Treck Choquequirao und Machu Picchu


Publiziert von GeorgD , 15. Januar 2010 um 00:55.

Region: Welt » Peru
Tour Datum:25 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: PE 
Zeitbedarf: 8 Tage
Aufstieg: 11702 m
Abstieg: 12157 m
Strecke:Cachora, Choquequirao, Santa Teresa, Machu Picchu
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Minibus
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bahn und Bus
Unterkunftmöglichkeiten:Unterwegs Zeltlager, in Aguas Calientes breite Auswahl.

Wir haben bei Chicon Expeditions am Hauptplatz in Cusco einen geführten Treck von Cachora über Choquequirao bis Machu Picchu gebucht, Kosten inklusive Eintritten, ordentlicher Ausrüstung, englischsprachigem lizenzierten Guide, Transport mit Bus und Zug, Koch und Essen, Maultieren und Treiber, für 430$US p.P.

Hinweis: Einen guten Teil des Gepäcks auf Mulis zu packen erschien uns als geübte Bergwanderer zunächst "fraglich". Im Nachhinein war das sehr sinnvoll; mit komplettem Gepäck hätten wir
in 8 Wandertagen die kumuliert rund 24.000 Höhenmeter (=3Hkm/Tag), 120km Distanz (=15km/Tag) und das alles auf bis zu 4670m Höhe in voller Sonne einfach nicht gepackt. Wer auf Mulis verzichten möchte, sollte entweder sehr gut trainiert sein (Höhe+Kondition), oder mehr Tage kalkulieren.

Tip: Das
Höhenprofil zum GPS Track (bei der Karte) erscheint nach Klick auf das Zahnrad hinter "Wegpunkte und Tracklog" und im aufgehenden Menü auf "Profil".


Nach der Buchung haben wir uns beim Besichtigen in Cusco (ca. 3200m) an die Höhe gewöhnt und sind 2 Tage später morgens früh um 0600 mit einem Minibus nach Cachora gefahren. Dort wurden Maultiere mit allem nötigen beladen und der Treck mit uns 3 Touristen konnte beginnen.

Von Cachora aus beginnt es eben auf breiten Wegen. Nach ein paar Stunden bewegt man sich in steilem Gelände auf Trampelpfaden in Serpentinen auf und ab, vom erklommenen Aussichtspunkt auf 2940m zum Lager auf 1840m -- und so bleibt es für die nächsten Tage mit dem Auf und Ab.

Übernachtung im ersten Camp, das gut ausgestattet ist und sogar Getränke verkauft. Dann Abstieg in einen der tiefsten Canyons der Welt zum Fluss Apurímac (1440m), der auf einer 1992 erbauten Brücke überquert wird - wunderbar kühler Wind, daher auch keine Moskitos! Welche Freude! Von dort beginnt der endlos erscheinende Aufstieg in trockener Hitze zum exzellent ausgebauten
Camp (Duschen!) auf 2860m in Choquequirao, den noch nicht ganz so berühmten Inka-Ruinen. Abends eine erste Besichtigung der südlichen Terrassen.

Bei Morgendämmerung leicht fröstelnd Besichtigung der Lama-Terrassen im Osten des Hauptplatzes, bei denen in den dunklen Terrassen-Wänden mit hellen Steinen Lamas abgebildet wurden. Die Ausgabungen sind in vollem Gange und werden sicher noch Jahre dauern, weil's so groß ist. Dann Besichtigung der zentralen Anlage. Beeindruckend!
Jetzt durch schwül-heißen Bergnebelwald, dann in praller Sonne über staubtrockenen feinst gemahlenen Lehm nach Norden bis zu den weiteren - auch in Ausgrabung befindlichen - Terrassen mit intaktem Bewässerungssystem. Weiter zum Fluss, in dessen Pools ein erfrischendes Bad wartet. Aber danach: Zuerst Sonnencreme, Moskito-Spray oder Klamotten? Egal wie, man macht sich verstochen ans Mittagessen. Weiter zum nächsten Camp Maizal, das mit Zeltflächen, Oberflächen-Wasser und Biwak-Klo ausgestattet ist.

Nachts war bei uns Regen. Auf den umliegenden Gipfeln liegt Neuschnee. Über schlammige Pfade durch Bergnebelwald, über Grasflächen an Kühen vorbei bis zum Pass auf 4300m (laut Topo), Pause im T-Shirt. Weite Sicht. Auf einem Weg, der in den senkrechten Fels gehauen wurde, weiter bis zum nächsten Camp Yanama mit extrem vielen Blumen - schön! Waschen im Fluß, der sich vom Gletscher speist *brrr* Dafür gibt's das Abendessen in einer warmen Adobe-Hütte.

