Watzmann Ostwand - Berchtesgadener Weg


Publiziert von frmat , 4. Januar 2012 um 23:10.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Berchtesgadener Alpen
Tour Datum: 1 Oktober 2011
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2365 m
Abstieg: 2365 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Parkplatz Königssee, gebührenpflichtig
Unterkunftmöglichkeiten:Ostwandlager in St. Bartholomä, Watzmannhaus

 
Samstag 1.10.11: Fahrt nach Königssee und per Schiff nach St. Bartholomä, Übernachtung im Ostwandlager. Ein Abend auf der Halbinsel ohne Ausflugstouristen ist genial! Übernachtung nur für Ostwand-Begeher.

Sonntag 2.10.11: 5h Abmarsch am Ostwandlager, 15h Südgipfel, 20h Watzmannhaus. Als 3er-Seilschaft haben wir 10h durch die Wand gebraucht. 1h war einem Verhauer im unteren Wandteil geschuldet weil wir einfach jemandem nachgedaddelt sind. Fehler! Generell ist die Route wie allseits beschrieben wirklich nicht immer leicht zu finden. Wenn viele Seilschaften in der Wand sind geht es aber die "kritischen Stellen" (also da wo man sich gerne versteigt) zu erwischen, naja meistens ;)

Montag 3.10.11: Abstieg in 2h zum Parkplatz

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Wer Touren in der Ostwand gehen möchte, dem seien neben den einschlägigen Topos unbedingt der Führer von Franz Rasp empfohlen. Als Ostwandneuling hat man kaum eine Chance auf Anhieb den richtigen Weg zu finden. Eine hervorragende Beschreibung findet man hier: http://www.auf-die-berge.de/?opened=1&action=bergtouren_ostwand_watzmann

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Da die Route auch auf Hikr mittlerweile vielfach beschrieben ist, hier nur ein paar Eindrücke von mir:

- Die Tour ist verdammt lang. Wir haben noch die Überschreitung zum Watzmannhaus angehängt und waren ziemlich platt. Also gute Kondition, wenig Gepäck, und v.a. eins: wenn am Gepäck sparen, dann NICHT am Trinken. Ich hab fast 6 Liter getrunken! (Und zwar unterwegs, und nicht auf dem Watzmannhaus ;) ) Beide Wasserstellen waren staubtrocken!
- Die Schwierigkeiten der Wand beschränken sich klettertechnisch auf 3 Stellen (an denen wir auch das Seil ausgepackt haben): im Sinne des Aufstiegs: Wasserfallwand (III ausgesetzt, 80Hm); Kurz vor den Biwakhöhlen (III ausgesetzt 10Hm) sowie die Schlüsselstelle am Schlusswandl (III+/A0 ca. 8Hm). Alles andere ist gut seilfrei machbar. Meistens merkt man beim Aufsteig garnicht was man da so klettert. Und das ist auch gut so. Man sollte sich eher aufs Steigen konzentrieren, und zwar die gesamte (!) Tour. Ein zu häufiges Sichern geht ohnehin nicht: Es sind nur wenige Bohrhaken, der Fels ist meist sehr brüchig (falls es überhaupt noch Fels und nicht schon Geröll ist) und man hat einfach keine Zeit. Die Wand ist zu lang. Im Prinzip ist es eine lange Abenteuerwanderung im oberen Bereich der Wanderschwierigkeiten (T6)
- Wer auf der Südspitze vom Gesamterlebnis Watzmann nicht genug bekommen kann, der verwöhnt Muskeln und Gelenke noch mit der Überschreitung zum Watzmannhaus. Das bedeutet aber nochmal fast 300Hm extra (nach bisher 2100Hm sicher nicht jedermanns Sache). Zudem ist der Watzmanngrat - das dürfte bekannt sein - KEIN richtiger Klettersteig sondern eine teils versicherte, hochalpine Gratüberschreitung, die oft ungesichertes Klettern geringer Schwierigkeit, aber sehr ausgesetzt, erfordert. Nach der Ostwand kommt einem das aber wie eine Autobahn vor.
- Die Tour ist der absolute Hammer. Wir waren zwar alle ordentlich mürbe, aber die Eindrücke während der Tour, der Zusammenhalt der Seilschaften in der Wand (wir haben wirklich tolle Leute kennengelernt), das ganze kombiniert mit wolken- und windlosem Traumwetter. Das ist Bergsteigen wie man es sich wünscht!

Viel Spaß =) 

Tourengänger: frmat


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