querung nordwestwärts zum nächsten Punkt 2997 müM. möglich ist. Leider gibt es da einen abrupten Abbruch. Alleine im Abstieg (und Nebel) sehe ich da kein Durchkommen. So kehre ich um und gehe nach Süden Richtung Mittler Wissberg. Der Grat wird immer spitziger und gegen Schluss steigt er auch wieder an. Das gibt eine schöne Kraxelei. Oben ist der Mittler Wissberg wieder flach, die Wolken lichten sich und geben die Sicht zum Inner Wissberg frei. Aus Zeitgründen hätte ich hier umkehren wollen, als ich aber die schöne Strecke dorthin sehe, packt es mich und ich gehe noch weiter. Beim Inner Wissberg wird die Sicht noch besser und gar der Piz Platta ist in Umrissen zu sehen.

Es wird Zeit für den Rückweg, via Mittler Wissberg (mit Fotohalt) komme ich wieder zur Tälifurgga. Etwas überraschend treffe ich hier jemanden, der auch alleine unterwegs ist. Wir gehen ein Stück gemeinsam. Der weitere Abstieg nach Cresta gibt dann nochmals einige Abwärtshöhenmeter.


Schwierigkeit: oberer Bandsee - Bärgglafurgga -Tälihorn sowie Nordgrat Mittler Wissberg: T5, Rest T3/T4.

Unterwegs von 07:15 bis 18:20 Uhr.
Tour zuerst mit 5 Personen, die Wissberggipfel im Alleingang.

2. Tag von 3 Tagen in Juppa. Hier die weiteren Touren:
- 1. Tag: *Tscheischhorn als "Nachmittagswanderung"
- 3. Tag: *Piz Piot Rundtour von Juf



Allgemeine Hinweise zu meinen T4/T5-Touren:
Eine Nachahmung dieser Touren erfolgt auf eigenes Risiko. Gerne darf man mich vorher (oder auch nachher) kontaktieren. Abschnitte ohne Markierungen / Pfadspuren können auch mit Beschreibung schwierig auffindbar sein und teilweise habe ich sie in früheren Touren rekognosziert. Grundsätzlich bin ich ohne Kletterausrüstung unterwegs und eher bei trockenen Verhältnissen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf ein Echo!
Sende mir eine Nachricht über hikr.org oder per Mail.

Tourengänger: KraxelDani


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