Wildspitze (3770m) über Mitterkarjoch


Published by Chris_77 , 10 July 2018, 19h44.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Ötztaler Alpen
Date of the hike:26 June 2018
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Mountaineering grading: PD+
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Via ferrata grading: D-
Waypoints:
Geo-Tags: A   A-T 
Time: 2 days
Height gain: 1950 m 6396 ft.
Height loss: 1950 m 6396 ft.
Route:17,5 km
Access to start point:Über die B186 ins hintere Ötztal und bei Zwieselstein nach Vent abbiegen.
Accommodation:Div. Hotels in Vent

Die Wildspitze wollten wir letztes Jahr bereits angehen, mussten dann aber aufgrund des schlechten Wetters sowie einem halben Meter Neuschnee auf die Petersenspitze ausweichen.

Kurzerhand entschlossen wir uns deshalb zusammen mit meinem Bergpartner Sascha fast genau ein Jahr später die Tour als 2er-Seilschaft nochmals in Angriff zu nehmen, diesmal von Süden über das Mitterkar. Der Aufstieg von Vent beginnt leider deutlich später am Abend verursacht durch Staus und Baustellen. Wir hatten uns vorher auf der Breslauer Hütte bereits gemeldet da wir höchstwahrscheinlich nicht rechtzeitig zum Abendessen ankommen werden. Auf der Hütte treffen wir dann gerade vor der Dunkelheit ein, das Abendessen wird trotzdem noch vollumfänglich serviert. Hier nochmals Dank an das Hüttenteam. Die Nacht ist kurz und doch angenehm, sind heute nur 13 Bergsteiger auf der Hütte.

Wir starten gegen 6.30 Uhr oberhalb der Hütte ins Mitterkar bei bestem Wetter, die Nacht war klar und es ist recht kalt. Somit sind die Schneefelder angenehm zu überqueren und wir kommen zügig voran. Unterhalb vom Klettersteig ziehen wir die Steigeisen an, teils ist die Schneeauflage hart gefroren und im Klettersteig sind einige Stellen vereist. Im oberen Teil des Steigs ist das Seil noch metertief unter Schnee, wir steigen weiter über das Schneefeld in das letzte seilversicherte Stück. Man hätte auch restlich über das Schneefeld bis zum Mitterkarjoch aufsteigen können, allerdings ist die Steilheit doch sehr beachtlich und ein Abrutschen hätte hier ernste Folgen.

Nördlich des Mitterkarjochs betreten wir den Taschachferner, hier seilen wir an. Eisiger Wind und strahlend blauer Himmel erwarten uns auf dem Gletscher. Einige Seilschaften sind zu sehen, wirklich viel Betrieb ist aber heute nicht. Unterhalb vom Südgipfel packen wir das Seil wieder ein, die letzten Meter zum Gipfel sind gut zu bewältigen. Direkt unterhalb vom Gipfelkreuz gilt es, eine IIer-Stelle zu überwinden. Teilweise sind die Felsen vereist, vorsichtig steigen wir auch aufgrund Gegenverkehr zum Gipfelkreuz hoch.

Leider sind zwischenzeitlich einige Wolken aufgezogen und Nebel zieht über den Südwestgrat. Dennoch hat man Richtung Norden auf den Kaunergrat noch beste Sicht. Ein schöner Moment am Gipfel, doch allzu lange halten wir uns nicht auf und steigen dann auch wieder ab.

Zurück geht es auf dem Aufstiegsweg zurück zum Mitterkarjoch. Auf halber Strecke sehen wir 3 Seilschaften zusammenstehen, als wir näher kommen dann auch was passiert ist. Offensichtlich gab es einen Spaltensturz. Wir helfen mit die Unfallstelle abzusichern. Durch Rufen können wir Kontakt zum Verunglückten aufnehmen. Einer der Bergsteiger geht vorsichtig gesichert am Seil an die Spalte ran und versucht Kontakt zur Person aufzunehmen, dieser hatte sehr viel Glück und ist auf einem Vorsprung gelandet. Der verunglückte Bergsteiger war zum Zeitpunkt des Spaltensturzes alleine unterwegs, ist wie sich später herausstellt direkt über die Spaltenzone spaziert. Die Spaltenzone war bereits beim Aufstieg gut zu erkennen und wird in weitem Rechtsbogen umgangen. Leider kann die Person von oben nicht gesichert werden, derjenige trägt keinen Gurt und ist ansonsten auch nur spärlich ausgerüstet. Mittlerweile ist die Bergrettung verständigt, kann aber nicht landen. 2 Helis sind im Einsatz, haben aber keine Möglichkeit von oben an die Unfallstelle ranzukommen. Zwischenzeiltich haben wir den Bergsteiger am Seil rausgezogen. Dieser bedankt sich nur kurz und redet in gebrochenem Englisch davon, wie viel Glück er gehabt hat. Dann läuft er einfach weg und zieht über den Taschachferner davon. Einfach nicht zu glauben, wie unvernünftig dieser Bergsteiger war! Sprachlos ziehen wir mit den übrigen Seilschaften ab. Nicht nur das die Bergung auch für alle Beteiligten ein nicht unerhebliches Risiko darstellte muss ein solcher Einstz mit 2 Helis auch bezahlt werden - Ausgang aber unbekannt.

Der Rückweg über den Klettersteig erfolgt trotz der Erlebnisse voll konzentriert, das kurze Schneefeld unterhalb vom Mitterkarjoch bis zum Klettersteig ist jetzt aufgrund der Sonneneinstrahlung bei Sulz deutlich schwerer zu begehen als wie im Aufstieg. An der Breslauer Hütte angekommen machen wir noch eine kurze Pause bevor wir nach Stablein absteigen und uns nach Vent vom Sessellift fahren lassen.

Fazit:
Eine schöne abwechslungsreiche Tour auf den 2. höchsten Österreicher. Wandern, Klettersteig, Gletscherbegehung sowie kurze Klettereinlagen - alles dabei. Trotz des Negativerlebnis am Gletscher hat uns die Tour sehr gut gefallen.

Zur Tour:
Vent - Breslauer Hütte: T2
Breslauer Hütte -Wildspitze: T5-, WS+, II, Klettersteig bis C

Dauer:
Breslauer Hütte bis Wildspitze und zurück: 7h. Aufstieg zur Hütte in 2.45h, runter nach Vent mit Sessellift 1h.

Hike partners: Chris_77


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