Nuaracher Höhenweg


Publiziert von Mimir , 30. August 2010 um 23:30.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Loferer- und Leoganger Steinberge
Tour Datum: 8 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 8:45
Zufahrt zum Ausgangspunkt:47°31'18.17" N 12°36'01.93" E Parkplatz im Lastal problemlos mit dem Auto erreichbar.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Parkplatz Pillersee. Von dort kurzer Fußmarsch (ca. 5 min.) zum Ankunftspunkt
Unterkunftmöglichkeiten:Keine direkten Unterkunftsmöglichkeiten auf dem Weg. Man kann notfalls (Wetterumschwung, Notlage,...) aber vom Gipfel des Mitterhorn aus zur Schmidt-Zabierow-Hütte absteigen (ca. 45-60 min.)

Der Wanderbericht ist zwar von August oder September 2009, aber trotzdem könnte er ein paar hilfreiche Infos geben, besonders für Neulinge. Hier mein Wanderbericht über einen der angeblich schönsten Wanderwege der Nordalpen.
Die Beschreibung des Nuaracher Höhenwegs ist analog zum Aufstieg zum Mitterhorn, da dieses einen der 5 Nuaracher-Höhenweg-Gipfel bildet.

 
Der Nuaracher Höhenweg

 
Gehzeit: 8,5-12 Stunden Unerlässliche Ausrüstungsgegenstände: VIEL WASSER (3 Liter, an heißen Tagen sollte es aber mehr sein), Die Schuhe müssen hundertprozentig passen!, Sonnenschutz, Regenschutz, Warme Kleidung, Erste-Hilfe-Set
Man startet vom Lastal in St.Ulrich.
Der Einstieg zum Wanderweg befindet sich 47°31'18.17" N 12°36'01.93" E. Die erste Viertelstunde geht man sanft ansteigend durchs Lastal. Nach etwa 15 Minuten kommt man zu einem stark ausgeprägten Bergrücken, Spanneck genannt. Hat man diesen passiert, so kommt man auf einen steilen Waldpfad. Man sollte die letzten Bänke zu einer kurzen Trinkpause nutzen, da nach dem Waldabschnitt keine Bänke zu finden sind. Nach dem Waldabschnitt kommt man in die Latschenkieferzone, durch die sich ein noch zu erkennender Weg in Serpentinen den Berg hinaufschlängelt. Der Weg ist durch Holz"stufen", besser gesagt im Hang befestigte Bretter, gestützt. ist die Latschenkieferzone passiert, so kommt man auf einen Geröllhang.







Man sollte hier aufpassen, da es leider auch manch besonders Vorsichtigen passiert, dass er Steine abtritt. Nach etwa 25 Minuten auf dem Geröllhang kommt man zu einer Abzweigung. Rechts geht es zur Schmidt-Zabierow-Hütte, dem Klettersteig "Nackter Hund" und dem Reifhorn. Da wir aber aufs Mitterhorn wollen, und keine Kletterausrüstung haben, bevorzugen wir den direkten Weg aufs Mitterhorn und biegen links ab. Nach wenigen Metern kommt man zu einem großen Schneefeld.



Nun ist von einem Pfad/Weg nichts mehr zu erkennen, und man muss sich an den roten Markierungspunkten orientieren.



Das heißt: Augen offen halten, denn die Punkte sind manchmal etwas irreführend oder absurd angebracht. Nun bieten sich die ersten schönen Aussichtsmomente.





Diesen "Weg" geht man nun etwa eine halbe Stunde, und hier ist bereits Schwindelfreiheit von Vorteil.



Hat man den Hang geschafft, so sind es nurmehr ca. 20 Minuten zum Mitterhorn. Man kommt zu einer Kurve, von welcher sich bereits ein herrlicher Blick auf die Steinberge bietet. Wenn man nun um's Eck geht, kommt man zum Klettersteig-Einstieg.

