Schyeggstock 2568m, Spitz Mann 2578m, Rigidalstock 2592,5m und Gross Walenstock 2572m


Publiziert von Sputnik Pro , 3. September 2007 um 18:40.

Region: Welt » Schweiz » Nidwalden
Tour Datum: 1 September 2007
Wandern Schwierigkeit: T6+ - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Ruch- und Walenstockgruppe   CH-NW   CH-OW 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1760 m
Abstieg: 1760 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit der S-Bahn vom Luzern nach Wolfenschiessen, dann mit dem Postauto nach Oberrickenbach. Von dort mit der Luftseilbahn auf die Bannalp zur Chrüzhütte.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:analog Zufahrt zum Ausgangspunkt.
Unterkunftmöglichkeiten:Biwakhütte in der Sätteliteufi.
Kartennummer:LKS 1:25000 Engelberg

DIE KLEINEN SIND SCHWIERIGER ALS DIE GROSSEN !

Meine NW-Gipfel Nummer 21 bis 24 und meine OW-Gipfel Nummer 25 bis 28.

Schyeggstock (NW/OW; 2568m):  Aufstieg über den Wiss Tritt hinauf in in die Geröllhochebene der Sätteliteufi, die Route war wegen der Nässe im Wiss Tritt ein wenig heikel. Für genauere Details zum Wisstritt, den ich schon zwei Wochen zuvor "erwanderte", siehe Beitrag Gross Sättelistock ( http://www.hikr.org/tour/post4002.html ). In der Sätteliteufi liessen wir ein Teil unseres Materials in der gut getarnten Biwakhütte auf zirka 2270m zurück. Danach ging es über Geröllhalden in die namenlose Lücke (zirka 2460m) zwischen Gross Sättelistock und Schyeggstock hoch. Hier beginnt der einfachste Aufstieg (T6) über den Ostgrat auf den äusserst selten bestiegenen Schyeggstock. Den ersten Grataufschwung auf einen deutlich ausgeprägte Schulter führt über Platten (II), am besten hält man sich nach den ersten Metern immer auf der Gratkante. Ab der Schulter verläuft der Grat zunächst nahezu wagrecht bis zum Gipfelaufschwung, dieser Teil bietet keine Schwierigkeiten. Der Grat am Gipfelaufschwung (I-II) ist stärker zerklüftet als der untere Teil, er bietet aber zahlreiche Griffe und Tritte was die Kletterei zum Genuss macht. Den letzen Gipfelfelsen (II) muss man dann auf der ausgesetzten Nordseite umgehen um ganz nach Oben zu gelangen. Auf dem exklusiven Gipfel habe ich eine Gipfelbüchlein deponiert, der tolle Schyeggstock wartet also auf weiteren Besuch! ;-)

Spitz Mann (NW/OW; 2578m): Was für ein Berg! Der Führer "Zentralschweizerische Voralpen" beschreibt die einfachste Route über den Ostgrat als BG/T6 - meiner Meinung hat aber dieser Grat absolut nichts mehr mit ausgesetztem Bergwandern zu tun. Ich würde diesen herrlichen Gipfel als WS bezeichnen, mit Fels II und einer Stelle II+. Aber nun der Reihe nach: Nachdem wir vom Schyeggstock abgestiegen waren, querten wir unter den plattigen Nordwänden vom Schyeggstock und Spitz Mann das Gerölltal (Walenkessel) hinauf. Sobald die Platten der Spitz Mann Nordwand aufhören, kann man über einfache Felsen und Schutt zur namenlosen Lücke zwischen Spitz Mann und Rigidalstock aufsteigen. Diese Lücke ist im Führer als Rigidallücke beschrieben, hier beginnt der Normalaufstieg über den sehr ausgesetzten Westgrat zum Spitz Mann. Die ersten Meter überwindet man links (nordseitig) über Bänder bis man auf gute Griffe findet und so auf die Gratschneide klettern kann (I+). Bis zum nächsten Aufschwung hält man sich kurz auf dem Grat, um dann diesen links (südseitig) über Grasflanken zu umgehen. Danach folgt der lange, plattige Grat (meist II) bis Gipfelaufschwung. Hier sollte man immer auf der sehr griffigen Gratschneide bleiben - je nach Situation wechseln sich die Tritte auf der linken oder rechten Seite der Gratschneide ab was Umsicht erfordert. Der Gipfelaufschwung ist deutlich als 5m hoher und senkrechter Schichtabbruch erkennbar. Hier ist ein Fixseil installiert. Man steigt über ausgesetzte Platten am Seil unter dem Schichtabbruch etwa 10m ab. Dort erkennt man eine Rinne, durch die man steil (II+) aufs Gipfeldach steigen kann. Der Weiterweg zum höchsten Punkt stellt dann keine Schwierigkeiten mehr dar. Für den Abstieg seilt man am Besten (trotz einem Fixseil) direkt über den Schichtabbruch ab. Der wirklich spitze Mann ist ein Geheimtip im Bannalper Gebiet, dann der exklusive Gipfel wird kaum Begangen und ist damit lohnendes Ziel für die obere Grenze von T6-Liebhaber!

