Signalkuppe - Zumsteinspitze - Parrotspitze - Ludwigshöhe


Publiziert von Bergstiger , 5. September 2010 um 20:07.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:31 August 2010
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 3 Tage
Aufstieg: 2100 m
Abstieg: 2100 m
Strecke:Tag 1: Rotenboden - Monte-Rosa-Hütte Tag 2: M-R-Hütte - Signalkuppe - Zumsteinspitze - Parrotspitze - Ludwigshöhe- M-R-Hütte Tag 3: M-R-Hütte - Rotenboden

4 CH-4000er im Monte Rosa

Nachdem wir im Vorjahr bereits Nordend und Dufourspitze bestiegen haben, wollen wir in diesem Jahr noch die restlichen Schweizer Gipfel des Monte Rosa besuchen. Als Ausgangspunkt wählen wir die neue Monte-Rosa-Hütte, die alleine schon einen Besuch wert ist.

Am frühen Nachmittag starten wir bei der Bahnstation Rotenboden, der letzten Haltestelle unter dem Gornergrat. Der Weg zur Hütte wurde schon mehrfach als eigene Tour veröffentlicht und ist auf hikr gut beschrieben. Was sich im Vergleich zu letztem Jahr - und wahrscheinlich auch erst seit wenigen Wochen - verändert hat, ist der  neue Zustieg auf den Gletscher. Eine neu installierte Leiter führt ca. 10m die Felsen hinunter. Während der Gletscherüberquerung treffen wir immer wieder schlecht ausgerüstete Leute, ohne Steigeisen, ohne Pickel, ohne Bergschuhe...
Die neue Hütte glänzt schon von weitem in der Sonne und nach etwa 2 Stunden und 20 Minuten können wir die grosse Terrasse vor der Hütte betreten. Die Hütte beeindruckt mit einem grossen, hellen Speisesaal und einem breiten Treppenhaus. Die Zimmer sind etwas speziell eingeteilt, da kann es schon vorkommen, dass eine Matratze plötzlich 6 statt der üblichen 4 Ecken aufweist. Alles in allem wurde der Platz aber gut ausgenutzt und die Zimmer in bequeme Grössen aufgeteilt.

Frühstück gibt es um 2 Uhr oder um 7 Uhr. So stehen wir am nächsten Morgen um 1.45 Uhr auf. Der Himmel ist sternenklar, ein wunderschöner Tag kündigt sich an. Nach dem Morgenessen starten wir um ca. 2.30 Uhr Richtung Signalkuppe. Im Licht der Stirnlampen finden wir den Weg zum Gletscher problemlos, nicht zuletzt, weil wir bereits am Vortag aufgestiegen sind und uns einige kleine Steinmännchen als Orientierungshilfe gebaut haben.
Wir seilen uns an, die Temperatur wird immer kühler, je höher wir kommen. Zum Glück finden wir die Spur durch den Gletscherabbruch auf einer Höhe zwischen 3400m und 3700m ohne grössere Umwege. Es ist sehr beeindruckend, mitten in der Nacht an diesen riesigen Spalten und Löchern vorbei zu gehen, erst bei Tageslicht im Abstieg wird mir wirklich bewusst, wie tief und breit die Furchen im Gletscher sind.
In der Zwischenzeit ist mein Trinkschlauch vollständig durchgefroren, längere Pausen machen ist fast unmöglich, da es sofort bitterkalt wird. Der weitere Weg lässt sich ohne grosse Schwierigkeiten meistern, nur die Höhe macht die ganze Sache ziemlich anstrengend.
So sind wir froh, als wir nach etwa 6 Stunden in der Signalkuppe ankommen. Wir trinken warmen Tee und essen - endlich ohne zu frieren - in der Capanna Margherita, der höchsten Schutzhütte Europas. Nach einer längeren Pause steigen wir wieder zum Colle Gniffeti ab und beginnen sogleich mit dem kurzen Aufstieg auf die Zumsteinspitze. Diese ist einfach zu erreichen, der Aufstieg weist keine besonderen Schwierigkeiten auf. Wir stehen nur kurz auf dem Gipfel und beginnen gleich mit dem Abstieg, der nächste Gipfel soll die Parrotspitze sein. Vom Seserjoch steigen wir steil auf den Grat, der anschliessend immer sanfter ansteigend zum Gipfel führt. Es zieht ein kräftiger Wind hier oben, so gehen wir weiter dem Grat entlang Richtung Piodejoch. Von hier sind nicht mal 60 Höhenmeter zu überwinden, und man steht bereits auf dem nächsten Viertausender, der Ludwigshöhe. Wir geniessen das wunderschöne Panorama, hier ist es zum Glück weniger windig. Auf der Hochgebirgsautobahn gehen wir zurück zum Seserjoch, wo wir unserer Aufstiegsspur wieder nach unten folgen. Der Abstieg verlangt vor allem im Gletscherabbruch einiges an Vorsicht. Nach 12 Stunden und 30 Minuten erreichen wir wieder die Hütte.
Wir entschliessen uns, nochmals eine Nacht in der schönen Hütte zu verbringen und am nächsten Morgen abzusteigen.  

Diesmal gibt es erst um 7 Uhr Frühstück für uns, wir sind froh diese Nacht länger schlafen zu können. Kurz vor 8 Uhr beginnen wir mit dem Abstieg, der dann aber bald in einen Wiederaufstieg zur Station Rotenboden mündet. Bei herrlichem Wetter geniessen wir nochmals den Ausblick von der Station Rotenboden auf die umliegenden 4000er und lassen uns dann gemütlich und knieschonend von der Bahn nach Zermatt bringen.


 

Tourengänger: Bergstiger

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Kommentare (3)


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mamiestho hat gesagt: Super Tour...
Gesendet am 5. September 2010 um 20:25
.. super Bilder; Gratulation!

Gelöschter Kommentar

Bergstiger hat gesagt: RE:
Gesendet am 5. September 2010 um 20:44
Vielen Dank,

ich wünsche euch tolle und unfallfreie Touren!

gruess bergstiger


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