Similaun, gelungener Höhepunkt nach verregnetem Start


Publiziert von oli.m , 1. April 2010 um 18:04. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Ötztaler Alpen
Tour Datum: 3 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Klettersteig Schwierigkeit: ZS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   I   A-T 
Zeitbedarf: 4 Tage
Aufstieg: 2300 m
Abstieg: 2350 m
Strecke:Vent - Martin-Busch-Hütte - Similaunhütte - Tisenjoch - Similaun
Zufahrt zum Ausgangspunkt:von D kommend A7 Füssen-Reutte-Fernpass-Imst-Haiming-Ötz-Sölden-Vent
Unterkunftmöglichkeiten:Martin-Busch-Hütte, Similaunhütte, Bergsteigerunterkunft in Vent
Kartennummer:Kompass Nr.42 oder Nr.43

Vier Tage volles Progamm, Kreuzspitze, Similaun und Fineilspitze standen auf unserer Liste. Doch es kam anders. Wasser. Viel Wasser. Und von oben. Aber nun der Reihe nach:
 Wir starteten am Donnerstag in Vent. Bedeckter Himmel, na gut, der Wetterbericht hat eben mal recht. Nicht mal auf halbem Weg zur Martin-Busch-Hütte fing es an zu regnen. Eigentlich wollten wir gleich am Donnerstag die Kreuzspitze erklimmen, aber dass das nichts wird war beim Eintreffen auf der Hütte schon klar. Wir stärkten uns mit einem Radler (oder waren es zwei?) und warteten ab. Nach dem Mittag sah es etwas besser, aber immer noch unbeständig aus. Oli schlug vor solange es von oben trocken bleibt den Marzellkamm in Angriff zu nehmen, schon aus Gründen der Höhengewöhnung. Und so stiegen wir bis auf ca. 2950 Meter auf, rasteten an einer windgeschützen Stelle und stiegen wieder ab zur Hütte. Immerhin Höhe gemacht und den ersten Ferner in greifbarer Nähe. Für so einen Piss-Tag gar nicht schlecht.
 Am Freitag sah es noch schlechter aus. Der Plan, über den Mazellkamm zum Similaun aufzusteigen, fiel gleich ins Wasser. Also sind wir im Dauerregen direkt zur Similaun-Hütte aufgestiegen und dort außen wie innen patschnaß angekommen. Aufwärmen auf der Hütte war wieder angesagt und abwarten auf besseres Wetter. Auch am Nachmittag war es nicht viel besser, so dass wir uns wenigstens auf machten um die Ötzi-Funstelle am Tiesenjoch zu besuchen. Im Regen versteht sich. Dort angelangt hatte Petrus ein einsehen und wir konnten das Denkmal und den Rückweg trocken genießen. Danke nochmal an meinen Motivator Oli, der mich unerschrocken immer weitertrieb, auch wenn meine Motivation ob des Wetters auf dem Tiefpunkt war!
Zurück auf der Hütte erfuhren wir vom Hüttenwirt, dass für Samstag ein Kälteeinbruch vorhergesagt wurde. Prima! Sollte uns der Similaun auch verwehrt bleiben?
Die Nacht war unruhig. Oli ging zweimal aufs Klo, ich aus kameradschaftlichen Gründen auch einmal. Schöne Grüße auch an den Freudenstätter, der im Flur übernachtete, weil der das Schnarchen seiner Zimmergenossen nicht mehr aushielt. Um 4 Uhr polterte eine Kompanie Tschechen durch die Hütte Richtung Similaun, im Nebenzimmer fiel eine Dame aus ihrem Stockbett. Wußte gar nicht welche Fäkalsprache Frauen in ihrem Repertoire haben!
  Um 6 sind wir aufgestanden und gleich zur Tür: 5 cm Neuschnee, -5 Grad, stürmischer Wind, aber .... strahlend blauer Himmel!!! Nach einem ordentlichen Frühstück und dem ausrüsten mit der nötigen Gletscherausrüstung gings los! Ohne Hast suchten wir uns den Weg über den Niederjochferner, der am Vortag noch aus Blanckeis bestand und nun mit 5 cm Neuschnee bedeckt war. Die Spalten waren aber alle gut zu sehen, so daß wir den Aufstieg ohne Probleme bewältigten. Nach 2/3 des Aufstiegs wurden wir von einem Alleingänger überholt, den wir auf dem Gipfel wiedertrafen. Ein Spanier, der seit vier Wochen alleine durch die Alpen tourte. Nach 2 Std. und 15 Minuten hatten wir den Aufstieg geschafft. Belohnt wurden wir mit einem grandiosen, völlig wolkenlosen Ausblick! Der eiskalte Wind hatte so auch sein Gutes.
  Unserem spanischen Bergkameraden war nach dem Aufstieg ob der Spalten nun doch ein bischen mulmig und wir verständigten uns mit der internationalen Handzeichensprache darauf, ihn beim Abstieg mit in unsere Seilschaft zu nehmen. So waren wir vielleicht die einzige Seilschaft, die mit mehr Kameraden den Berg runter kam, als sie aufgestiegen ist!!!
Der Abstieg ging bei nun fast völliger Windstille schnell und nach einem Kaffee auf der Similaun-Hütte und etwas später bei einem Radler auf der Martin-Busch-Hütte stiegen wir gleich bis nach Vent ab. 
Am Sonntag gönnten wir uns zum Abschluß eine schöne Tour über den Jubiläumsklettersteig am Lehner Wasserfall bei bestem Sonnenwetter.
Trotz des schlechten Wetters an den beiden ersten Tagen hatten wir doch noch ein gigantisches Gipfelerlebnis auf dem Similaun!

Text: Jürgen
Fotos: Jürgen & Oli


 

Tourengänger: oli.m, Rasulter

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