Nun kann man sich entscheiden, entweder weiterhin in Schlangenlinien zum Gipfel zu gehen, oder sich den letzten Abschnitt durch das Steigen von Leitern und ein bisschen Gekletter, abzukürzen. Der Klettersteig trifft sich aber immer wieder mit dem normalen Weg, also sollte einem der Klettersteig zu schwierig sein, kann man auch später noch auf den nrmalen Weg umsteigen. Der Klettersteig ist ohne Ausrüstung problemlos benützbar, vorausgesetzt man trägt gutes Schuhwerk und eine Portion Schwindelfreiheit mit sich. Eventuell gefährliche Stellen sind mit optimal platzierten Griffen und/oder Seilen befestigt und über Steilstufen führen sogar Leitern, die zwar etwa wackelig, aber relativ sicher sind. Es ist aber sicher kein Fehler Handschuhe mitzunehmen. An heißen Tagen reichen Fahrradhandschuhe, diese sorgen 1.)Für besseren Halt an den Stahlseilen und 2.)Beim Klettern an den rauen Felsen vor Abschürfungen. An kühleren Tagen empfehle ich wärmere Handschuhe, da die Leitern und Seile oft reifbedeckt sind.

Über den Klettersteig erreicht man in ca. 15 Minuten den Gipfel des Mitterhorns
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Das Mitterhorn ist mit 2506 Metern Höhe, der zweithöchste Berg der Loferer Steinberge (den höchsten bildet das Ochsenhorn mit 2511 Metern). Bei klarer Sicht sieht man angeblich bis nach München. In den Genuss solcher Sichtverhältnisse konnte ich bisher noch nicht kommen, da ich das erste Mal in dichtestem Nebel unterwegs war, und es das zweite Mal ziemlich dunstig war. Allerdings konnte ich den Chiemsee sehen
.


Auf dem Mitterhorn begrüßen einen dann die berüchtigten Alpendohlen, die eine ungestörte Jause unmöglich machen.



Für den Aufstieg des Mitterhorns brauchten wir 3:20 anstatt der angegebenen 5 Stunden. Dennoch ist es vernünftig mit den etwas übetriebenen Gehzeiten, die in Wanderkarten und auf Wegweisen zu finden sind, zu rechnen, da es ja immerhin zu ungeplanten Pausen u.dgl. kommen könnte. Nun kann man sich entscheiden; ist man schon recht erschöpft, so sollte man besser wieder den gleichen Weg runter, wobei ich sagen muss, dass der Abstieg durch das Lastal extrem kräfteraubend ist. Ist man konditionell noch gut drauf, und für weitere 6-7 Stunden Gehzeit bereit, so kann man nun den Nuracher Höhenweg fortsetzen. Dazu geht man nun am besten den normalen Weg vom Gipfel des Mitterhorns herunter. Geht man den Klettersteig, so trifft man sich nicht mit der Abzweigung zum Höhenweg. Nach etwa 10-15 Minuten kommt man zu einer Abzweigung, wo man das letzte Mal die Chance hat, abzusteigen. Ansonsten kann man von hier aus auf den nuaracher Höhenweg abzweigen. Nun geht es sanft bergab. Man kommt nun zu den berüchtigten Karstdolinen, das sind ziemlich große und zum Teil sehr tiefe, durch Witterung und Erosion entstandene Gruben, vor denen man sich hüten sollte.



Nun geht man sanft auf-und absteigend Richtung Großes Rothorn und man entfernt sich immer weiter vom Mitterhorn, welches man überraschend schnell zurückgelassen hat
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Zwischendurch bieten sich auch schöne Plateaus auf denen man eine gemütliche Rast einlegen kann. Kommt man auf ein markantes rotes Plateau, welches man gleich an den interessanten, rot-gelb geschichteten Steinen erkennt, so ist es nicht mehr weit zum Großen Rothorn

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Nun geht es relativ steil bergauf, und zwischendurch muss man auch ein wenig "klettern".



Hat man diese Steigung bezwungen, so ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel des Großen Rothorns. Auch dort kann man sich ins Gipfelbuch eintragen

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Nun geht es radikal bergab, zwischen Bergstufen. Besonders hier besteht Rutschgefahr, und man sollte besser langsam und sicher gehen.





Nach wenigen Minuten kommt man zu einer Abzweigung. Wer nach wie vor keine Anzeichen von Erschöpfung verspürt, kann noch einen kurzen Abstecher auf den Gipfel des Kleinen Rothorns (auch Rothörndl genannt), wagen.


