Watzmann Ostwand Tagestour (inkl. Überschreitung) - Knapp an der Katastrophe vorbei


Published by Chiemgauer , 13 September 2015, 19h11.

Region: World » Germany » Alpen » Berchtesgadener Alpen
Date of the hike:12 September 2015
Hiking grading: T6- - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Via ferrata grading: PD-
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 15:00
Height gain: 2380 m 7806 ft.
Height loss: 2380 m 7806 ft.
Route:24,5 km
Access to start point:Nach Berchtesgaden und weiter bis zum Parkplatz am Königssee.
Accommodation:Watzmannhaus
Maps:Kompass Nr. 14

Vorweg die Tour ist für uns perfekt gelaufen und bis zum Abend war ich der Meinung es hat alles gepasst. Zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort, wie es leider zwei anderen in der Ostwand passiert ist, und statt Riesenspaß wäre es in der Katastrophe geändert. Gegen 13 Uhr (2,5 Stunden nach dem wir vor Ort waren) schossen 300 Kubikmeter Gestein, zwischen ersten und zweiten Sporn (~1600m), ins Tal und verletzten zwei Bergsteiger schwer. Wir haben davon (dürften zu diesem Zeitpunkt etwas Höhe Biwakhöle (~2000m)) nichts mitbekommen. Erst die Hubschrauberflüge ließen vermuten, dass etwas passiert sein musste. An dieser Stelle gute Besserung an die beide und allerbeste Wünsche auf eine vollständige Genesung!!!

 

Zur Tour selbst gibt es ja schon genügend Berichte, daher konzentriere ich mich mehr auf meine Eindrücke und Erfahrungen. Wegfindung war überraschend einfach (wenn man zuvor Berichte und Führer studiert hat) und ohne Verhauer. Wer sich des öfteren abseits der Wege befindet dürfte hier kein größeres Problem haben. Bis zum Schuttkar ist ein deutlicher Steig (dort wo die Rinne nach rechts verlassen werden muss auf Steinmann achten) dem gefolgt wird und danach gibt eigentlich, bei entsprechender Routine, immer das Gelände den richtigen Weg vor, wobei in einigen Bereichen viele Wege zum Ziel führen.

Schwierigkeit ist auf Grund der Länge und des zum Teil lang anhaltenden Niveau schwer einzuschätzen. Grob würde ich sagen bis Schuttkar T3/I, dann bis zum ersten Sporn T4/II bevor es richtig anzieht. Zur Wasserfallwand noch T5/II und ab dieser fast durchgehend abwechselnd T5+ und T6- mit einigen III und sehr viel II (wenige I oder Gehgelände). Erst ab der Biwakhöhle wird es wieder einfach und es geht mit T4 bis T5 (Austiegskarmine und Schlusswand vielleicht noch etwas schwieriger) weiter zum Gipfel, wobei natürlich weiter zahlreiche II und Stellen III zu meistern sind.

Da das erste Schiff erst um 8:30 Uhr in St. Bartholomä ist sollte man als Tagestour schon genau wissen was man da macht. Die Ausnahme ist dies aber nicht, waren es mit uns heute doch ganze 9 Leute im ersten Schiff. Würde schon sagen die normale Überschreitung sollte man (deutlich) unter 10 Stunden drauf haben, damit Ostwand als Tagestour genossen werden kann.


Hike partners: Chiemgauer


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Geodata
 27097.gpx Ostwandaufstieg
 27098.gpx Abstieg per Watzmannüberschreitung

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Comments (4)


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Yeti69 says:
Sent 13 September 2015, 20h35
Hey Hans,

abgesehen von der schönen Tour ist das ziemlich krass...das gehst heim mit den besten Eindrücken und hinterher erfahrst dann sowas. Ich kenn' das Gefühl! Glück gehört eben dazu...

VLG Markus

Chiemgauer says: RE:
Sent 13 September 2015, 20h49
Servus Markus,
ja das macht einen schon betroffen! Ob es Glück braucht würde ich so nicht sagen, man darf einfach kein Pech haben (das einem so etwas passiert ist ja fast wie ein Sechser im Lotte).
Gruß
Hans

Koasakrax says: "Wenn es sein muss-dann ist es auch"
Sent 14 September 2015, 21h13
Es klingt zwar abgedroschen aber der Spruch hat schon was. Wenn die Zeit für einen noch nicht um ist, dann hat man noch zu warten.
Da waren wir beide wieder einmal in der Nähe unterwegs. Hatte auch eine wunderbare Tour über den Südwandsteig auf das Breithorn im Steinernen Meer mit einer Hammersicht zu dir rüber.
Gratuliere dir zu dieser Super Tour mit viel Glück.
Wünsch dir alles Beste für deine weiteren Touren.

Andy

Chiemgauer says: RE:"Wenn es sein muss-dann ist es auch"
Sent 14 September 2015, 23h03
Danke Andy und habe deinen Bericht schon gesehen. Vielleicht klappt die Tour bei mir dieses Jahr auch noch.
Von Glück würde ich aber nicht reden, denn es wäre ja nicht fahrlässig gewesen sondern durch Naturgewalt. Da könnte man dann bei jedem Flug sagen Glück gehabt, da nicht abgestürzt. Pech darf man halt im falschen Moment nicht haben, wie es dein Spruch schön auf den Punkt bringt.
Gruß
Hans


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