Morgens weiter im langgezogenen grasigen Tal mit mäanderndem Fluss, Aussicht auf kleine Wasserfälle (geschätzt 50m hoch), Beobachten der Saat wie zu Inka-Zeiten (
von Menschen getriebener Holz-Pflug), Blick auf mächtige Berge mit ewigem Eis, große Endmoränen, Pferde / Maulesel, Wildenten. Das T-Shirt reicht langsam nicht mehr; es geht einem Gletscher entgegen und an seiner alten Seitenmoräne entlang bis zum Yanama-Pass auf 4665m (laut GPS), wo einem ein eisiger Windzug vom Gletscher erwischt und kräftig frösteln lässt, weil Handschuhe, Mütze etc. auf dem Muli sind, das einem schon längst überholt hat... Durch abwechslungsreiche Landschaft ein sehr langer Marsch (insgesamt 8h) bis zum Mittagessen im Schulhaus von Totora, von dort zum nächsten Camp Colcapampa, das wir in der Abenddämmerung erreichen und das rudimentär ausgestattet ist. Ab hier ist die Strecke identisch mit dem Salkantay Trail. Die Pools der warmen Quellen hier sehen gar nicht einladend aus; wir freuen uns auf morgen Abend.

Morgens geht es los, teilweise wieder mal sehr ausgesetzt am (ist "in" vielleicht passender?) bröseligen Sandstein-Steilstück entlang, später durch dichten Wald - da entdeckt einer der Touris (Farmer) einen ganzen Wald mit Granadilla-Bäumen. Wir holen uns eine große Tüte von diesen super-leckeren Passionsfrüchten. Bis Playa sehen wir oft die neu gebaute Straße auf der gegenüberliegenden Seite und wie der Wald einfach
mit Schutt zugeschüttet wurde. In 15 Jahren wird man davon laut Guide nichts mehr sehen; es wird wieder dichter Wald wachsen. In Playa warten wir bei lecker Bananen auf das Collectivo nach Santa Teresa. Der Ort ist nicht sonderlich ansprechend und "das Gewusel" (eigentlich ein beschauliches Treiben) ist nach den Tagen der Einsamkeit gewöhnungsbedürftig. Es geht natürlich in die warmen Quellen von Santa Teresa mit ihrem neutral riechendem, klaren Wasser. Was für eine Wohltat! Wir bleiben bestimmt 2 Stunden im Wasser und fühlen uns endlich vom Staub befreit und porentief rein :-)

Den nächsten Tag geht es ungewohnt eben auf breiten Schotterpisten zur Hidroelectrica-Station, wo wir essen. Dann folgen wir den Gleisen bis Aguas Calientes, was überraschend schlauchend ist, weil von den Schwellen eine kurze, ungewohnte
Schrittlänge vorgegeben wird. Erste Blicke auf MP (Machu Picchu), hübsche Schmetterlinge, Urwald, spektakulär geschliffene große Steinbrocken im Flussbett. Abendessen im Restaurant und eine kurze Nacht im Hostal.

Um 0400 Abmarsch die Treppen zu Machu Picchu erklimmen. Wir sind mittlerweile gut im Training, gehen bedächtig aber stetig, steigen bald lächelnd an den gerade noch verächtlich an uns vorbeigerannten Touris vorbei und warten vorm Eingang. Wir sind recht weit vorn dabei und bekommen daher einen Stempel, der zum Eintritt zum Wayna Picchu berechtigt. Wir machen eine Besichtigungstour durch die Ruinenstadt, dann kommen die "normalen" Touristen aus Cusco an, wir besteigen als welche der 200 berechtigten um 10 den Wayna Picchu und werden mit tollem Ausblick auf MP belohnt. Wir gehen noch weiter zum Templo de la Luna, was ein längeres Stück ist und daher bis auf 2 weitere Gestalten schön ruhig ist. Noch eine Runde in MP-Zentrum - der Ort hat einfach etwas Besonderes - und dann mit Bus und Bahn zurück nach Cusco.

Fazit: Eine lange Tour, schlauchende Teilstrecken, täglich anstrengend, aber definitiv lohnend wegen der grandiosen und abwechslungsreichen Landschaft und ebenso den kulturellen Highlights (Ruinen und recht ursprüngliche Dörfer).


Tourengänger: GeorgD

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