Tristkopf (2110m), Hochschottwies (2262m) und Rifflkopf (2254m), einsamstes Hagengebirge


Publiziert von Chiemgauer , 9. Juli 2012 um 21:52.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Berchtesgadener Alpen
Tour Datum: 8 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 2200 m
Abstieg: 2200 m
Strecke:21 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über Salzburg A10 Richtung Bischofshofen. Ausfahrt Pass Lueg raus und Richtung Tenneck. Gleich nach der Salzachbrücke rechts zu dem kleinen Parkplatz vor dem Kieswerk
Kartennummer:Kompass Nr. 15

Scheint mein neues Wohnzimmer zu werden das Salzachtal, aber was will man machen, wenn es im Osten mal wieder länger schön sein soll. Heute dann ins östliche Hagengebirge, das noch eine Stufe einsamer wie Tennengebirge ist. Auf der ganzen Tour (an einem herrlichen Sonntag) kam mir genau eine Dame am Grat entgegen und die war genau so überrascht wie ich, dass sie bei dieser Tour nicht ganz allein war.

Die ersten Meter führen, zahlreichen Schildern nach, durchs Kieswerk und über eine „Autobahn“ leicht bergauf, bis der Steig zum Tristkopf beginnt. Dieser zieht sich steil durch den Wald nach oben, bis Höhe Brunnalm, nach etwa 900 Hm, der Wald langsam verlassen wird Von hier sieht man dann auch das Hochtor, das als nächstes angesteuert wird. Dort angekommen, lasse ich den Latschengipfel der Fillingschneid lieber rechts liegen und gehe direkt über den steilen Wiesenhang die letzten Meter zum Tristkopf hoch. Wunderschöner gut markierter Aufstieg, mit Stellen T3, der ideal zum Höhenmeterbolzen geeignet ist. Die1600 Hm lassen sich hier schon fast hoch sprinten, denn nicht mal 4 Stunden, nach dem der Wecker geklingelt hat, bin ich bereits auf dem 130 km entfernten Gipfel ;-)

Von hier kann man des weitere Gelände in Richtung Rifflkopf schon gut einsehen und gleich die ersten Meter sollen die „Schlüsselstelle“ sein. Entweder am schmalen Grat (T4, evtl. schon T5, I) oder deutlich leichter (höchstens T4) in der Ostflanke, knapp unter dem Grat, geht es in die erste Scharte hinunter, die am Ende steil, aber einfach erreicht wird. Jetzt ist das „Schlimmste“ geschafft. Die nächste Erhebung wird durch gut ausgeschnittene Latschengassen erreicht, bevor es dann in Wiesengelände übergeht. Ab jetzt kann man eher schon von Almwanderung sprechen, wobei kurz vor dem Rifflkopf noch eine steile Wiesenflanke zu bezwingen ist. Nach dieser verlasse ich den Grat und nehme noch schnell den Hochschottwies mit, bevor es wieder zum Grat zurück geht. Nun die letzten Meter zum Rifflkopf. Durch eine leicht ausgesetzte Scharte (T4, I) geht es zum südlichsten Punkt, mit Gipfelbuch von 1982 mit noch sehr viel Platz. Der ganze Übergang ist zwar weglos und so gut wie ohne Steinmänner, aber stets offensichtlich und problemlos zu finden. Überwiegend T2, mit Stelle T4. Bei Nebel/Wolken könnte die Orientierung allerdings problematisch werden.

Runter geht es dann in einem Linksbogen, um das Kar (Langgrube, was ich sehen konnte, müsste ein Abstieg dadurch auch möglich sein) unterhalb des Rifflkopf, auf die westlich gelegene Kuppe mit Steinmann. Von hier steige ich durch stellenweise steiles Gelände (bis T4) zum Steig 457 ab. Wählt man den Bogen weiter, dann lässt sich dieser deutlich einfacher erreichen. Weiter geht es nun über den zwar markierten (überwiegend schon sehr blass), aber schon gut zugewachsenen und stellenweise schwer zu erkennenden Steig über die verfallene Karalm nach Tenneck runter. Etwas nach der Karalm, bereits im Wald, beginnen sehr neue Markierungen. Womöglich wird der Rest auch noch neu markiert. Oberhalb von Tenneck endet der Steig am Sulzberg und über die Teerstraße geht es in den Ort zur B159 hinunter. Über diese geht es zum Auto zurück, wobei etwa bei der Hälfte mein Trampversuch von Erfolg gekrönt war und ich den Rest mit zwei älteren Bergsteigerinnen mitfahren konnte.

Einfach nur eine geniale Runde, wenn man es mehr als einsam (Rifflkopf war ich der sechste Eintrag im Gipfelbuch dieses Jahr; Tristkopf schon etwas mehr, aber die meisten wählen diesen wohl als alleiniges Ziel) und technisch nicht zu anspruchsvoll haben möchte. Runde würde ich ausschließlich nur in diese Richtung empfehlen, denn der Steig im Abstieg verlangt etwas Orientierungsvermögen und könnte im Aufstieg stellenweise etwas schwerer zu finden sein. Außerdem ist das Gelände um den Rifflkopf etwas unübersichtlich und im Abstieg bzw. vom Tristkopf kommend sicher offensichtlicher.


Tourengänger: Chiemgauer


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Geodaten
 11792.gpx Aufstieg Tristkopf
 11793.gpx Übergang Rifflkopf
 11794.gpx Abstieg

Galerie


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