Nationalpark Hohe Tauern (Salzburg)


Publiziert von oli.m , 12. Januar 2010 um 20:22. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Glocknergruppe
Tour Datum:14 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 7 Tage
Aufstieg: 2972 m
Abstieg: 2972 m
Strecke:Verschiedene Touren (siehe Bericht)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:D: A8 Stuttgart > München, A8 Richtung Salzburg Ausfahrt Siegsdorf, B305 Schneizelreuth A: 178 Lofer > 311 Saalfelden am Steinernen Meer > Zell a. See > Glocknerstraße bis Fusch
Unterkunftmöglichkeiten: Fusch an der Glocknerstraße, Bauernhof am Ortseingang
Kartennummer:Kompass Nr. 38 Venedigergruppe; Nr. 39 Glocknergruppe

14.September 09

1.Urlaubstag und Regentag, genau richtig für einen Besuch im Bezucherzentrum Nationalpark Hohe Tauern, Mittersill.

Auf diese Idee kommen natürlich bei solch einem Wetter viele Leute und entsprechend voll war das Besucherzentrum. Aber es lohnt sich. Hier erfährt man so ziemlich alles über die Artenvielfalt von Flora und Fauna im Nationalpark sowie über Geschichte, landwirtschaftlicher- und touristischer Nutzung und die Bedeutung des Parks für die Einheimischen.
Hier kann man auch durch Ranger geführte Exkursionen in den Nationalpark buchen.

15.September 09

HM: ca.600 auf/ab
Zeit: 7 h

Inspiriert durch die Nationalparkausstellung in Mittersill stand nun eine Tour durch unberührte, naturbelassene Wälder an, der Rauriser Urwald - Talschluss Kolm Saigun.
Wir parkten bereits an der Mautstelle Bodenhaus um durch das schöne und bereits hier naturbelassene Tal hoch zum Ammererhof zu wandern. Dieser Hof liegt im Talschluss des Hüttwinkeltals direkt vor der imposanten Nordwand des Hoher Sonnblick. Von hier aus sind es nur wenige Minuten hinein in den Rauriser Urwald. Auf einem nicht immer wegsamen Lehrpfad geht es durch urige Landschaft und vorbei an vielen Moortümpeln.
Den Wald verlassend und fast immer entlang der 1800m Höhenlinie führt uns ein aussichtsreicher Forstweg zur Mitterastenalm. Von hier dann  direkt und recht steil über Matten und teils rutschigen Waldpfad hinunter zum Parkplatz am Bodenhaus.

16.September 09

HM: 902 auf/ab
Zeit: 6h

Teilweise ordentlich steil führt der Weg immer entlang des Hirzbach über endlose Serpentinen, vorbei an mindestens einem Dutzend mehr oder weniger großen Wasserfällen bis hoch zur Hirzbachalm. Diese schöne und große Almfläche liegt genau am Fuße des Hohen Tenn. Da es in den letzten Nächten auf Höhen über 1800m geschneit hatte und die Tagestemperaturen mittlerweile wieder in Richtung 18°C angestiegen waren, konnten wir einige kleinere Lawinenabgänge am Berg beobachten. Schön anzusehen, wenn man ausreichend Abstand zu diesem Schauspiel hat.

