Föisc, Lago Ritom, Lukmanierpass - etwas für's Gemüt


Publiziert von Pfaelzer , 30. August 2010 um 22:05.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:29 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo del Sole   Gruppo Scopi   CH-GR 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 780 m
Abstieg: 650 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo piora
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Lukmanierpass

Nach einer bis zum Samstag Morgen dauernden Arbeitswoche sollte es heute etwas Gemütliches werden.
Und das Wetter sollte einigermassen stimmen, also fast schon Wellness (ich hasse ja diesen Begriff)
Der  Süden versprach Sonne und so entschieden wir uns für die Wanderung vom Lago Ritom zum Lukmanierpass, vorher kurz auf den Föisc.
Gemütlichkeit hiess auch vorhandene Aufstiegshilfen zu nutzen, wollten wir doch sowieso mal mit der steilen Standseilbahn fahren.
Der 7:31 Zug ab Zürich war nicht stark belegt, umso überraschter waren wir, was da alles in Airolo ausstieg.
Übrigens mal wieder der klassische Gotthard-Effekt: bei durchwachsenem Wetter in den Tunnel rein, bei der Ausfahrt Sommer. 
Freude.
Aber wieviel Volk da in Airolo offensichtlich auf den gleichen Bus wartete wie wir...und wo wollten die wohl alle hin?
Mir schwante schon Böses.
Wir waren am unteren Ende der Altersskala.

Den Kaffee im Hotel Des Alpes (Tip und Ritual von Henrik) um die 20min Wartezeit bis zur Abfahrt des Busses sinnvoll zu nutzen schminkten wir uns ab.

Es galt, einen Platz im Bus zu ergattern.

Dieser kam auch schon bald und öffnete genau vor uns die Tür.
Irgendwann war der Bus dann bis auf den letzten Stehplatz gefüllt, wobei die Senioren mehrmals vom Fahrer lautstark aufgefordert wurden doch aufzurücken und alle vorhandenen Plätze zu nutzen.

In Piotta bei der Talstation der Ritom-Bahn schafften wir es wieder dank schon im Bus vorausschauender An-der-Hintertür-Sitzplatz-Taktik einen vorderen Platz in der Schlange zu ergattern, so dass wir schnell zu einem Ticket kamen und noch einen Platz in der fast vollen Bahn.
Die fuhr auch gleich los, fährt nur in eine Richtung, also wäre das Warten schon ärgerlich.

Die Fahrt selbst ist natürlich ein Erlebnis, gilt die Bahn doch als steilste Standseilbahn Europas und überwindet auf 1369m Streckenlänge 786 HM.

Oben kann man dann direkt auf der Fahrstrasse in 15min zum Lago Ritom wandern, das taten auch alle ausser uns, wir nahmen den einfachen Bergweg auf den Gipfel des Föisc, den man leicht in 45min erreicht.

Acht Höhenmeter unter dem Gipfel befindet sich das Rifugio Föisc, in welchem im Januar auch schon mal ein Hikr übernachtet hat. sieht sehr heimelig aus.

Dieser unspektakuläre Grasgipfel bietet eine hervorragende Aussicht die wir auch lange genossen, es hat dort sogar eine transportable Holzbank die man sich Blickrichtung hinstellen kann.

Den Camoghè könnte man auch einfach erreichen, uns stand da heute aber nicht der Sinn danach und so stiegen wir vom Föisc direkt ab zum Lago Ritom, man kommt in der Nähe der Staumauer auf die Fahrstrasse, die nicht nur bis zum See führt, sondern auch noch am Ufer entlang bis zur Alpe di Piora.
Und die Bergbeizen auf dem Weg dahin werden auch teilweise von PW's angesteuert.
Die vielen Ausflügler hier oben gingen in eines dieser Restaurant's, maximal bis zur Capanna Cadagno.
Der Weg führt nun weiter durch das wunderschöne weite Val Piora, immer ganz sanft ansteigend durch viele Bäche hindurch, am Ende etwas steiler und gestuft durch Blockgelände bis zum Passo dell'Uomo 2218m.

Ab jetzt geht es auf breitem, nicht steilem aber sehr geröllhaltigem Weg bergab durch das Val Termine zum  Lai da Sontga Maria der auch schon bald ins Blickfeld gerät. Nach 30min ist man unten.
Man sieht auch schon die Galerien der Lukmanierstrasse, am See angekommen läuft man noch 15min rechts am Ufer entlang und erreicht dann die Passhöhe mit Restaurant und Bushaltestelle.

Kurz vor 15:00 waren wir dort, der Bus nach Disentis fährt um 15:27 (Buslinie nur im Sommer in Betrieb) und sowohl diese Busfahrt als auch die Zugfahrt durch die Surselva ist ein Genuss. Waren wir doch schon längere Zeit nicht mehr da.

Um 19:45 waren wir wieder daheim und hatten einen wunderschönen gemütlichen Sonntag verbracht, genau so wie wir uns das vorstellten.

Wer zum Lago Ritom will und die Möglichkeit dazu hat, der sollte das besser unter der Woche machen, da ist es bestimmt ruhiger.


Tourengänger: Pfaelzer, Steinlaus

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Kommentare (2)


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dabuesse hat gesagt:
Gesendet am 30. August 2010 um 22:31
Schade war ich an diesem Tag nicht da oben...vielleicht trefft ihr mich beim nächsten Mal in der Gegend, wenn ich in den Gebüschen und Geröllhalden des Val Termine herumirre, wer weiss.

übrigens: unter der Woche hatte es vor ein paar Wochen immer noch sehr viele Leute, mittlerweile hat es sich aber beruhigt, letze Woche war ich sogar mal der einzige im Lukmanier Hospiz Massenlager.

gruss David

Henrik hat gesagt: Ganz lieben Dank ihr beiden
Gesendet am 31. August 2010 um 13:57
für die Anmerkung über das Warten auf die Anschlüsse...

> (Tip und Ritual von Henrik)

Vielleicht führen die Wege ja wieder zusammen für noch etwas im Tessin?

Gruess us em Flachland-Basel...

silberquäki


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