Rochers de Naye via Grottes de Naye


Publiziert von Frankman , 9. August 2018 um 23:05.

Region: Welt » Schweiz » Waadt » Waadtländer Alpen
Tour Datum: 7 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VD   CH-FR 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:Jor, Col de Jaman, Station Jaman, Grottes de Naye, Rochers de Naye, Montreux
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Montreux, cff logo Jor, arrêt MOB
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Montreux
Kartennummer:outdooractive.com

We all came out to Montreux
On the Lake Geneva shoreline – genau so!


Möglicherweise waren auch die Jungs von Deep Purple um Ritchie Blackmore und Ian Gillen auf dem Rochers de Naye. Falls nicht, haben sie die fantastische Rundumsicht auf dem Hausberg von Montreux verpasst.
Mit den Alpengipfeln im Nacken blickt man auf die Waadtländer Riviera und den Genfersee hinab. Im Auf- und Abstieg ist man meinst alleine unterwegs. Rund um die Bergstation und den Gipfel tobt allerdings der Alpenrummel mit fernöstlicher Prägung, wenn auch nicht ganz so schräg, wie auf der Rigi.
Mit der Zahnradbahn gelangt man von Montreux aus auf die Rochers-de-Naye, wo man eines der schönsten Panoramen der Schweiz und einen herrlichen Blick auf die Alpen und den Genfersee geniessen kann.(vgl: Région du Léman )
 
Über die Jurasüdfußbahn gelangen wir recht zügig nach cff logo Lausanne und weiter an den Terrassen des Lavaux entlang nach cff logo Montreux. Der Bahnhof von Montreux erwartet den Bahnfreund mit mehreren Besonderheiten. Zum einen ist es die besondere Lage am Hang im innerstädtischen Bereich, zum anderen die eigenartige Gleisfolge, bei der das Gleis zwei fehlt und die Gleise 4 und 5 nicht parallel verlaufen. Geradezu einzigartig ist allerdings die Tatsache, dass im Bahnhof von Montreux gleich drei verschiedene Spurweiten aufeinandertreffen. Die Hauptlinie der SBB verläuft in Normalspur durchs Rhônetal von Genf nach Brig und weiter durch den Simplon. Die MOB nach Zweisimmen fährt auf Schmalspur mit 1000mm Spurweite. Dritter im Bunde ist die Zahnradbahn auf den Rochers de Naye, die im 800mm Spurweite gebaut ist. Wir freuen uns, dass unsere Verbindung hinauf nach cff logo Jor (1084m) mit den Wagen der Belle Époque gefahren wird. Am Bahnhof Jor gibt es keine Bahnsteige. Ein Sprung aufs Schotterbett muss reichen. Gefühlt hat die Station mit zwei Reisenden das Wochensoll erfüllt. Die Szenerie wirkt wirklich verlassen.
Der einzige beschilderte Weg am Bahnhof führt in einigen Minuten hinauf zur Fahrstraße zum Col de Jaman, der wir anschließend bis zur ersten großen Linkskurve folgen. Hier zweigt der Wanderweg zum Pass rechts und leicht abwärts ab. Am Talgrund wird ein Bach überquert und es beginnt der Anstieg zur Passhöhe. Mehrere Abschnitte werden zurzeit mit Seilen, Treppen und Trittstufen hergerichtet. Auf dem Weg zur Passhöhe wird mehrfach die Fahrstraße überquert, der man vor dem Erreichen des Col de Jaman einige hundert Meter folgt. Wir umgehen den beeindruckenden Dent de Jaman südlich, queren die Zahnradbahn und erreichen zügig die Station Jaman mit Buvette. Vom Haltepunkt erkennt man bereits eindeutig den Wegverlauf zum Col de Bonaudon und weiter zu den Grottes de Naye. Kurzfristig waren wir enttäuscht, dass der Weg zu Grotten mit dem Hinweis „Chemin fermé“ geschlossen sei. Die Sperrung betrifft aber den Umgehungsweg der Grotten. Die Leitern zwischen Ein- und Ausstieg sind jeweils mit Türen verschlossen. Vom Col de Bonaudon bis zum Einstieg verläuft der Pfad nicht mehr eindeutig erkennbar über ein Block- und Geröllfeld. Die Markierungen zeigen allerdings zu jedem Zeitpunkt den weiteren Verlauf an. Am unteren Einstieg legen wir eine kurze Pause ein und spüren den eisigen Luftzug aus der Grotte. Neben der obligatorischen Stirnlampe muss auch etwas Langärmliges übergezogen werden. Kaum vorstellbar, wenn draußen doch die Sonne brennt und selbst auf 2000m 25°C erreicht werden.

