Sunnighorn


Publiziert von alpinbachi , 15. Juli 2009 um 00:38.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Simmental
Tour Datum:13 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 770 m
Abstieg: 770 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Wimmis, Restaurant Brodhüsi, Oder Parkplatz ca. 200meter weiter nach Rest. Brodhüsi Richtung Wimmis, Rechts (Bergseitig)
Kartennummer:1: 25 000 Niesen 1227, Thun 1207

Beschrieb der Tour: Im Sommer 1911 stand die ganze Simmenfluh in Flammen, ausgelöst durch einen Blitzeinschlag. 500 Feuerwehrleute und Soldaten standen im Dauereinsatz. Die Löscharbeiten gestalteten sich damals mehr als schwierig. Ein längerer Regen löschte dann 10 Tage später das Feuer. Trotz Aufforstung ist die Simmenfluh heute nicht so bewaldet wie früher. 1932 bis 1934 wurde ein Pfad durch diese Wand gebaut um das restliche Brandholz runter zu schaffen und mit der Aufforstung zu beginnen. Der Weg ist absolut genial durch die Steilwand angelegt worden. Heute ist er bestens markiert und es sind neue Drahtseile eingezogen worden. Wer sich achtet, sieht aber noch „altes“ Eisen entlang dem Pfad. Zu Recht, ist dieser Klettersteig ähnlicher Steig in vielen neuen Alpinen Wanderbüchlein beschrieben. Obwohl der Gipfel, Sunnighorn, oberhalb der Simmenfluh „nur“ 1397m hoch ist, ist die Aussicht gewaltig. Bedingt durch die Südliche Ausrichtung und der geringen Höhe, kann die Tour in einem warmen Winter auch schon im Februar unternommen werden. Durch die vielen Publikationen der Tour, wird das Sunnighorn in den letzten Jahren viel begangen. Als wir vor über 10 Jahren den Steig das erste Mal bezwangen, hatte es noch weniger Sicherungen und Markierungen. Der Einstieg musste auch „gefunden“ werden.  Am Stammtisch im Restaurant Brodhüsi wollten wir uns informieren über diesen Felsenpfad. Wir blickten in entsetzte Augen die uns dringend abrieten von dem gefährlichen und Steinschlag ausgesetzten Weg in die Höhe… Also gingen wir los (-: und waren von A-Z begeistert!
Schlüsselstelle: Der ganze Aufstieg erfordert Aufmerksamkeit. Durchwegs sehr steil und sehr exponiert. Details siehe „Routen Beschrieb“. Nur empfehlenswert wenn trocken und kein Schnee mehr. Generell etwas Steinschlag gefährdet. Rutschgefahr im Wald durch Tannadeln auf den Steinen. Auch Schlangen sind in diesem Gebiet keine Seltenheit. Meistens die giftige Aspisviper (Hatte schon zweimal eine Begegnung)
Routen Beschrieb: Start ab Restaurant Brodhüsi (Markiert) auf einer Fahrstrass zu einem Steinbruch. 15 Minuten gemütliches „Einlaufen“. Oder ab Parkplatz (Siehe Ausgangspunkt) direkt steil den Wald hinauf zum Steinbruch (auch Markiert). Früher begann die durchwegs weiss-blau markierte Route ab hier (Etwas versteckt im Wald). Weiter steil den Wald hinauf. Dazwischen erste felsige Steilstufe mit Drahtseilsicherung. Gute Handgriffe im Fels oder Wurzeln sind neuerdings gelb angemalt (Kann nützlich sein). Am Ende von diesem Waldstück steht man vor einer grossen Grasdurchsetzten Felswand. Links haltend wird diese offene Wand durchstiegen zu einem kleinen Wäldchen. Diese Passage ist recht lang, durchwegs gesichert, aber sehr steil und abschüssig. Im Prinzip sieht man immer unter dem linken Schuh, weit unten die Simmentalstrasse. Nun „einfach“ das Wäldchen hinauf. Danach wieder über felsige Stufen an der rechten Seite einer grossen Rinne hinauf. Auf 1060m befindet sich eine Höhle mit Sitzgelegenheit und Höhlenbuch. Der Weiterweg führt nun weitgehend durch bewaldete Felsen bis in den Sattel, Namens Grippelisattel. Dieses Teilstück ist etwas weniger exponiert als der Weg bis zur Höhle. Jedoch befindet sich der obere Teil mehr im Schatten und der Pfad ist erdig und voller Tannadeln. Ab Grippelisattel wird der Gipfel in einfacher Kletterei (I) erstiegen. Hier keine Seilsicherungen. Abstieg: Retour zum Sattel, hier führt ein mit roten Punkten oder Striche markierter Waldpfad in die tiefe. Die Bezeichnung „Schattig Wald“ könnte die Gegend nicht treffender bezeichnen. Bei Trockenheit problemloser und schnellster Abstieg. Bei nässe oder Regen dürfte dies sehr ungemütlich werden, da steiles Gelände, meist erdig und offensichtlich immer ein bisschen in Bewegung. Zahlreiche abrutsche und Murgänge und Geröll Rinnen. In der nähe vom Pt 1010m (Harnadelkurve) führt dieser Pfad in einen Wanderweg. Via Sattelegg absteigen zu Brodhüsi.
Variante: 1) Aufstiegsroute retour. Jedoch der Abstieg durch die Simmenfluh ist heikel. Das kreuzen kann in den heiklen Passagen schwierig werden. In den Waldstücken auf rutschige Tannadeln achten! 2) Auf der Aufstiegsroute absteigen bis etwas unterhalb des Grippelisattels bis zu der Verzweigung die mit „Heiti“ angeschrieben ist. Dem zum Teil ausgesetzten Pfad folgen (welcher aber deutlich einfacher ist, als die Aufstiegsroute). Bis zum „Chrindi“ führt der Pfad südseitig unterhalb des Grates entlang. Weitere kleine Gipfel können weglos und in leichter Kraxlerei erstiegen werden. Ab Chrindi Pt 1359 Abstieg via Günzenen nach Brodhüsi. 3Std, T3+.
Verhältnisse: Alle Wege Trocken und Schneefrei. Abstieg gegen Norden durch „Schattig Wald“ wurde neu markiert und ist gut zu finden. Pfad wird trotz schwierigem Gelände (Abrutsche, Murgänge) gut unterhalten. Sogar ein Warnschild wurde an einer heiklen Murgang Stelle die gequert werden muss angebracht.
Links: http://www.alpinbachi.ch/?p=1177 (Eigene Seite),
http://www.gipfelbuch.ch/gipfelbuch/detail/id/37254
 

Tourengänger: alpinbachi

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Kommentare (1)


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Aendu hat gesagt: Gute Beschreibung!
Gesendet am 15. Juli 2009 um 17:06
Sälü alpinbachi

Super Routenbeschreibung! Da kann man ja die Route im Schlaf begehen:-)

Gruss

Aendu


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