La Trême et Sentier des Pauvres


Published by Mo6451 , 23 September 2018, 19h38.

Region: World » Switzerland » Fribourg
Date of the hike:23 September 2018
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-FR 
Time: 3:30
Height gain: 338 m 1109 ft.
Height loss: 338 m 1109 ft.
Route:12 km
Access to start point:cff logo Basel - Bern - Fribourg; Busersatzverkehr Fribourg - Bulle
Access to end point:tpf Bulle - Romont; cff logo Romont - Bern - Basel
Maps:map.wanderland.ch, komoot

Noch einmal die warmen Temperaturen genießen, bevor der Sommer endgültig zu Ende geht. Schließlich ist heute kalendarischer Herbstanfang. Die angekündigten Sturmböen machten die Tourauswahl nicht so einfach. Auf den Gipfeln zu stürmisch und im Wald die Gefahr von herabstürzenden Ästen. Eine Schlucht wäre da nicht schlecht. Meist liegen die Bäume da eh schon unten.

Heute verschlug es mich einmal in eine mir unbekannte Gegend. Südwestlich von Bulle fließt die La Trême. Laut Karte könnte das eine interessante Tour werden, auch nicht so lang, um vor dem abendlichen Schlechtwetter zu Hause zu sein.

Zwischen Romont und Fribourg/Bern gibt es noch Baustellen an der Bahnhstrecke, so dass von Fribourg ein Direktbus nach Bulle fährt. Dort kam ich auch pünktlich kurz nach halb elf an. Zuerst führt mich meine Wanderung durch Bulle in südöstlicher Richtung.

Nach Überquerung der Trême auf einer relativ neuen Brücke ist dann die Bebauung auch bald vorbei. Nun geht es auf einem Wiesenpfad entlang des Waldes vorbei an der Moulin de la Trême bis ich die Straße erreiche und die Trême erneut über eine Brücke quere.

Direkt hinter der Brücke führt ein Pfad hinunter zum Wasser. Würde ich das Gelände kennen, hätte ich versucht meinen Weg durch das Flussbett zu nehmen. Wenig Wasser aber viele Steine, zur  Überwindung würde viel Zeit vergehen.

Also folge ich erst einmal der Straße am Wasser, die beim letzten Gebäude in einen Schotterweg übergeht. Dieser Schotterweg folgt dem Ufer der Trême, mal ganz nah, mal etwas weiter.

Gemäß Karte gibt es noch einmal eine Brücke über die Trême, die einen Aufstieg zur Kartause Part-Dieu ermöglicht. An der Brücke stoße ich auf die Beschilderung Sentier des Pauvres. Diesem folge ich nun und steige hinauf zur Kartause, die leider nicht zu besichtigen ist und eine hohe Mauer versperrt zudem die Sicht auf das Gebäude.

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Die Kartause la Part-Dieu wurde 1307 gegründet und 1848 aufgehoben. Heute befindet sie sich in Privatbesitz und wird als Veranstaltungsort für Meditationsseminare, Konzerte und Ausstellungen genutzt.

La Part-Dieu liegt an der Flanke des Moléson und ist völlig intakt geblieben. Sie wird nur für einige Führungen, Konzerte, Ausstellungen oder Seminare geöffnet. Die einen Kilometer lange Klostermauer, der Mittelteil und die Kirche wurden grösstenteils bewahrt. Das Studio auf dem Gelände kann gemietet werden, um die friedliche Atmosphäre des Ortes zu geniessen.

Vor ihrem Tod wollte Guillemette, Gräfin von Greyerz, einen Teil ihres Besitzes Gott widmen, den «Anteil Gottes» (part de Dieu). Sie kaufte Land am Ufer des Flusses Trême und schenkte es den Kartäusern, die dort leben sollten. Über die ersten Jahrhunderte der Existenz des Klosters ist nicht viel bekannt. Die Kartäuser hievten Bausteine aus dem Fluss und transportierten sie mit Wagen, die von Rindern gezogen wurden, bis zum Kloster.

1600 und 1800 wurden die Gebäude durch Brände beschädigt. 1848 beschloss die Freiburger Regierung die Schliessung von La Part-Dieu und die Säkularisierung aller Güter. Bevor der Staat den Besitz verkaufen konnte, verschlechterte sich sein Zustand, es heisst sogar, dass dort zügellose Feste gefeiert wurden. Heute ist La Part-Dieu Privateigentum, eine Stiftung kümmert sich um den Erhalt der Gebäude.

Seit der Gründung des Klosters kamen arme Leute hierher, um um ein Stück Brot oder einen Teller Suppe zu bitten. An einem «Armenschalter» konnten die Menschen Nahrungsreste für sie hinterlegen. Auch die Milch nach dem morgendlichen Melken war für die Bedürftigen bestimmt. Ab Bulle kann man dem «Pfad der Armen» folgen, auf dem die armen Leute einst zur Kartause kamen.

Der Sage nach besitzt die Quelle von Bonnefontaine über dem Kloster magische Eigenschaften. Sie ist das Ziel vieler Pilger, die dort Gaben zurücklassen, um sich für in Erfüllung gegangene Wünsche zu bedanken. Diese Gaben gehören den Kartäusern, mitunter bedienen sich jedoch Passanten daran.

www.la-gruyere.ch/de/P20802/kartause-la-part-dieu
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Ich umrunde das Gebäude um einige Fotos zu machen, dann führt mich mein Weg weiter auf dem Sentier des Pauvres. Eine Weile wieder über Weiden, auf denen nur noch wenige Kühe weiden.
Nachdem ich die Straße überquert habe, biege ich auf einen schmalen Pfad hinunter zum Rousseau de Botsérin ab.

Ein wunderschöner Pfad windet sich entlang des fast trockenen Bachs durch ziemlich viel Grün. Eine Spur ist aber immer zu erkennen. Zwischendurch gibt es auch mal eine Schlüsselstelle, viel Nässe, wenig griffiges Holz und ein steiler Abhang hinunter zum Wasser.

Ich folge diesem Pfad, bis ich den Ausstieg zur Straße erreiche. Sie endet direkt an der Buvette de la Amis de la Chia, die auch geöffnet hat. Bis hierhin könnte man auich einfach der Straße folgen.

Am Kreuzungspunkt der Straße mit dem Wanderweg folge ich nun dem Wanderweg hinunter nach Bulle. Da erlebt man nichts Aufregendes mehr, ganz normaler Wanderweg.

Tour solo

 


Hike partners: Mo6451


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