Mäderlicke 2887 m.ü.M., Gipfel P. 2946 - nach eisigem Versuch bis unter's Wasenhorn


Publiziert von Felix Pro , 27. Juli 2010 um 23:58. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:25 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Aufstieg: 1375 m
Abstieg: 1375 m
Strecke:Simplonpass - Chaltwassertälli - Monte Leone Hütte - S-Grat bis zum Altschneefeld - Monte Leone Hütte - Mäderlicke - P. 2946 - kleiner See südlich des namenlosen - Chaltwassertälli - Simplonpass
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW (Autoverlad Lötschberg) - Visp - Brig - Simplonpass
Kartennummer:1289

So gut war der Wetterbericht für das Wallis: wir erwarteten viel Sonnenschein und angenehme Temperaturen und den Nordföhn im Tessin ...
Und es kam ganz anders: Zwar recht viel Sonne, doch Start in dickstem Nebel-Wolken-Gemisch, eine unangenehme Kälte (0° im Bereich Monte Leone Hütte bis Gipfelanstieg) und heftiger, kalter Nordwind!
Dies, zusammen mit dem unangenehmen steilen, harten Altschneefeld und weiterhin rutschigen Gelände mit eisüberzogenen Felsen liess uns oberhalb eines Vorgipfels (mit altem, kleinen Holzkreuz) umkehren - und den festlichen Teil bei der Hütte und am namenlosen See begehen. Zusätzlich bestiegen wir dafür über die Mäderlicke den namenlosen Gipfel P. 2946 - das war anregend und hübsch!

Unterwegs mit Wolfgang, welcher Ursula zu ihrem Geburtstag ein Mittagessen auf einem Gipfel (heute war's dann ein lauschiges Seelein) versprochen hatte.
Früh aufgebrochen, mit dem ersten Autozug durch den Lötschberg - und dann über Brig dunkelste Wolken; beinahe wollten wir ausweichen; doch sagten wir uns, gegen S müsse es doch schöner werden ... Doch auf dem Simplonpass starteten wir im dicken Nebel, ganz kurz zeigte sich mal ein kleines blaues Fenster, welches uns zuversichtlich stimmte.
Kurz nach dem Ende der Suone zeigten sich erste grosse Aufhellungen, alsbald präsentierten sich die südlichen Grenzberge in zauberhaftem Licht: sonnenbestrahlt, grüne Matten vor verzuckerten Felspartien - so hatten wir es uns vorgestellt! Recht lange kämpfte jedoch die Sonne mit den immer wieder aus dem Tal aufsteigenden Nebelbänken - so ergaben sich teilweise schöne mystsiche Stimmungen, gerade über den Holzstegen zu den abgeschliffenen Felsplatten im Chaltwassertälli.

Die Wetterlage wurde nun für kurze Zeit derart angenehm, dass wir in kurzen Hosen und mit T-Shirt zum Sattel gegen die Hütte aufsteigen konnten. Doch dort angekommen, erwartete uns der anschliessend nicht mehr nachlasssende frostige N-Wind. Bereits zur Monte Leone Hütte hoch zogen wir uns immer wärmer an; gefrorene Blumen, Taue an der Hüttentreppe und immer zahlreichere schönste Eiskristalle an den Steinen zeugten von der Kälte.

Der Weiterweg ab der Hütte ist recht deutlich erkennbar, Wegspuren und Steinmänner leiten gemächlich zum S-Grat. Dort angekommen, geht's steiler dem markanten Querband des Wasenhorn entgegen. Dieses ist in NW-Richtung einfach zu ersteigen - nachher ist die Wegfindung etwas schwieriger, die immer stärker "vereisten" Steine und Felsblöcke lassen die Wegspur gelegentlich "verschwinden"; immer wieder leiten jedoch aufrecht gestellte Steinplatten zur Fortsetzung des Austieges. Ruppiger, rutschiger - und kälter wird's: bei etwa 0 ° versuchen wir uns im steilen Altschneefeld. Da der Übergang zum Fels uns sehr unstabil erscheint und der ganze Schneefeldaufsteig bei diesem Wind und Temperatur äusserst unangenehm wird, blasen wir zum Rückzug auf ca. 3173 m.ü.M. - wir betrachten das alte Holzkreuz etwas unterhalb des Schneefeldes als unseren erklommenen Vorgipfel; warten doch da noch weitere Aufgaben ...

