Südliches Höllhorn (2149m) Normalweg und Nördliches Höllhorn (2145m) Südwand


Publiziert von Andy84 Pro , 12. Juni 2018 um 15:14.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 9 Juni 2018
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Strecke:ca. 30km

Das aktuelle Wetter macht es einem schwer mit der richtigen Tourenplanung im Allgäu. Das am Vorabend oftmals noch gut angesagte Wetter schaut beim morgendlichen Prüfblick wieder komplett anders aus. Zudem ist das aktuell hohe Gewitterrisiko nicht gerade förderlich. Lange Tagestouren auf die hohen Gipfel sind selten möglich. Heute sollte es zunächst auch erst ins Lechtal gehen, da wären wir aber sauber in den tiefhängenden Wolken versumpft.

So entscheiden wir uns heute für die beiden Höllhörner am hintersten Ende des Oytals. Mittels Bike geht es in der Früh vom unverschämt teuren Parkplatz der Nebelhornbahn (6€) hinein ins schöne Oytal. Für mich ist es eine Premiere, dieses Tal hab ich bisher nur von oben gesehen. Im Nachhinein klar ein Fehler, allein schon der Aufstieg zur Käseralpe ist eine Unternehmung wert. Die steilen Grashänge auf beiden Seiten sind schon besonders. Das Bike ist für eine Gipfelbesteigung am Ende des Oytals schon fast Pflicht, auch wenn die 600Hm zur Käseralpe wirklich erkämpft werden wollen. Vor allem wenn man wie ich eher sehr selten auf dem Bike unterwegs ist.
Kurz vor der Käseralpe zieht vorallem der Rädlergrat die Blicke auf sich. Normalerweise würde er sich mit der Höfats streiten, diese verbirgt sich jedoch schon früh in den Wolken.

An der Käseralpe, welche wir nach gut einer Stunde erreichen, deponieren wir die Bikes und es geht per Pedes weiter. Auf steil angelegtem Weg hinauf zur Wildenfeldhütte und von dieser nach Süden dem Hornbachjoch entgegen. Wir treffen auf einige Älpler welche die Wasserleitungen für die Hütten legen, der Weg zum Hornbachjoch wurde diese Saison noch nicht begangen, der Weg ist an manchen Stellen weggeruscht und die Rinnen müssen entweder auf alten Schneefeldern oder matschigem Untergrund gequert werden. Aber alles halb so schlimm.

Am Hornbachjoch müssen wir dann leider erkennen das wir die Südkante des Südlichen Höllhornes verschieben müssen. Die Gewitterwolken welche sich über der Hornbachkette aufgebaut haben schauen schon bedrohlich aus, und mit ihren 8 Seillängen ist die Kletterei nicht gerade kurz.
Also umrunden wir das südliche Höllhorn östlich, teils sind schwache Tritte auszumachen. Nach der Umgehung geht es im steilen Schrofen- und Schottergelände hinauf in die Höllhornscharte (T4+)

Hier deponieren wir die Rucksäcke und steigen über den "Normalweg" auf das südliche Höllhorn auf. Direkt aus der Scharte ist eine kurze I-er Stelle zu überwinden, im folgenden kann man die Schwierigkeiten größtenteils umgehen oder einfach im leichten Kraxelgelände auf den Gipfel steigen (T4, I). Ein Steinmann ziert den höchsten Punkt. Die Ausblicke sind klasse, vorallem die Felsburgen der beiden Wilden stechen hervor. Auch bekommen wir einen schönen Einblick in die Südwand des Nördlichen Höllhorns. Und da wir diese noch unbedingt klettern wollen machen wir uns rasch an den Abstieg und werfen uns in unsere Klettergurte.

Die Südwand des nördlichen Höllhorns ist eine ca. 50m lange Seillänge im unteren vierten Grad. Die Kletterei ist durchwegs steil, es sind 7 Haken vorhanden und der Fels ist von allerbester Qualität. Ein wahrer Genuss welcher leider viel zu schnell vorüber ist. Durch die Seilführung ist ein 60m Seil auf jeden Fall erforderlich, am besten zwei 60m Halbseile da wir keinen Zwischenstand gefunden haben. Dann kann man schön die gesamte Länge abseilen und muss nicht improvisieren.
Der Abseilstand ist perfekt eingerichtet und die Abseilfahrt ebenfalls ein Genuss.

Zurück am Rucksack machen wir noch eine kurze Pause, packen unser Zeug zusammen und machen uns auf bekanntem Wege zurück zum Hornbachjoch und steigen hinunter zur Käseralpe.
Hier gönnen wir uns noch die verdiente Einkehr und rollen danach kräfteschonend mit den Bikes zurück nach Oberstdorf.

Schwierigkeiten:

Oberstdorf - Käseralpe                       L   (Fahrweg, oben raus recht steil)
Käseralpe - Hornbachjoch                T3+ (heute etwas schwerer da der Weg noch nicht gerichtet wurde)
Hornbachjoch - Höllhornscharte      T4+
Höllhornscharte - Südl. Höllhorn      T4, I
Südwand Nördl. Höllhorn                   IV-   (1 Seillänge, 50m.     zwei 60m Halbseile empfehlenswert)


Fazit:

Eine klasse und vorallem einsame Tour.
Leider hat es mit dem eigentlichen Hauptziel, der Südkante des Südlichen Höllhorns nicht geklappt, diese wird aber sicherlich noch nachgeholt. Die Südwand des Nördlichen Höllhorns ist klettern im absoluten Traumfels und auch ideal für Kletterneulinge.
Insgesamt eine Tour mit hohem Wiederholungsfaktor.



Mit auf Tour: Johannes von festivaltour.de

Tourengänger: Andy84


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Kommentare (3)


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quacamozza hat gesagt:
Gesendet am 12. Juni 2018 um 23:52
>...auch wenn die 600 Hm zur Käseralpe wirklich erkämpft werden wollen.

Das ist old school, haha..wir kämpfen da schon lange nicht mehr, sondern nehmen das E-Bike, und schon ist man oben ne halbe Stunde früher dran und hat außerdem noch Power für weitere Gipfel. Aber auch Ihr werdet älter ;-)

Andy84 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 12. Juni 2018 um 23:54
Das Thema E-Bike war an diesem Tag öfters bei uns zur Debatte. Da bin und bleib ich gerne Old-School. :-)

ADI hat gesagt:
Gesendet am 13. Juni 2018 um 12:35
starke Tour...............Gratulation!


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