Ansonsten geht man einfach dem Wegweiser nach "Nuaracher Höhenweg". Es geht immer weiter runter. Erst bei einer Ansammlungen von großen Felsen, geht es wieder geradeaus in Richtung Ulrichshorn. Man geht nun sanft ansteigend unter dem Kleinen Rothorn. Der Weg nun ist recht gemütlich, allerdings bietet sich einem zur Linken ein steiler Hang, also hier ist Schwindelfreiheit gefragt. Außerdem mag es verlockend sein, hier Steine runterrollen zu lassen, aber das sollte man unbedingt unterlassen, da man nicht weiß, wie weit der Stein rollt, und ob nicht doch Wanderer unter einem auf dem Weg sind. Aber soviel gesunden Menschenverstand (Seit es die neue Billa-Werbung gibt, meide ich es, das Wort Hausverstand zu verwenden) sollte wohl jeder haben. Wenn man nun um's Eck kommt bietet sich nun ein Blick auf das Ulrichshorn.

Dazwischen liegen allerdings noch zahlreiche kleine Hügel, die man aber zum Glück nur umgehen und nicht direkt überqueren muss. Nach ca. 30 Minuten kommen die ersten seilgesicherten Stellen und Passagen. Das ist ein Zeichen, dass man nicht mehr weit von der "Truhe" ist, einem, zumindest von unten, kastenförmig erscheinenden Fels.

Hat man die Truhe passiert, kommt man zu einer steilen Felswand. Diese sieht zunächst abschreckend aus, doch die Bergrettung St.Ulrich hat die Stelle ausgezeichnet gesichert und mit Griffen, Tritteisen und Seilen versehen, sodass man auch ohne Kletterausrüstung problemlos in wenigen Minuten raufkommt. Hat man diese Stelle überwunden, ist man in wenigen Minuten auf dem Ulrichshorn. Von hier bietet sich eine herrliche Aussicht auf die Steinberge, als auch auf den Pillersee.



Den Gipfel des Ulrichshorns sollte man dazu nutzen, sich vor dem Abstieg nochmal richtig zu regenerieren.

Nun geht es bergab. Der Abstieg vom Ulrichshorn erscheint zwar länger, dafür aber wesentlich angenehmer als der Abstieg durch das Lastal, welchen man gewählt hätte, wenn man vom Mitterhorn wieder abgestiegen wäre. Besonders beim Abstieg ist es wichtig, perfekt passende und Halt gebende Schuhe zu haben. Fällt einem dies zu spät auf, so sollte man präventiv unbedingt auf Blasenpflaster oder auch normale Pflaster zurückgreifen, wenn man merkt, dass es irgendwo drückt.. Entland von Felswänden und durch seilgesicherte Passagen gelangt man in ca.15 Minuten zum Heimkehrerkreuz.







Wer den Ulricher Höhenweg gegangen ist, weiß nun, wie selbiges zu seinem Namen gekommen ist. Vom Heimkehrerkreuz (1949 Meter) geht es bergab. Die ersten 15 Minuten noch im leicht felsigen Gelände und durch ein paar seilgesicherte Passagen.





Ist man aus dem felsigen Gelände draussen, so kommt man zu einem höhlenartigen Vorsprung. Von hier geht man einen recht gemütlichen, in Schlangenlinien verlaufenden Weg zwischen Latschenkiefern.



Nach ca.30-40 Minuten gelangt man zur Bräuplatte, einem markanten, baumbewachsenen Plateau. Von hier aus geht man einen mittelschweren, schier unendlich scheinenden Waldpfad. Nach etwa 40-50 Minuten kommt man beim Zufluss des Pillersees raus. Um Missverständnissen vorzubeugen: Den Nuaracher Höhenweg ging ich gemeinsam mit einem Freund. Die nebeligen Fotos vom Aufstieg zum Mitterhorn wurden bei einer eigenen Wanderung alleine aufs Mitterhorn gemacht... Dabei gab es einige gewaltige, man könnte sagen magische Momente... "Stoamandln" zeugen von der Ahnenzeit...



Magische Momente...





Die Wolken lichten...

Eine Gams... :)




Tourengänger: Mimir


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