Wir sind echt froh, unterhalb der Monte Leone Hütte ein etwas windgeschütztes Plätzchen zu finden und dort für Ursi erst einmal den Apéro-Tisch vorbereiten zu können: ein derart runder Geburtstag verdient es, würdig gefeiert zu werden! Da haben wir doch einige (Fleisch- und Käse-)Leckerbissen aus der einheimischen Küche - und zum französischen Rosé auch Kristallgläser - mitgenommen ...

Nach diesem Entrée ging's jedoch wieder aufwärts zur Mäderlicke - und der P. 2946 lockte von dort enorm: gut begehbares Gelände in einer Traverse und anschliessend gut gestufter Fels meinten wir zu erkennen. Nachdem wir einige wenige Meter zum höchsten Punkt Richtung Mäderhorn begangen hatten, nahmen wir den namenlosen Gipfel auf 2946 Metern in Angriff. Und er enttäuschte uns überhaupt nicht: das war Genuss pur! Erst eine einfache Traverse, dann nach der (vermutlich militärischen) Ruine ein gutgriffiger kraxliger Aufstieg und ein schöner Tiefblick auf Brig, der Ausblick auf's Wasenhorn (SW-Grat) und zu einigen Grossen, welche sich gegen das Berner Oberland auftaten. "Freude herrschte" - und die Aussicht auf ein von Wolfgang zubereitetes Mittagessen am kleinen namenlosen See neben dem namenlosen ...

Der Abstieg erst der Serpentine nach, kurz über ein Schneefeld und schliesslich über Blöcke und Schotter führte uns zu einem windstillen Plätzchen beim teilweise türkis schimmernden kleinen namenlosen Seelein (das Türkis rührt von dem unter dem Seespiegel liegenden Schneefeld). Nun begann Wolfgangs grosse Stunde: Was hatte er doch nicht alles mitgeschleppt - vom Kocher, Pfannen, zubereiteten Fleisch, Teigwaren bis zum Geburtstagstörtchen! Und er brachte alles gekonnt  zu Tisch: wir durften feine Saltimbocca mit breiten Nudeln (mit geschmolzenem Käse), Linzertörtchen und Kaffee mit Dessert geniessen - herzlichen Dank, eindrückliche Kocherei und Geste!

So gestärkt und verwöhnt, war der Abstieg ein leichter, umso mehr, als die aufziehenden Regenwolken wieder der Sonne Platz machten. Nun endlich erkannten wir unseren Aufstiegsweg vom Simplonpass her, welchen wir in dickem Nebel heute früh angegangen waren - und genossen abschliessend den erfrischenden Umtrunk auf der Passhöhe.

Last but not least:
Auch heute wieder:eine Blumenpracht sondergleichen - und im Wallis hat's ja eh noch mehr, auch nur dort wachsende schönste Pflänzchen! (Ich liebe Blumen am Bergweg - man|frau erkennt's an der Fotogalerie ...)

Trotz der unangenehmen S-Grat-Stelle: ein insgesamt toller Bergtag mit schönen Bergansichten, -erlebnissen - und mit besten kameradschaftlichen "Beiträgen".

Tourengänger: Ursula, Felix, ohkami


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (2)


Kommentar hinzufügen

Henrik Pro hat gesagt: ...das Strahler-Team auf
Gesendet am 28. Juli 2010 um 08:35
präarktischer Fortifikationstour festet im Blumenmeer einen fast runden Geburri?

Beeindruckende Bilder habt mitgebracht.

LG

silberfaden

Felix Pro hat gesagt: RE:...das Strahler-Team auf
Gesendet am 30. Juli 2010 um 20:24
der präarktischen Tour feierte einen ganz runden ... lieber Henrik!
Danke für die anerkennende, originelle Zeile;

glg Felix


Kommentar hinzufügen»