Rigidalstock (NW/OW; 2592,5m): Nach einer kühlen Nacht in der Biwakhütte wärmten wir uns mir einem warmen Ree ein wenig auf um bald wieder das Gerölltal des auf der LKS nicht bezeichneten Walenkessels aufzusteigen. Der Aufstieg durch das Gerölltal ist sehr mühsam, besonders das letzte Stück (T4-5) in die Lücke am Rigidalstock Nordgrat. Von der Lücke umgeht man nun alle felsigen Aufschwünge des Nordgrates auf der Westseite über Grasbänder oder kleine Schutthalden. Unter der Westflanke erkennt man dann bald das nahe Gipfelkreuz. Nun steigt man direkt über Schutt nach oben (T4 / Fels I), zuletzt entlang eines harmlosen Klettersteiges der mit "Adlerhorst" angeschrieben ist.

Walenstöcke - Gross Walenstock (NW/OW; 2572m): Von den eindrücklichen Walenstöcken ist der Gross Walenstock die höchste Erhebung. Am bequemsten erreicht man den Gipfel vom Rigidalstock her. Nach dem man wieder vom Rigidalstock in die Lücke abgestiegen ist, folgt man dem Grat auf dessen Schneide bis auf eine markannte Geländekuppe. Danach wird der Grat (F5/ Fels bis II), der zum südlichen Walenstock-Vorgipfel leitet, zerrissener. Oftmals ist es besser nach Osten in die Flanken auszuweichen als die Aufschwünge zu erklettern. Vom Vorgipfel ist es dann nur noch einen Katzensprung über das flache Gipfelplateau zum höchsten Punkt. Nach dem Gipfelglück erwartet einem aber noch der unerquickliche Abstieg (T5) durch die Gross Chälen hinunter zum Walenpfad. Zuerst steigt man inen eine Geröllkessel ab der unten sich zu einem Couloir verengt. Durch dieses "Steinschlagtal" geht es direkt hinunter aufs steile Geröllfeld der Gross Chälen. Man hält sich dort am besten unter der Felswand vom Voerder Walenstock wo auch Pfadspuren zu erkennen sind. Unterhalb des Geröllfeldes geht es auf einer Grasrippe weiter unter der Felswand hinab. Zum Schluss wird die Grasrippe immer steiler, äusserste Vorsicht ist bei der hier üblichen Nässe (Schattenloch!) geboten!

Genaue Route: TAG 1 (1.9.2007): Chrüzhütte  (Bannalp) - Urnerstafel - Unt. Mälchbsetzi - P.1700m - Plänggeli - P.1865m - Wiss Tritt - Sätteliteufi - Lücke zwischen Schyeggstock und Gross Sättelistock - Schyeggstock Ostgrat - Schyeggstock - Schyeggstock Ostgrat - Lücke zwischen Schyeggstock und Gross Sättelistock - Walenkessel - Rigidallücke - Spitz Mann Westgrat - Spitz Mann - Spitz Mann Westgrat - Rigidallücke - Walenkessel - Sätteliteufi (Biwak). TAG 2 (2.9.2007): Sätteliteufi (Biwak) - Walenkessel - Rigidalstock Nordgrat - Rigidalstock - Rigidalstock Nordgrat - Gross Walenstock Südgipfel - Gross Walenstock - Gross Chälen - Tritt (P.1748m) - Ober Boden - Walegg - Walengräben - Oberfeld - Plänggeli - P.1700m - Unt. Mälchbsetzi - Urnerstafel - Chrüzhütte  (Bannalp).

Tourenbericht von Dani: http://www.hikr.org/tour/post4097.html


Tourengänger: Sputnik, ironknee

Galerie


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T6 WS II
2 Sep 07
Bannalper Stöcke · ironknee

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