Vom Wallis über den Gemmipass nach Bern


Publiziert von Mel , 20. August 2010 um 21:21.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:20 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   CH-BE 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 950 m
Abstieg: 620 m
Strecke:Leukerbad - Gemmipass - Kandersteg, Bergstation Sunnbüel (14km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit SBB bis Leuk, von dort weiter mit dem Bus nach Leukerbad
Zufahrt zum Ankunftspunkt:SBB/BLS nach Kandersteg
Unterkunftmöglichkeiten:Berghotel Schwarenbach, Lämmerenhütte SAC, diverse in Leukerbad & Kandersteg
Kartennummer:1267

Spontan entscheide ich mich am Donnerstag nach der Arbeit noch rasch nach Gampel ans Openair zu fahren und mir die Queens of the Stone Age anzusehen. Die ergänzende Idee: Am nächsten Tag zu Fuss wieder ins Bernbiet zurück.

Mir schwebt die Route von der Laucherenalp über den Lötschenpass ins Gasterental vor, eine Wanderung, die ich schon lange unter die Füsse nehmen möchte. Allerdings scheint sie mir dann nach ein bisschen recherchieren nicht unbedingt geeignet für eine "Solo-Erstbegehung". Zwar soll die Gletscherpassage an und für sich unproblematisch sein, was aber wenn ich plötzlich auf einer mir unbekannten Strecke in dicken Nebelschwaden strande? Ich kenne meinen Orientierungs(un)sinn, darum...  leider nein.

Als Alternative wähle ich den deutlich weniger heiklen Gemmipass. Dort kann ich notfalls den Hochspannungsleitungen nachlaufen, sollte ich mich verirren ;-)

Praktischerweise habe ich eine Unterkunft in Susten b. Leuk und fahre fast ausgeschlafen mit dem 09:30 Uhr - Bus nach Leukerbad. Die ersten Schritte haben etwas hart, wahrscheinlich muss erst der delikate Walliser Wein (Leuker Sonne. Sehr zu empfehlen!) vom Vorabend aus dem Körper geschwitzt werden. Anfangs laufe ich auf mässig steilem Weg durch ein Wäldchen hoch. Kaum sind die schattenspendende Bäume passiert, brenntet die Sonne auf mich nieder. Mit zunehmender Höhe gesellt sich aber ein garstiger Wind dazu und ich weiss nicht mehr, ob ich das Jäggli an- oder ausziehen soll.

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Treppen hasse? Nett, dass mein Weg im oberen Drittel fast ausschliesslich aus ebensolchen bestehet... Was solls, ich nehms als Training; mehr bleibt mir ja kaum übrig. Mit Aus- und Fernsicht ist heute nämlich leider auch nicht viel zu wollen und immer bedrohlicher türmen sich die schwarzen Wolken über mir. Somit wäre auch mein Lunch-Ziel, ein Abstecher in die Lämmerenhütte, gestrichen. Denn sollte es tatsächlich anfangen zu gewittern, befinde ich mich dann doch lieber auf der Wanderautobahn als auf einem alpinen Hüttenweg.

Diese Entscheidung scheint sich als richtig heraus zu stellen, denn wenige Minuten nach dem Erreichen des höchsten Punktes meiner heutigen Wanderung beginnt es zu tröpfeln. Ich laufe zügig weiter zum Daubensee, auf dem man heute formidabel Windsurfen könnte. Da ich grad noch keine Lust auf Autobahn habe, wähle ich den abwechslungsreicheren linken Uferweg, der wohl aber etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Ist der See einmal passiert, bleibt mir nichts mehr anderes übrig als den breiten Wanderweg. Als ich im Frühjahr das letzte mal hier oben war, lagen hier und dort noch Schneefelder. Diese sind mittlerweile verschwunden und so ist man fix im Berghotel Schwarenbach angelangt, wo ich mir mein etwas verspätetes Mittagessen gönne. Ohne bisher jemals in der Lämmerenhütte gegessen zu haben, wage ich es jetzt einmal zu behaupten, dass das Essen im Schwarenbach mindestens genauso gut ist! Der Aprikosenkuchen zum Dessert war vielleicht etwas zu viel des Guten (die letzte Etappe bis zur Bergstation Sunnbüel hätte ich lieber rollend zurückgelegt, so vollgefressen war ich) aber so was von köstlich!!!



Tourengänger: Mel


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