Durchs Grieseltal zum Traunspitz und über den Nuaracher Höhenweg wieder zurück


Published by Gherard , 25 September 2012, 19h42.

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Loferer- und Leoganger Steinberge
Date of the hike:22 September 2012
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 2 days
Height gain: 2550 m 8364 ft.
Height loss: 2550 m 8364 ft.
Route:25,3 km
Access to start point:Von St. Ulrich Richtung Hochfilzen durch den Ortsteil Schwendt, nach ca. 500 m nach links abzweigen ("Jausenstation Grieseltal") ca. 400m weiter ist eineParkmöglichkeit.
Access to end point:n.a.
Accommodation:Schmidt-Zabierow-Hütte
Maps:Alpenvereinskarte Nr. 9 Loferer und leoganger Steinberge

Neugierig gemacht hat mich Koasakrax durch seine Beschreibung der Tour auf den Traunspitz *Das wahrscheinlich schönste Gipfelkreuz der Loferer Steinberge. In diesem Bericht hat er den Weg auch sehr schön beschrieben: Nach etwa 2 km endet der Forstweg abrupt. Auf einem schmalen, nicht markierten Pfad geht es dann steile Waldhänge querend hinauf.  Irgendwie jetzt schon etwas schaurig, denn ein Stolpern würde fatal in einer Rutschpartie enden. Am Hirschbadsattel endlich überblickt man dann den Weiterweg über den Fellerer Sand. Am westlichen etwas felsigenRand ist er gut zu begehen, das Rotschartl ist nur ein enger Durchschlupf, den man erst kurz vorher erkennt.

Die Besteigung des Traunspitzls hat mich etwas an meinem Orientierungsinn zweifeln lassen lassen. Der vermeintliche Gipfel entpuppt sich als einer von mindestens dreien, also auf der Westseite wieder hinunter durch schuttbedecktes Schrofengelände: Ob das wirklich der richtige Weg ist?
Eine Serie von Kletterhaken liessen mich dann noch mehr zweifeln. Meinem GPS Track bitte nicht folgen. (Über den sinnvollen Einsatz von GPS bei solchen Touren lässt sich vermutlich lange streiten, aber mich hat es immerhin davor bewahrt, auf dem Rückweg eine noch riskantere Route zu wählen). Der Alpenvereinführer schreibt "direkt am Rotschartel nach W in die schrofige O-Flanke des Traunspitzel ansteigen, bis man den Grat gewinnt." (415).  Kaum war ich mehr schlecht als recht dort, haben mich die Sturmböen einer heranziehenden Regenfront fast weggeblasen. Aber ich war dort und konnte dieses wirklich sehr schöne Gipfelkreuz bewundern und über die Aufschrift nachdenken - zumindest nachdem ich am Rotschartl die Zitterpartie beendet hatte. Der Weg hinunter in die kleine Wehrgrube ist auch ziemlich rutschig. Dann hinunter, an diesem eindrucksvollen Blockgelände vorbei zum modern gestalteten Webermartel. Man kann es übrigens aufklappen und die Geschichte vom Tod eines Bauern, Salzschmuggler und Wilderers im Jahr 1844 nachlesen. Dann hinüber zur gastlichen Schmidt-Zabierow-Hütte.

Sonntag: Hinauf zur Waidringer Nieder und weiter zum Mitterhorn und dann den langen Weg zurück nach St. Ulrich über den viel gelobten Nuaracher Höhenweg. Mein Lieblingsgipfel ist das Rothörnl, dem ein kurzer Abstecher galt. Der Weiterweg ist eine Mischung aus einer begehbarem Bildhauerwerkstatt und einem Abenteuerspielplatz, immer wieder Stellen, wo man hoft, dass der Fels doch bitte diesmal noch nicht ganz zerbröselt und in sich zusammensinkt. Und die Sicht...

Ergänzung am 20.10.2014 
antenberg schreibt in einem Kommentar zu dieser Tour: "...dass der beste Weg vom Rotschartl vom ersten Gratkopf aus praktisch immer direkt über den Grat führt. So sind wir dann letztlich auch gut und sicher ins Rotschartl gelangt"




Hike partners: Gherard


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Comments (4)


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antenberg says: Traunspitzl-»Normalweg«
Sent 20 October 2014, 16h11
Hallo, wir waren im Juni 2014 am Traunspitzl über die Route Pro Grufti. Es war eine tolle Kletterroute für nicht ganz so »gaache« Climber ;-)
Gewisse Probleme hat uns dann allerdings der Rückweg über den sog. Normalweg bereitet. In mehreren Quellen haben wir (wie Du) gelesen, man solle vom Rotschartl in der schrofigen Ostflanke ansteigen. Das haben wir im Abstieg auch versucht – mit einer fragwürdigen Sicherung, die wohl mehr eine psychologische war. Nach unserer unmaßgeblichen Meinung extrem gefährlich! Dabei kommt man in sehr steiles, kiesig-rutschiges Absturzgelände. Beim Rückweg bist Du ja noch tiefer in die Flanke geraten.
Nach langem Hin und Her fanden wir dann, dass praktisch durchgehend auf der Gratschneide in einigermaßen gutem Fels goldene Bohrhaken den richtigen und meist unproblematischen Weg weisen. Der mutmaßlich erste Gipfel, also der erste Gratkopf wird vom Rotschartl auf überweigend feinem, steilem Schotter erreicht (das sieht man auch in Deinem GPX-Track – dann aber sollte man immer oben bleiben! Warum kann das nirgendwo so stehen?
Insgesamt aber eine tolle Tour und eine eindrucksvolle Landschaft! Hier gibt's ein paar Fotos von uns:
https://picasaweb.google.com/109182542433109493480/TraunspitzlImLofererSteinberg?authuser=0&feat=directlink
Grüße aus Bad Reichenhall
Michael und Brigitte

Gherard says: RE:Traunspitzl-»Normalweg«
Sent 20 October 2014, 17h35
Hallo Michael und Brigitte,
es tut mit Leid, dass meine Kommentare in die Irre führten! Ich habe den Alpenvereinsführer zitiert "vom Gipfel nördlich dem Grat folgen und nach etwa 100 m in die schrofige O-Flanke. Diese auf teilweise geröllbedecktem Gelände nördlich querend, zuletzt über eine kurze Steilstufe direkt ins Rotschartl (R75), 15 min. (stark schuttbedecktes Schrofengelände)."

Mir war schon 2012 klar, dass meine Route wohl kaum der richtige Weg war, was ich auch schrieb.

Schöne Grüße,
Gherard

antenberg says: RE:Traunspitzl-»Normalweg«
Sent 20 October 2014, 18h23
Servus Gherard! Danke für Deine schnelle Antwort. Nein, nicht Deine Kommentare haben uns in die Irre geführt, sondern eben, wie Du sagst, der Eintrag im AV-Führer und ein paar Angaben im Internet. Deswegen fand ich es wichtig, hier zu posten, dass der beste Weg vom Rotschartl vom ersten Gratkopf aus praktisch immer direkt über den Grat führt. So sind wir dann letztlich auch gut und sicher ins Rotschartl gelangt.
Viel Spaß in den Bergen :-)
Grüße Michael

Gherard says: RE:Traunspitzl-»Normalweg«
Sent 20 October 2014, 19h40
und vielen Dank für die Fotos.
2012 hat mich Wind fast weggeblasen und auch aus den bereits diskutierten Gründen dachte ich nicht so sehr ans Fotografieren!
Gruß,
Gherard


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