17.September 09

HM: 570 auf/ab
Zeit:6,5h

Heute haben wir uns einer geführten Exkursion ins Krumltal angeschlossen. "Unser" Ranger Sepp empfängt uns am Leehnerhäusel und nach kurzer Begrüßung startete die kleine Gruppe zur Wanderung ins Krumltal. Auch bekannt unter dem Namen "Tal der Geier". Und diese Großvögel waren dann auch Ziel dieser Tour.
Zunächst entdeckten wir hoch über uns zwei Adler die Ihre Runden über die Berggipfel zogen. Kurz darauf eine Gruppe Gämsen, weit oben unterhalb eines Felsgrats. Der Krumlbach war immer wieder von Lawinenresten vom vergangenen Winter unterbrochen. Auf der gegenüber liegenden Uferseite beobachtetet wir eine stattliche Anzahl von Murmeltieren. Die Geier fehlten noch. Im weiteren Wegverlauf dann zunächst Kühe, ein verlassener Adlerhorst und an der Hütte ankommend ein freundlicher Hund. Von den Geiern fehlte nach wie vor jede Spur.
Die Führung hatte hier an der Bräualm ihr vorläufiges Ende und die meisten aus der Gruppe verabschiedeten sich nach einer kurzer Rast von Sepp. Wir genossen noch eine Gulaschsuppe und unsere Geduld machte sich bezahlt.
Zunächst tauchte hoch oben die Silhouette eines Bartgeiers auf. Kurz darauf ein zweiter Vogel. Durch die hervorragenden, vom Ranger zur Verfügung gestellten Ferngläser waren die beiden Vögel, ein Geschwisterpaar, über eine halbe Stund lang  zu beobachten. Wunderschöne Vögel und Sepp war sichtlich erleichtert uns doch noch dieses Erlebnis bieten zu können. Für die Gänsegeier war es Mitte September aber bereits zu spät. Diese Vögel wandern jährlich ab um den Winter in südlicheren Regionen zu verbringen. Bartgeier hingegen überwintern auch in den Hohen Tauern.
Wir beendeten die Tour nach einem kurzen Abstecher  zum Wasserfall am Talschluss der Wasserfallalm, unweit der Bräualm. Warnschilder "Achtung böser Stier" sollte man nicht ganz unbeachtet lassen. Den Herren der Alm könnten wir "geschützt" durch einen dünnen Weidezaun ohne Strom, aus der Nähe beäugen.
Auf dem Rückweg erwischte uns dann doch noch Regen, aber der Tag war es wert! (Diese Tour ist über das Nationalparkzentrum Mittersill zu buchen und für Übernachtungsgäste in den Nationalparkorten kostenlos)

18.September 09

Region: Großvenediger
HM: ca. 300 auf/ab
Zeit: 2h

Wieder war Regen angesagt, und wo macht Regen am wenigsten aus? Genau, am Wasser. Dies dachten wir uns und fuhren den viel zu langen Weg bis nach Krimml, zu den bekannten Krimmler Wasserfällen. Diese sollen die größten Europas sein und somit war klar, dass sie wie ein Touristenmagnet wirken würden. Und genau so war es. Abgesehen von den extrem vielen Besuchern war das Wasserschauspiel beeindruckend. Und der Cappuccino am Restaurant Schönanger mit seiner tollen Aussichtsterrasse war auch klasse. Aber der Besuch der Fälle lohnt nur wenn man eh in der Gegend ist. Auf dem Rückweg gab's dann doch noch Sonne und oberhalb von Kaprun gönnten wir uns ein Radler im Garten eines super schön gelegenen, urigen Restaurants mit tollem Bergpanorama des Kitzsteinhorn.

19.September 09

HM: 600 auf/ab
Zeit: 4h + 2h Ausstellung

Bei der Exkursion zu den Geiern, zwei Tage zuvor, war noch eine Eintrittskarte für die Dauerausstellung "Könige der Lüfte" in Wörth (Rauris) mit dabei. Bereits kurz nach Öffnung der Ausstellung um 10 Uhr waren wir vor Ort und konnten uns in Ruhe umsehen. Hier lernt man vieles über die Greifvögel der Hohen Tauern. Auch die Unterscheidungsmerkmale wie Größe und Form des Stoßes sind eindrucksvoll zu sehen. Verschiedene präparierte Tiere und eine ausführliche Video Dokumentation runden die Ausstellung ab. Wenn man sich Zeit lässt benötigt man ca 1,5-2h. Dann hat man wirklich alles gesehen. Lohnt!

Mittlerweile brannte die Sonne wieder und wir machten noch eine kleine Tour oberhalb von Rauris zur Karaalm und weiter bis unterhalb des  Grubereck. Beim Abstieg auf dieser Runde erreicht man über einsame Waldpfade wieder Rauris. Der Wanderweg endet in mitten eines Hofes und hier erlebten wir noch ein Mutterschaf mit ihren beiden, nur wenige Stunden alten Lämmern. Goldig ;-)

Ein gelungener Abschluss unseres ein wöchigen Hohen Tauern Urlaubs. Es hätte noch vieles zu sehen gegeben aber leider war die Zeit zu kurz. Hier waren wir bestimmt nicht das letzte mal!

Hier erfährt man alle Infos über den Nationalpark Hohe Tauern




Text: Oli
Fotos: Oli & Ina




Tourengänger: oli.m, Ina


Galerie


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