Monte Cinto


Publiziert von WolfgangM , 6. Dezember 2018 um 22:53.

Region: Welt » Frankreich » Korsika
Tour Datum:12 Juli 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: F 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:Haut Asco - Pointe des Éboulis - Monte Cinto und zurück

Zu einem Besuch von Korsika gehört natürlich auch die Besteigung des höchsten Berges, des Monte Cinto. Die Reisegruppe, mit der ich auf Korsika unterwegs war, hatte deshalb in Haut Asco einen Tag für eine fakultative Tour auf den Monte Cinto eingeplant. Und so machten sich um 6 Uhr morgens vier Bergfreunde aus der Reisegruppe auf den Weg, der Reiseleiter, zwei Damen und ich. Gleich am Anfang legten die beiden Damen ein so flottes Tempo vor, dass ich zunächst abgehängt wurde. Ich ließ mich nicht beirren und dachte mir, dass sie bei dieser Kräfteverschwendung Probleme bekommen würden, was dann später beim Abstieg auch der Fall sein sollte.

Zuerst geht man auf einem Wanderpfad durch den Wald parallel zum Bach Asco, der dann auf einer Holzbrücke überquert wird. Dann wendet man sich links in ein Seitental und steigt im Felsengelände weiter auf. Seit der Fernwanderweg GR-20 auf diese Route gelegt wurde, sind einige der folgenden Steilstufen durch Ketten entschärft. Der GR-20 wurde hierher umgelegt, nachdem der frühere Weg durch die Circque de la Solitude 2015 einstürzte, wobei mehrere Personen getötet wurden. Ich war damals auch auf Korsika und hätte einige Tage später auch die Solitude durchqueren sollen, so erlebte ich stattdessen einige Rettungseinsätze.

Der weitere Aufstieg geht dann viel über Geröll-Gelände, das teilweise unangenehm rutschig ist, hoch zum Pointe des Éboulis. Die flotten Damen und den Reiseleiter hatte ich mittlerweile längst wieder eingeholt. Der Pointe des Éboulis ist seit der Umlegung des GR-20 dessen höchste Stelle. Von hier sieht man den Gipfel des Monte Cinto schon auf fast gleicher Höhe liegen. Allerdings kann man nicht auf dem Grat direkt hinüber, sondern man muss noch ein paarmal auf der rechten Seite im Felsgelände absteigen und aufsteigen, wobei die Schwierigkeit nicht über UIAA I liegt.

Auf dem Gipfel gab es dann eine länger Pause mit Aussicht-Gucken und Picknick. Ich bin gewohnt, nicht länger als 15 oder 20 Minuten auf Gipfeln zu verweilen, denn der lange Rückmarsch steht ja noch bevor. Die anderen wollten aber noch nicht vom Gipfel weg, und so traten wir erst über eine Stunde später den Rückweg an. Die beiden Damen waren da schon nicht mehr so flott, und schon kurz darauf am Éboulis machten sie wieder eine längere Pause. Ich dagegen hatte vor, noch rechtzeitig zum Duschen und Abendessen wieder im Hotel zu sein, vom Sonnenuntergang mal gar nicht zu reden, und setzte mich deshalb mit Einverständnis des Reiseleiters von den Dreien ab, um voraus abzusteigen. Da die drei mit Stöcken unterwegs waren, anders als ich, dachte ich dass sie mich auf dem rutschigen Geröll bald wieder einholen würden. Das war aber nicht der Fall, wie ich bei regelmäßig durchgeführten Rückblicken mit dem Fernglas feststellte, sondern sie fielen immer weiter zurück. Aber sie schienen keine größeren Probleme zu haben und der Reiseleiter war ja auch dabei, deshalb setze ich den Abstieg weiter alleine fort.

Später im Hotel, als ich längst geduscht hatte und zusammen mit anderen nicht auf den Cinto gegangenen Reiseteilnehmern auf der Hotelterasse saß, kamen auch die drei fehlenden Cinto-Besteiger bei anbrechender Dunkelheit ziemlich erschöpft an. Sie hatten die Tour wohl doch leicht unterschätzt. Der Monte Cinto ist zwar technisch einfach, aber eben doch eine lange Tour. Am nächsten Tag waren dann alle dann wieder fit.

Tourengänger: WolfgangM


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