Champagne Rosé


Published by Henrik , 23 November 2010, 22h36.

Region: World » Switzerland » Fribourg
Date of the hike:23 November 2010
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VD   CH-FR 
Access to start point:ÖV
Access to end point:ÖV

 … ein untrügliches Zeichen der Jahreszeitveränderung ist das Auftauchen von Möwen im Stadtgebiet – das Federkleid konnte ich nicht identifizieren. Ich stand an der Haltestelle Peter Merian und folgte den ein- und ausfahrenden Zügen des Bahnhofs SBB ein wenig (aus erhöhter Position), bevor mich das 11er-Tram an die Agglo-Grenze brachte: ein Zahnarzttermin war zu gewärtigen. Noch war der Rest des Tages nicht eigentlich geplant – es war grau, kühl bis kalt und auf den Autos lagen Plätzchen nassen Schnees. Die DH verriet mir, dass im Schwarzwald schon Rutschbahnen anzutreffen waren – ich rutschte aus andern Gründen! Nachdem diese Sitzung beendet war und sie mir beschied, dass meine „Baustelle“ im Mund diesmal keinen Anlass zu Beanstandungen gab, erinnerte ich mich, dass im Wartezimmer ein öffentlicher PC in der Ecke stand, den ich dann konsultierte. Da es schon halb elf war, war das Tessin oder der Genfer See „out-of-order“. Da am Freitag mit Pfaelzer eine TuT geplant ist, die etwas näher an Basel/Zürich liegt, entsann ich mich des Städtchens Rue. Ich könnte Probeessen gehen – und so bestieg ich das 11-er-Tram zurück zum Bahnhof. Ein Schneegestöber erhob sich, der Wind knickte Schirme der Passanten, die ich über Zebrastreifen eilen sah und die Standlichter von Fahrzeugen warfen entweder Xenon-Licht auf die Strasse oder waren besser als vorher zu erkennen. 

... die Eleganz mit der der Zug zwischen Sissach und Gelterkinden sich in die Kurve legte, war Grund kurz von der Lektüre aufzusehen ... zu schade ist das allein schon deshalb nicht, denn die mitgeführte Basler Zeitung ist zunehmend für MICH nicht lesbar (es brodelt in Basel). Das Grau legte zu und das Mittelland war zu wenig kontrastvermittelnd, um irgendwo hinzuschauen und ggf. hängen zu bleiben. Der obligate Schriftzug  FRESSNAPF auch. Der Anschlusszug stand gegenüber und im Ruheabteil des Doppelstöckers störte für knapp 5 Minuten ein übereifriger Handynutzer, der wahrscheinlich die Icons nicht lesen „wollte“, die geforderte Ruhe – und gab entschuldigenden Blickes dann auf, als sechs Augenpaare ihn „abschossen“.....

 ... die nachfolgend gewellte und hügelige Landschaft, mit grossen Weideflächen, vermitteln Weite und Bäuerlichkeit. Geflecktes Vieh steht dem Regen trotzend in eine Richtung, an den Scheiben des IC’s folgen die Tropfen der Physik .... und in Freiburg rollt ein renovierter „Kolibri“ heran. Die Modernisierung dieses Zugstyps empfinde ich als durchaus gelungen und heissen heute NPZ Domino – und so reihen sich die Stationen nacheinander auch an: u. a. auch Rosé, das ein Teil von Avry ist. In Romont weiß ich zu erinnern an die Abfallbehälter .... und auf Nebengeleisen stehen saubere CH-Panzer vor dem Weitertransport!   Die 20 Minuten bis zur Weiterfahrt verbrachte ich im etwas heruntergekommenen Bahnhofsgebäude, dessen Putz an gewissen Wänden herunterblättert und auf dem Vorplatz sind unterschiedlich Randsteinhöhen zu gewärtigen...
 

 ... das Regenwetter und die daraus resultierenden Straßenverhältnisse  bekommen den Bussen nicht nur „schön“... die Fenster taugen nicht für Panoramablicke, dafür wird geheizt! Und kurz vor 13 Uhr fährt er Richtung Palézieux ab.
 
 
 ... die wenigen Fahrgäste machen deutlich, dass Beinahe-Leerfahrten wohl an der Tagesordnung sind. Weder in Siviriez noch in Ursy steigen welche zu und der Schlenker zum Bahnhof Vauderens lässt lediglich eine Person einsteigen. Die Landschaft, durch die der Bus fährt, hat über Nacht ein sehr dünnes Winterkleid erhalten, Grün und Weiß herrschen vor – das was ich hier zu sehen bekomme, kategorisiere ich unter Monochromie, einmal mehr und die Finepix liegt zu Hause... In Rue angekommen und nun auf ein Mahl eingestimmt, hat das Hotel-de-Ville.... heute geschlossen, ha! Doch nur ein paar Schritte weiter liegt die Crêperie „Terre & Mer“, die von außen nicht den Anschein eines Speiselokals vermittelt. Eingetreten finde ich Bistrotische und Holzstühle vor und es riecht nach Koriander und Ingwer, es könnten auch Rauchstäbchen sein. Die Speisekarte ist umfassend und wie ich beim Lesen entdecke ausgerichtet auf Kultur und Speisen aus der Bretagne. Aus über 30 verschiedenen Galettes (Crêpes) aus Buchweizen findet die mit Schinken, Pilzen und Ei den Weg auf meinen Tisch, dazu einen Grüntee mit Minze – es hat gemundet und gereicht. Die wohlige Wärme des Raumes aus Holz und den vielen Schauauslagen mit Nahrungsmitteln aus der Bretagne, die auch zum Kauf aufliegen, lassen fast einen Ferientag aufkommen. Den ich eine Stunde später beschließe und mich mit dem Bus nach Palézieux Gare bringen lasse. Zwischenzeitlich wechselt der Niederschlag von Regen in Schnee – grosse nasse Flocken sind es. Warum hier nicht noch eine Schlaufe hinzufügen, nach Bulle und Montbovon fahren und hernach nach Spiez – nein, ich setze mich ins Buffet de la Gare und genehmige mir den dritten Espresso des Tages...
 
 ... der ICE, der von Interlaken nach Frankfurt fährt, Gleis 7, füllt sich auch in der 1. Klasse in minutenschnelle, das um 16 Uhr. Entlang der Neubaustrecke achte ich nicht mehr wie am Morgen auf Fixpunkte oder Reklameschilder – ich sitze in einem grauen „Wurm“, der zwar schnell fährt, nicht ganz so wie in seinem Herkunftsland, aber bequem und „rüttelarm“.
 
 ... Übrigens, Champagner habe ich heute keinen gehabt, der Titel wurde aber auf der Fahrt geboren, denn Champagne Rosé, den gibt es tatsächlich – aber ich bin über Land gefahren  ...de la campagne.
 
  

Hike partners: Henrik


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