Ochsenkopf - Scheiakopf


Publiziert von Delta Pro , 31. August 2010 um 20:19.

Region: Welt » Liechtenstein
Tour Datum:29 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: FL   A 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 660 m

Hübsche Grattour im Ländle mit reichlich brüchigem Fels
 
Die Überschreitung des Grenzkammes über Malbun kam kürzlich auf Hikr durch die Einträge von Ivo66 und marmotta zu unerwarteten Ehren. Kein Wunder, dass wir uns auch einmal einen Augenschein von diesem „grenzwertigen“ (hab ich das richtig verstanden? ;-) ) T5+ machen wollten.
Die Tour zeichnet sich weder durch unglaubliche Schönheit, noch durch extreme Ausgesetztheit aus, sondern vor allem durch viel splittrigen Fels und loses Geröll. Dies der Disclaimer, damit sich keine Sportkletterer dorthin verirren. Sie könnten enttäuscht sein. Wenn man aber einsame, wilde Grat und unberührte Bergwelt mag, ist man zwischen Ochsenkopf und Scheuakopf am richtigen Ort. Während die Traverse des Ochsenkopfs mit deutlichen Wegspuren und Markierungen versehen ist, bewegt man sich nachher nur noch auf Tierpfaden. Das Gelände ist oft etwas unübersichtlich, meist sind verschiedenste Routen möglich – nachher merkt man immer, dass die andere doch besser gewesen wäre… Die technischen Schwierigkeiten sind nirgends hoch, auch kommt man meist in mässig steilem Felsgelände durch. Der extrem brüchige Fels erfordert aber trotzdem Vorsicht.
 
Noch auf der Anfahrt sah es nach einer denkbar schlechten Entscheidung aus, heute ins Ländle zu reisen. Es regnete in Strömen und Gipfel mit der Höhe unserer Ziele waren im Winterkleid. Doch, oh Wunder, der Sommer hatte ein Einsehen und bescherte uns einen zwar spätherbstlich kühlen, aber sonnigen Tag.
Von Sareis auf guten Wegspuren in der Südflanke gegen den Gamsgrat hinauf. Gegen Ende wird es im losen Geröll doch noch recht mühsam. Oben auf dem Grat ist dann Geniessen angesagt – zwischen Himmel und Erde. Mit etwas Auf und Ab, am Schluss in der Westflanke zum schönen Gipfelkreuz des Ochsenkopfs (T4). Hier war dann definitiv Zeit für Handschuhe und Goretex-Jacke – im Februar war’s schon auf manchem Gipfel angenehmer! Abstieg auf dem Weg, der meist etwas westlich des Grates verläuft bis zu Pt 2179, dann auf einem kleineren Weglein weiter dem Grat entlang. Einen bald folgenden Felsabfall umgeht man nach links in die Flanke ausholend (T5). Hierher würde man einfacher gelangen, indem man auf dem Wanderweg absteigt und dann horizontal hineinquert (Wegspuren). Abschliessend einfach auf den Gipfel des Ruchbergs.
Der Abstieg ins Bettlerjöchle ist mit Abstand das Schlüsselstück der Überschreitung. Wir wählten im Gegensatz zu unseren Hikr-Vorgängern wohl Varianten, die etwas weiter links verliefen und umgingen einige Türme auf Geröllbändern in der Westflanke (T5+). Dabei gab’s sogar eine originelle Passage durch ein Felsenfenster. Am besten hält man sich aber wahrscheinlich schon ganz zu Beginn der Steilstufen möglichst weit in die begraste Ostflanke. Der Abstieg ist nicht schwierig, erfordert aber einiges an Zeitaufwand, da Griffe und Tritte gut geprüft werden müssen. Den Gegenaufstieg zum Scheuakopf machten wir uns einfach, indem wir nach den ersten Türmen einem Wildwechsel mehr oder weniger horizontal in die Ostflanke folgten. Damit umgeht man die Legföhren und erreicht direkt die offene Gipfelwiese. Am Schluss einen Aufschwung rechts umgehend auf den Hauptgipfel (T4). Abstieg durch die NW-Flanke zum Fahrsträsschen. Dies geschieht am besten in der Direttissima durch eine steile Rinne, die das Legföhrendickicht durchschneidet. Über das Fürkle zurück nach Malbun
 

Tourengänger: Delta, sglider

Galerie


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