Und dann beginnt die Höhlenexpedition. Nach nur wenigen Metern erkennt man im Lichtkegel der Stirnlampe, dass man auf allen Vieren kriechend, die erste Engstelle überwinden muss. Rucksack voraus geht es nun langsam voran. Es öffnet sich bald ein größerer Raum, in dem man auch wieder aufrecht stehen kann. Der Höhlengang steigt nun ständig an. Eine erste Leiter hilft, den Höhenunterschied zu meisten. Die Höhlenatmosphäre ist eiskalt und sehr feucht. Beim angekündigten Adlerloch dringt Licht in die Höhle und im Winter offensichtlich jede Menge Schnee. Dort liegt noch ein gewaltiger Schneekegel als Zeuge vom vergangenen Winter. Dieser Schnee ist der Grund für die tiefen Temperaturen im unteren Teil der Grottes de Naye. Nach der Passage des Adlerlochs ist es wesentlich milder. Der Höhlenweg steigt weiter an und erreicht eine weitere Leiter. Bald darauf erreichen wir eine große Halle, die sich als riesiger Kolk erweist. Von hier wendet sich der Weg links aufwärts und führt Richtung Ausgang. Einfallendes Licht gibt die Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein.
Mit guten Schuhen, Stirnlampe und keiner Angst vor Schmutz und Enge, ist die Passage durch die Grottes de Naye ein absolutes Wanderhighlight.

Außerhalb der Grotte führt der Bergweg mit herrlicher Aussicht ins Haute Gruyère auf die Grande Chaux de Naye und wendet sich dort dem Gipfel zu. Langsam ansteigend erreichen wir die Bergstation der Bahn und bald darauf die Pyramide des trigonometrischen Punkts am Gipfel. Der fernöstlich geprägte Trubel wirkt natürlich verstörend, ist bei weitem aber nicht so heftig wie auf der Rigi. Glücklicherweise ersparen sich viele Besucher den finalen Anstieg zum Gipfel und verweilen auf der Terrasse des Restaurants.
Im Schatten der Antenne heißt es erst mal essen, trinken, Beine lockern. Die Aussicht ist natürlich beeindruckend, auch wenn sich der Mont Blanc mittlerweile hinter Wolken versteckt. Das 360° Panorama reicht vom Jura über den Moléson, die Berner Riesen, Diaberets, Leysin Türme, Mont Blanc Gruppe hinunter ins Rhônetal und über den Genfersee hinweg. Nach den Grottes de Naye ist also jetzt ein weiteres Highlight erreicht.
Für den Abstieg entscheiden wir uns für die Route über Veytaux. Es gilt nun 1600 Höhenmeter unter die Füße zu nehmen. Über Sautodoz und Sonchaux verläuft ein sehr schön angelegter und gepflegter Bergweg. Beim Startplatz der Gleitschirmflieger bei Sonchaux können wir nochmals die Flaschen füllen. Die Temperatur steigt nun am Nachmittag auf weit über 30°C und es liegen noch etwa 1000Hm vor uns. Der markierte Wanderweg folgt nun der Asphaltstraße.
Unterhalb der Chalets von Sonchaux verpassen wir die Abzweigung nach Veytaux und verbleiben fälschlicherweise auf dem Forstweg. Nach einem Blick auf die Karte beschließen wir aber weiterzugehen und über den steilen Verbindungsweg zum Vitaparcours direkt nach Veytaux abzusteigen. Bei brütender Hitze erreichen wir, dann wieder im Zeitplan liegend, das Seeufer des Lac Léman. Über die Seepromenade kommen wir schnell nach Montreux und queren die Stadt Richtung Bahnhof.
Trotz „Swiss time was running out“ bleibt noch Zeit für ein kaltes Bier. Die Luft in den Grottes de Naye war allerdings kälter.

Tourengänger: Frankman


Galerie


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