Aroser Rothorn (2980 m) - Pizza Naira (2870 m)


Publiziert von marmotta , 17. September 2009 um 22:37.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Schanfigg
Tour Datum:15 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1550 m
Abstieg: 1550 m
Strecke:Arosa (Untersee) - Innerarosa - Schwellisee - Älplisee - Erzhornsattel - Aroser Rothorn - Pizza Naira - Furcletta - Ramozhütte SAC - Welschtobel - Arosa
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Arosa
Kartennummer:LK 1196 Arosa (1:25.000)

War mir Arosa bislang nur als hochgelegener Skiort (um die ich gewöhnlich einen grossen Bogen mache) und Veranstaltungsort des Humorfestivals bekannt, wollte ich diese Region nun doch einmal wandertechnisch erkunden und deren höchsten Gipfel, das Aroser Rothorn (2980 m) besteigen, dessen Lage und Höhe eine hervorragende Aussicht versprach. 

Von Arosa-Untersee folgten wir der Strasse durch den Ort hindurch Richtung Innerarosa bis zur Talstation der Hörnlibahn. Obwohl die Feriendestination Arosa allen Übernachtungsgästen den Service kostenloser Bergbahnbenutzung anbietet, konnten wir uns die Fahrt mit der Bahn verkneifen und stiegen auf zunächst breitem Kiesweg zum schön gelegenen Schwellisee (1931 m) auf, immer mit Blick auf das nach Durchzug einer Kaltfront am Vortag frisch verschneite Bergmassiv, das vom markanten Erzhorn (2924 m) dominiert wird.

Vom Schwellisee auf markiertem Bergweg zum Älplisee (2156 m) und von dort auf blau-weiss markiertem Steig über viel Schutt steil zum Erzhornsattel (2744 m) hinauf. Bei den vorherrschenden Verhältnissen (gefrorener Schutt, darüber eine dünne Schicht lockerer Schnee) war in dem steilen und stellenweise exponierten Gelände Vorsicht geboten, gibt es doch einige Stellen, an denen ich nicht hätte ausrutschen wollen - ein Pickel wäre hier kein Luxus gewesen! Bei trockenen und schneefreien Verhältnissen dürfte der Weg jedoch für jeden einigermassen trittsicheren Wanderer völlig problemlos sein. 

Am Erzhornsattel war der weisse Spuk dann auch schon wieder vorbei und die weitere Route über den Nordostgrat des Aroser Rothorns weitgehend schneefrei. Wir folgten den deutlich sichtbaren Wegspuren sowie roten Markierungspunkten (T3) und erreichten nach knapp 3 h (ab Arosa) den Gipfel mit Gipfelsteinmann und Gipfelbuch. Oben genossen wir die umfassende Aussicht auf viele Bündner Gipfel und nach Norden in altbekannte Gefilde (Churfirsten, Alpstein, Rätikon etc.). Obwohl der Gipfel des benachbarten Parpaner Rothorns (2861 m) von Lenzerheide bequem mit der Bahn erreicht werden kann und man von dort das Aroser Rothorn über den Nordwestgrat ohne grossartige Aufstiegsmühen besteigen könnte, war keine Menschenseele anzutreffen (was auch für die gesamte übrige Route galt). Da ein unangenehm kalter Wind aus südlicher Richtung blies, hielten wir uns nicht allzu lange auf dem Gipfel auf und stiegen bald wieder nach Süden (einzelne, teils verblasste rot-weisse Makierungen) über angenehm weichen Schutt und einige Felsplatten zum Sattel zwischen Aroser Rothorn und Pizza Naira (2870 m) ab, unserem zweiten Gipfelziel für heute. Dieser sah zwar von weitem nicht besonders einladend aus, die Kraxelei über etwas brüchige Felsen bzw. schuttige und schneebedeckte Bänder war dann aber halb so wild (T4). Mit uns stiegen einige halbwüchsige Steinböcke aus der schuttigen Westflanke auf, so dass ein Wettlauf um die besten Plätze auf dem Gipfel begann, den wir knapp auf dem zweiten Platz beendeten (ein Steinbock war schneller...). 

Hatte ich beim Aufstieg noch gehofft, den Gipfel auf der Südseite in etwas sanfterem Gelände verlassen zu können, musste ich auf dem Gipfelgrat feststellen, dass der Südgrat der Nordseite in Sachen Brüchigkeit sowie Schutt und Geröll in nichts nachstand. Nun, spannender als die Aufstiegsroute runter war die Überschreitung des Südgrats des Pizza Naira allemal, wenn auch stellenweise etwas mühsam. Wir wichen einige Male in die steilen Schutthalden der Westflanke aus, womit wir zwar die Kletterei über den zackigen und ausgesetzten Grat umgingen, uns jedoch im steilen Schutt und Geröll abplagen mussten, bevor wir an der tiefsten Stelle des Grats zwischen Pizza Naira und P. 2730 nach Osten hinunter"surften". Nach kurzem Gegenanstieg erreichten wir die Furcletta (2573 m), von wo wir auf dem markierten Weg zur Ramozhütte (unbewartete Selbstversorgerhütte des SAC) und durch das nicht enden wollende Welschtobel nach Arosa zurück gelangten. Von der ARA im Schwemmgebiet des Welschtobelbachs war noch einmal ein fieser (da nicht eingeplanter) Gegenanstieg von 100 Höhenmeter bis zu unserer Unterkunft am Untersee  zu bewältigen.

Fazit: Eine recht lange, aber sehr lohnende Rundtour in völliger Einsamkeit, abseits des für mich abschreckend wirkenden Bergbahntourismus der Region Arosa-Lenzerheide

         


Tourengänger: marmotta

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