Chill-on


Publiziert von Henrik , 15. Januar 2012 um 15:14.

Region: Welt » Schweiz » Waadt » Waadtländer Alpen
Tour Datum:10 Januar 2012
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-FR   CH-VD 
Strecke:Bahnfahrt nach Aigle und Uferspaziergang ab Chillon nach Montreux
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Kartennummer:GA SBB

 ... durchaus Grundsätzliches sei hier angesprochen – ich komme auch in diesem Bericht nicht auf allenfalls geforderte Höhenmeter, die ich zu Fuss bewältigt habe und auch die gefühlten Kilometer sind lediglich im Bereich unter fünf Kilometern anzusiedeln. Aber ich bin Bahn gefahren und das nicht zu wenig. Béatrize, die uns im Frühling begleitet hat auf unserer Tour ab Courgenay nach St. Ursanne, hat mich nach Ollon eingeladen. Das beantworte ich für mich mal zuerst mit einer Fahrt durch das Gruyère (siehe meine aktuellen Ziele), um von dort dem Kanton Waadt in den Rücken zu fallen. Da die Wetterlage als exquisit zu erwarten ist, ist der abgeschossene Plastiksack mit den Zeitung auch nur rudimentär gefüllt – ich werde die Nase plattgedrückt an die kalten Pano-Fenster halten, denn Landschaften, die ich erst unlängst ins Visier genommen und durch Besuche begonnen habe, kennen zu lernen, werde ich mir wohl nicht durch die Latten gehen wollen! Im Doppelstock, Ruhewagen (dafür steht im Fahrplan RZ, zur Information), ab Bern zuerst wieder nach Freiburg. Die Doppelstandorte an den Perrons  der verschiedenen Regionalzüge finde ich nicht nur eine gute Lösung. Zumal in Freiburg nur eine Rampe für den Gleiswechsel zur Verfügung steht – in Bern ist das zwischenzeitlich gut gelöst! Mit dem Sprinter nach Bulle bin ich erklärtermassen schon nicht mehr nur Novize – ab Romont liegt mir das Gruyère auch wettermässig im besten Licht zu Füssen und auch ein wenig für das dritte Auge – die der Finepix 5600. In Bulle verspätet sich die Abfahrt durch Wehrmänner, die nicht richtig zu wissen scheinen, ob sie zusteigen sollen oder nicht... Allez-hopp!
 
 ... in Montbovon macht sich beim Verlassen des Regionalzuges der Kältesee (in dem der Ort oft liegt) empfindlich bemerkbar – ein eisiger Wind schlägt mir ins Gesicht, der Verbindungszug nach Montreux erscheint bereits aus Zweisimmen kommend – eine alte Komposition, Triebwagen und Waggons einer eher vergangenen Zeit, doch die Sitze haben Fauteuilcharakter und wirken auch nach mehr als 30 Jahren nicht ausgesessen. Die Zutaten wie Schnee, Sonne und Bergwelt verzaubern die Umgebung in das Menu Swissness at its Best – und das an einem Dienstagmorgen. Nur gerade sind wir zwei Personen im 1.-Klasse-Abteil.  Obwohl Halt an allen Stationen mit diesem Zug vorgesehen ist, kann er praktisch ohne Stopps bis Montreux durchfahren – an einem Wochenende wäre das ganz anders. Dort eingetroffen, stehen eine halbe Stunde Zeit zur Verfügung – nicht für ein Käffeli, ich stehe im Gegensatz zu bidi35 auf Ovo oder e warmi Schoggi. 


 ... in Aigle werde ich am Bahnhof von Béatrize erwartet – wir stellen uns auf dem Bahnhofsplatz an die wärmende Sonne, bis uns Hulda, bei der Béatrize zur Zeit ihre Ferien verbringt, uns mit dem Auto abholt. Zu dritt ist noch zu klären, wo wir Mittagessen sollen – Leysin und „..und gerne im Restaurant la Fromagerie“, die Empfehlung von Hulda, die in dessen Grossraum zu Hause ist. Auch hier wundere ich mich über die wenigen zu Tische sitzenden Gäste – aber, Halt. Die Ferienzeit ist vorbei – low season. Wir nehmen Platz an einem der Holztische und entscheiden uns fürs Tagesmenu – Truthahnschnittel mit Kartoffeln und etwas Gemüse. Allerdings sind die Teller nicht heiss genug und wandern zurück in die Küche, auch bei zweiten Gereiche bin ich nicht zufrieden. Die Dauerberieselung durch die Lautsprecher stört mich – ich bin ja nicht beim Einkaufen. Allerdings bin ich Nutzer einer Dienstleistung – ich bin ein hungriger Gast, manchmal gibt es Grenzen, ob es sich lohnt zu intervenieren.
Für ein TuT reicht es aber nicht!
 
 ... Hulda bringt uns zum Schloss Chillon – wir schultern Rucksack und Reisetasche, spazieren offenen Gemütes und mit intensiver Wahrnehmung in geschenkter Umgebung am Ufer des Lac Léman entlang – nutzen ein Privileg, während andere für sich und uns arbeiten, oder noch schlimmer, bedrängt, bedroht und ausgenutzt werden...so besehen sind die Schlagzeilen des PMH Marginalien!
 
 ... die Stimmung am See ist mediterran. Die Parkanlagen sind gut gepflegt, das Auge wird verwöhnt, es finden sich doch einige Spaziergänger unterwegs, je näher wir nach Montreux kommen. Am Casino vorbei, an der Bronzestatue des Freddy Mercury und schliesslich im Zentrum nehmen wir Platz in einem Strassencafé ...es lässt sich sogar draussen an der Strasse sitzen – für es Tee und einen Espresso. Schnell hat Béatrize einen Musiker im Gespräch, der aus Brasilien kommt und gerade auf Tournee ist, vielsprachig, der auch Deutsch spricht. Wollte ich noch im Tourismusoffice mir einen Fahrplan erfragen, scheiterte ich damit, weil das junge Modi nicht wusste wie man auf der SBB-Seite navigiert!
 
  ... während wir auf einen verspäteten IR warten, empfiehlt die Perrondurchsage, die S-Bahn bis Lausanne zu nutzen. Dort nehmen wir den ICN nach Zürich, damit ich von Olten nach Basel weiterreisen kann. Damit Béatrize in den Genuss kommt, wie dieser mein ICN-Alltag aussieht, spendiere ich einen Klassenzuschlag. Als wir Lausanne verlassen, kündigt sich durch intensives Abendrot die nächste Schlechtwetterfront an – über Solothurn sehen wir den noch kaum abgenommenen Vollmond, rund ist er und immer wieder eine Notiz wert. Das Licht über der Aare sowie die Lichter des Weissensteins verleihen dem Jura eine gewisse Grösse und Anmut.
 
 ... nach Basel bringt mich der IR aus Locarno – somit habe ich einen Kreis geschlossen – im Zuge durch einen Teil der CH, mit Landschaften, die Anmut und Grösse zeigen dürfen, die ich auch als Geschenke betrachte.
 
 ... Danke Béatrize für diesen prachtvollen Tag an den Gestaden des Lac Léman.  

Spaziergang mit Béatrize



Tourengänger: Henrik


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Kommentare (1)


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bidi35 hat gesagt:
Gesendet am 15. Januar 2012 um 16:18
interessanter Bericht Henrik.

Wenn es keinen Kafi mehr hat, nehme ich auch Ovo oder warmi Schoggi...aber meistens hat es halt Kafi...

LG Heinz


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