Bannalper Stöcke


Publiziert von ironknee , 3. September 2007 um 13:31.

Region: Welt » Schweiz » Nidwalden
Tour Datum: 2 September 2007
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Ruch- und Walenstockgruppe   CH-NW   CH-OW 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1850 m
Abstieg: 1850 m

Fantastische Gratkraxeltour in einsamster Bergwelt.

Die Gegend um die Sätteliteufi ist eine der einsamsten aber auch totesten Gegenden die ich bisher kenne. Die einzigen Lebenszeichen vermitteln ein Blechbiwak und die gelegentlichen Pfiffe der Munggen und Gämsen. Die Gegend ist geprägt von riesigen Schutt- und Geröllhalden sowie wilden, zerrissenen Graten.

Tag 1: Bannalp (Chrüzhütte) – Wiss Tritt – Sätteliteufi (2294) - Biwak (ca. 2250) – Schyeggstock (2568) – Spitz Mann (2578).

Von  Chrüzhütte gehts im Nebel auf dem Walenpfad via Urnerstafel, Plänggeli zur Verzweigung wo der Weg (rot markiert) nach Osten, Richtung Oberfeldcharen und unter dem Chli Sättelistock hindurch, führt. Bald (auf ca. 1865m) muss Richtung Süden abgezweigt werden, zum Wiss Tritt. Im Nebel hatten wir etwas Mühe den Einstieg zu finden. Aber es scheint nur einen logischen Einstieg zu geben.

Der Wiss Tritt (T5) ist zwar steil aber recht einfach zu begehen. Das Grasgelände ist gut gestuft und die Felsen griffig, wenns dann trocken ist. In unserem Fall war es noch ziemlich nass und stellenweise recht haarig. Die Schlüsselstelle, eine nasse, ausgesetzte und felsige Querung, könnte schon ein Fixseil vertragen. Ich bin zwar kein Freund von unnötigen Fixseilen, doch an dieser Stelle im Wiss tritt kann nicht vernünftig gesichert werden. Bei Trockenheit ist diese Stelle jedoch gut zu meistern.

Bald erreichten wir die Sätteliteufi (2294). Materialdepot im Biwak und ab durch Schutt und Geröll Richtung Schyeggstock in die Lücke zwischen Schyeggstock und Gross Sättelistock. Der Schyeggstock (2268) wir über den Ostgrat (T6, II) bestiegen. Zu Beginn ist der Grat plattig aber der Fels ist äusserst Griffig. Die Schlüsselstelle ist eine sehr ausgesetzte Querung durch die Nordwand kurz vor dem Gipfel. Hier wäre Seilsicherung vernünftig. Der Abstieg erfolgt auf der gleichen Route.

Von der Lücke geht es zuerst wieder bis auf ca. 2320m runter unter die Nordwand des Spitz Mann. Weiter durch Geröll und über Platten in die Lücke zwischen Spitz Mann und Rigidalstock. Der Spitz Mann wird über den Westgrat (T6, II) bestiegen. Der Grat ist messerscharf und plattig. Der Fels ist extrem griffig. An der ersten Schlüsselstelle gibt es keine vernünftigen Tritte. Man hält sich an der Gratkannte fest und stemmt sich mit den Füssen gegen die Felsplatten. Eine haarige, sehr ausgesetzte Stelle aber eigentlich unschwierig. Es braucht nur etwas Mut und viel Konzentration. Die zweite Schlüsselstelle, ein senkrechter Aufschwung kurz unter dem Gipfel, ist mit Fixseilen entschärft.  Diese Stelle kann nach links (Norden) über abschüssige Platten und danach durch einen kurzen Kamin (II) umgangen werden. Eine direkte Erkletterung scheint auch möglich. Im Abstieg haben wir an der zweiten Schlüsselstelle abgeseilt was uns doch recht vernünftig erschien. Noch vernünftiger wäre es auf dem ganzen Grat zu sichern.

Zurück in der Lücke kam schon wieder dichter Nebel auf. In der Sätteliteufi haben wir dann ca. eine halbe Stunde das Biwak gesucht. Haha, saulustig... :)

Tag 2: Sätteliteufi – Rigidalstock (2593) – Gross Walenstock (2572) – Gross Chälen – Walenpfad – Urnerstafel – Chrüzhütte.

Kurz vor Sonnenaufgang zogen wir nach einer ungemütlichen und kalten Nacht los, wieder durch Geröll und Schutt in die Lücke zwischen Rigidalstock und dem Südwestgrat des Gross Walenstock. Der Rigidalstock wird zu Beginn in seiner  Westflanke und später über den Grat bestiegen (T5). Kurz vor dem Gipfel hat es Fixseile die eher stören als helfen.

Wieder zurück in der Lücke geht es über den Südwestgrat (T5) auf den Vorgipfel des Gross Walenstock und über eine Geröllebene auf den Gipfel. Der Übergang von der Lücke über den Grat ist im Führer mit EB bewertet. Falls EB gleich T5 ist, bin ich einverstanden :).

Der Abstieg vom Gross Walenstock führt über seine Südwestflanke in den riesigen Schuttkessel. Bald gelangt man in den oberen Felsriegel der Gross Chälen (T5). Hier bleibt man auf der rechten, östlichen Seite und steigt über Felsbänder (Vorsicht vor dem Schutt auf den Felsbändern ist geboten!) ab. Unterhalb des oberen Felsriegels gelangt man wieder in einen Schuttkessel und später an den unteren Felsriegel.  Der Abstieg folgt hier einem auffälligen Grasgrätchen mit klaren Trittspuren. Bei Nässe ist im langen Grass äusserste Vorsicht geboten.

Zurück, über den landschaftlich schönen Walenpfad, zur Bannalp (Chrüzhütte).

Tour mit Sputnik.

Tourenbericht von Sputnik: http://www.hikr.org/tour/post4098.html

Good hike,

ironknee

 


Tourengänger: Sputnik, ironknee

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Kommentare (1)


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MicheleK hat gesagt: Sprachloser Glückwunsch
Gesendet am 4. September 2007 um 01:56
Mein Glückwunsch zum fantastischen Abenteuer in dieser wilden und einsamen Steinwüste!

Herzliche Grüsse. Michele


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