Von Jatzmeder auf das Jakobshorn


Publiziert von lainari , 15. Juli 2012 um 14:30.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum: 5 August 2001
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3:30
Aufstieg: 820 m
Abstieg: 280 m
Strecke:11,5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto oder Zug der RhB bis Davos-Glaris und Seilbahn von Davos-Glaris nach Jatzmeder (Rinerhorn)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Seilbahn BBBJ vom Jakobshorn über Ischalp nach Davos-Platz und Zug der RhB von Davos-Platz nach Davos-Glaris
Kartennummer:1:50.000, Blätter 258T Bergün und 248T Prättigau

Eine Verlegenheitstour
 
Der letzte Urlaubstag wartete wieder mit leichtem Nieselregen auf. Die möglichen Talwanderungen in der Umgebung hatte ich alle schon absolviert. Mit der vagen Aussicht auf leichte Wetterbesserung fuhr ich nach Davos-Glaris. Die Rinerhorn-Seilbahn brachte mich als einer der wenigen Fahrgäste des Tages nach Jatzmeder. Leicht steigend lief ich über Alpgelände bis Aebirügg. Oberhalb der Waldkante wanderte ich an der Flanke des Sertig-Tales bis zur Alp Sältenüeb. Zahlreiche Bächlein, Rinnsale und sonstige Wasserläufe stürzten sich gespeist vom vorherigen Regen den Hang hinab. Überall gurgelte, plätscherte und rauschte es. Von oben war es mittlerweile trocken. Durch den Litzi-Wald ging ich leicht fallend abwärts. Der Pfad näherte sich dem Talboden, der in Sertig-Dörfli erreicht wurde. Da das Wetter mitspielte, sich ab und an auch blauer Himmel zeigte, verwarf ich die Option einer Rückfahrt mit dem Postauto und stieg am gegenüberliegenden Talhang bergan. Über Alpweiden strebte ich Richtung Jakobshorn. Je mehr ich mich ihm näherte, desto geschundener präsentierte sich die Landschaft. Ein Wasserspeicherbecken für die Beschneiungsanlagen, ein breiter Weg, der aus der Flanke des Gipfelgrates gerissen war, Liftanlagen und kahler überbeanspruchter Boden bestimmten das Bild. Schließlich erreichte ich das Jakobshorn. Diesen Ort wollte ich schnellstmöglich verlassen. Der Kassierer zeigte sich mit dem Wunsch „Eine Talfahrt bitte.“ sichtlich überfordert. Er erzählte mir von der Davoser Gästekarte, die ich eh nicht hatte, rechnete hin und rechnete her. Schlussendlich stellte er einen happigen (wie sich nachträglich herausstellte überzogenen) Fahrpreis in Rechnung, einen Aushang darüber gab es kurioserweise hier oben nicht. Die Seilbahn brachte mich zunächst hinunter bis zur Ischalp. Hier gab es eine größere Fahrtunterbrechung, mit dieser sollte man anscheinend in Läden und Restaurants gelockt werden. Ich wartete ohne diese Vergnügungen und fuhr schließlich nach Davos-Platz hinab. Von hier aus fuhr ich mit dem Zug der RhB zurück nach Davos-Glaris.
 
Fazit: Diese Tour kann man gemacht haben, muss man aber nicht, wobei das Sertig-Tal immer eine Reise wert ist. 

Tourengänger: lainari


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