Auf alten Saumwegen zur Tierras de Abache


Publiziert von Bembelbub , 10. Juni 2009 um 00:14.

Region: Welt » Spanien » Kanarische Inseln » Santa Cruz de Tenerife
Tour Datum:24 Mai 2009
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: E 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 150 m
Abstieg: 150 m
Strecke:Carrizal Alto - Tierras de Abache - Carrizal Alto
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Buenavista del Norte bzw. von Santiago del Teide auf der TF-436 bis zum Abzweig nach Los Carrizales. Gleich in der ersten Serpentine hinab nach Carrizales Alto kann man parkieren.
Unterkunftmöglichkeiten:Casa Rural Las Piedras in Carrizal Alto

Einleitung: Direkt oberhalb der steilen und bis zu 800 Meter hohen Westküste des Teno-Gebirges befinden sich eine handvoll Hochebenen, auf denen bis in die 60er Jahre hinein Ackerbau (meist Getreide) betrieben wurde. Diese Hochebenen waren von den Dörfern Los Carrizales und Masca aus nur schwer zu erreichen. In einer geradezu titanischen Arbeit wurden Saumwege aus Trockenmauern entlang der steilen Bergrücken und weit oberhalb der tiefen Schluchten (Barrancos) angelegt, auf denen Ackergeräte und Vieh hin und die Ernte wieder zurück transportiert wurde. Auf den meisten dieser Hochebenen befinden sich noch verfallene Häuser und gut sichtbare Dreschplätze (Era).

 

Die Tour: Einer dieser Saumwege bzw. Steige führt von Carrizal Alto entlang des Bergrückens zwischen den Barrancos von El Carrizal (im Norden) und Juan López (im Süden) zu den Tierras de Abache. Da wir unser Domizil in Carrizal Alto hatten, konnten wir direkt von der Haustür aus starten. Uns war die Tour schon vom letzten Jahr bekannt, so dass wir schon wussten wie schön die Tour ist und welche "Hindernisse" auf uns warteten. Wir wussten auch, dass die von der Ferne aus gesehen teils sehr exponiert wirkenden Stellen problemlos mit Kind in der Kraxe zu gehen sind. Diesmal wollte unsere Tochter aber lieber selber gehen. Das erste Stück vom "Parkplatz" aus ist ein breiter Weg und wurde an diesem Tag von einer Gruppe Männer (+Hund) noch weiter ausgebaut. Laut ihrer Auskunft wurden sie dafür bezahlt, dieses erste Stück etwas zu befestigen. Für den Weiterweg, auf dem an der ein oder anderen Stelle eine Ausbesserung nötig wäre, um den Steig nicht langsam verfallen zu lassen, reicht aber das Geld nicht. Nach dem kurzen Plausch waren wir dann auch schon bald auf dem schmaleren Wegstück. (Hier kann man ein paar Meter zur Asomada de Juan López - ein kleiner Pass im Bergrücken - hoch steigen, die einen schönen Ausblick auf den Steig zum Montaña de la Fortaleza bietet.) Der Weiterweg führt unterhalb der Catorce Reales vorbei zu einer Felsnase (Pico de los Corvinos). Hier war dann auch langsam Zeit unsere 2 ¾ jährige Tochter an die "Hundeleine" zu nehmen, denn der Weg ist schmal und teilweise auch leicht ausgesetzt. Das wohl beeindruckendste Stück der Tour ist die Umgehung der La Barbita, eine auffällige zweigipfelige Spitze. Hier wurde der Saumweg aus Trockenmauern im Zickzack durch die steile Bergflanke geführt. Bald später führt ein kurzer Abstieg zu einem breiten Pass (La Tosquita). Auf diesem Teil des Weges konnten wir die "Gongos" sehen; dies sind ca. 15 cm grosse Löcher im Boden (bzw. im Lavagestein), welches durch das Aufstossen der "Lanzas" genannten Wanderstäbe der Bauern entstanden sind. Weiter ging es entlang der Gratschneide und zu letzt kurz steil über eine weitere Strecke aus Trockenmauern zum El Paso dem obersten Ende der Hochebene von Abache. Links haltend bergab gelangten wir dann bald zu einer verfallenen Hütte (El Pajal de las Tierras de Abache) mit noch gut erhaltenem Dreschplatz, der gleich darauf als Spielplatz umfunktioniert wurde.

Gleich bei der Hütte befindet sich ein kleiner Gipfel von dem man eine gute Aussicht bis zum Teide hat. Man kann scheinbar auch auf der linken (südlichen) Seite der Hochebene weiter Richtung Meer bis zu einer weiteren Ruine (auch mit Dreschplatz) herabsteigen; der Tiefblick soll hier atemberaubend sein.

Für den Rückweg benutzten wir den gleichen Weg (anders wäre es auch schlecht möglich gewesen). Diesmal aber mit ca. 15 Extrakilos am Rücken.

Kids & Hike: Unserer Tochter hat die Tour sehr gut gefallen. Scheinbar war das ständige auf und ab über den schmalen Pfad sehr interessant. Ob Kraxe oder "Hundeleine", auch die scheinbar ausgesetzten Stellen, erweisen sich im Nachhinein als doch nicht so schlimm. Der Weg ist immer breit genug, dass man mit dem Kind an der Hand gehen kann.


Tourengänger: Bembelbub

Galerie


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