Gross Ruchen


Publiziert von Freeman , 15. September 2011 um 23:16.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:13 September 2011
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1740 m
Abstieg: 1740 m
Strecke:Brunni - Nösslenen - Ruch Chälen - Ruchchälenpass - Gross Ruchen - Ruchchälenpass - Ruch Chälen - Nösslenen - Brunni
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Unterschächen
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Unterschächen
Kartennummer:1:25'000 Blatt 1192 Schächental

Der Gross Ruchen 3'138m, gelegen in den Glarner Alpen und im Kanton Uri, ist Teil der Felskette Gross Schärhorn, Chli Ruchen, Gross Ruchen, Wiss Stöckli bis Gross Windgällen, welche zwischen dem nördlichen Schächental und dem südlich verlaufenden Maderanertal liegt. Die Nordwand des Gross Ruchen (rund 1000 Hm) ist nicht allzu schwierig (ZS) zu erklettern, gem. SAC Führer ohne ausgerüstete Stände und ohne Zwischensicherungen (P 0, nat: gut) jedoch mit genügend Möglichkeiten Zwischensicherungen zu setzen oder zu legen.

Der einfachste Aufstieg auf den Gross Ruchen führt durch das rund 40° steile Couloir 'Ruch Chälen'. Hier steigt man bei Skitouren von Brunni auf den Ruchfirn auf und weiter auf den Gipfel. Diese Tour gilt als eine der anspruchsvollsten und grosszügigsten Skitouren der Zentralschweiz.

Und genau dies wollen wir auch, obwohl wir den Winter in keiner Art und Weise herbeisehnen.

Um nicht gerade eine halbe Ewigkeit an Zeit zu brauchen, lösen wir im Hotel / Restaurant Alpina in Unterschächen eine Fahrbewilligung für 20 Mäuse und fahren mit dem PW von Unterschächen bis Brunni, zuhinterst im Brunnital.

Der Aufstieg durch das Couloir 'Ruch Chälen' ist lang und wir überwinden bis zum Ruchchälenpass rund 1200 Hm.

Schon jetzt ist die Sicht zu den umliegenden Bergen sehr interessant und spornt uns an auch die restlichen 500 Hm unter die Füsse zu nehmen.

Gem. SAC Führer umgeht man vom Ruchchälenpass her kommend die Felsbastion Chanzeli. Schon beim Ruchchälenpass schnallen wir die Steigeisen an und ziehen unsere Spur eher durch die Mitte des Ruchchälenfirn. Der Ruchchälenfirn ist nicht mehr durchgehend und man steigt über abgeschliffene Felsen oder irgend eine der zahlreichen Rinnen über eine Felsstufe (2800m) auf.

Ab 2900m folgt man unschwierig dem Fels- / Schneegrat zum Gipfelaufschwung. Hier beginnt eigentlich der einzige etwas anspruchsvolle Teil der ganzen Besteigung. Die zwei möglichen Couloir's bieten genügend Stellen mit festem Fels sich zu halten, jedoch ist sehr viel Geröll und lockeres Gestein in der Flanke und den Couloir's.

Wir sind relativ in gerader Linie durch ein Couloir zum Gipfelkreuz aufgestiegen. Auf dem Gipfel wunderten wir uns dann, dass wir die beschriebene Kette nicht gesehen haben. Diese befindet sich am südöstlichen Ende des kurzen Gipfelgrates. Wir haben die Kette dann im Abstieg genutzt und ich bin durch ein anderes Couloir abgestiegen als im Aufstieg. Es gibt also mehrere Varianten den Gipfelaufschwung zu bezwingen. Man muss jedoch wissen, dass die Gefahr von lockerem Gestein von Personen oberhalb getroffen zu werden relativ gross ist, denn egal wo man sich hält oder hintritt, es bewegt sich...

Die zwei Urner Bergsteiger vor uns, haben im Aufstieg die Route über den Punkt 2754m gewählt. Wir wollten ebenfalls wissen ob man besser jene Route wählen könnte. Und so ist es auch. Der ca. 600m lange Grat ist grösstenteils mit angenehmem Schotter bedeckt, im unteren Teil mit etwas plattigem Fels aber unschwierig. Somit kann man eigentlich auch die Steigeisen im Rucksack belassen und den Gletscher auf der Kote 2600m überqueren. Auf die Steigeisen ganz verzichten würde ich aber auf keinen Fall.

Es sei noch angemerkt, dass es im Aufstieg über den Ruchenfirn am Chanzeli vorbei zahlreich grössere und tiefe Gletscherspalten hat. Ist der Gletscher nur leicht eingeschneit kann dies eine ernsthafte Gefahr bedeuten! Steigt man über den Gletscher auf, sind Steigeisen zwingend.

Der Abstieg ist zwar lang aber unschwierig, da man im lockeren Schutt gut abrutschen kann.

Es war eine super geniale Bergtour mit grandioser Sicht zu den Bergen weit herum. Vielen Dank an Noldi für die gemeinsame Tour und einen Gruss an die zwei Urner Bergsteiger.


Tourengänger: Freeman

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