Bignasco – Val Piano – Riveo


Publiziert von Seeger Pro , 2. Mai 2009 um 23:08.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum: 2 Mai 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo delle Pecore 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:11 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Anfahrt: Ö.V: Mit FART von Locarno nach Bignasco, Auto: Neben der Post Bignasco gebührfreie Parkplätze.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel Turisti, Bignasco und Hotel la Posta, Cavergno
Kartennummer:Karte: 1292 Maggia

Fantastisches Maggia-Tal: Von Links und Rechts stürzen riesige Wasserfälle bis auf die Talsohle hinunter. Besonders heute nach der Regenperiode der letzten Woche und bei gleichzeitiger Schneeschmelze! Südöstlich von Bignasco ist ein Wasserfall zu bewundern, dessen Einzugsgebiet sind Val Chignolasc und Val Piano.  Die heutige Tour führt entlang des Nord-Süd orientierten Grates zwischen Val Piano und dem Maggiatal. Beide Flüsse laufen parallel zueinander, jedoch mit entgegengesetzter Richtung.
Man braucht unbedingt die Karte 1:25000 (Maggia 1292), um den Einstieg in Bignasco 443 m zu finden. Von der Posthaltestelle überquert man die Maggiabrücke und sticht in gleicher Richtung direkt gegen den Felshang. Spärliche Rot/Weiss-Markierungen zeigen den Weg zu einer Steintreppenanlage. Dieser entlang und später über Wiesenwege, Strasseneinheiten, Abkürzungen, etc. zu der idyllisch 300 m über Bignasco gelegenen Kirche Madonna di Monte, 736 m, mit separatem Oratorium (seltene Malereien aus dem 16. Jahrhundert).
Einige hundert Meter geht es quasi eben aus bis zur Eisenbrücke. Direkt nach der Brücke zweigt links der Weg nach Airòn/Chignolasc ab. Wir gehen nach rechts in Richtung „Piano/Someo“ und folgen problemlos diesem sehr guten Weg mit Rot/Weiss-Markierungen.
Der Weg steigt auf der Rippe Meter um Meter, Kehre um Kehre, in die Höhe. Interessante Aussicht ins Val Piano zur einten und dem Maggiatal zur andern Seite. Schön ist der Einblick ins Bavonatal. Mit dieser grandiosen Aussicht, wie auf einer Himmelsleiter, vergeht die Zeit im Fluge bis man Piano di Sotto 1211 m erreicht, welches heruntergekommen im Wald linkerhand versteckt ist. Von hier an liegt noch Altschnee mit einer Dicke bis 120 cm, der jedoch erstaunlich fest ist und ich höchstens 10 cm einsinke. Ich wähle die Route etwas mehr rechts, um über teils apere Flächen direkt auf Piano di Sopra 1385 m aufzusteigen. Diese Alp ist auf dem Weg der Renovierung. Achtung: Jetzt steigt der Weg in rechtem Winkel nach links (Osten!) etwa 50 m hinauf. Hier öffnet sich eine Mulde mit einem Naturschutzgebiet (Feuchtgebiet) Man quert rechts herum etwa 5 m über dem Teich bis ans andere Ende desselben. Der Weg steigt dann in Kehren direkt gegen den höchsten Punkt 1473 m, welcher in einem romantischen Tälchen gelegen ist, durchflossen von einem Bach. Hier kann man links nach Airòn abzweigen.
Nach dem Scheitelpunkt fliesst ein Bach die andere Seite hinab. Diesem geht es entlang bis etwa auf 1430 m hinunter, anschliessend links hoch über eine breite Weganlage wieder auf etwa 1470 m hinauf. Von hier weg geht es nur noch bergab! Einige Buchenstämmchen sind Rot/Weiss markiert und weisen spärlich den Weg. Besser verlässt man sich auf die Karte.
So erreiche ich das aussichtsreiche Plateau von Malun di Sopra 1394 m. Die Hütten werden schon seit Jahren wieder hergestellt und die Lichtung unterhalten. Ich mache Mittagspause mit …. ja, Schoggi nicht vergessen!
Es ist jetzt so warm, dass ich im kurzen Hemd und kurzen Hosen weiterwandern kann. Ich gehe den Weg bis zum Bach zurück und überquere denselben, um auf der andern Seite abzusteigen. Hier ist das Kartenstudium unabdingbar, sonst könnte es bei der Felswand kritisch werden. Also schön nach Karte und Höhenmesser, teils Boussole, an den verschiedenen Ruinen vorbei nach Löida 1195 m hinunter. Denn der Weg ist nicht durchgehend sichtbar und unter Astwerk versteckt!
Der Zufall will es, dass ich hier genau zur richtigen Zeit vorbeikomme: Plauderstunde mit Milchkaffee (!) und Führung durch die Häuser. Ein Lebenswerk. Hütte um Hütte wird erstellt. Alles aus vorhandenem Material. Auch die Steinplatten für das Dach (le piode). Sie kommen von verfallenen Hütten. Und die Lärchenbalken sind schon geschlagen und werden vor dem Einbau luftgetrocknet. Bravo Bravissimo!
Frisch gestärkt steige ich nach Löida 1004 m hinab (zur Unterscheidung gibt man die Höhen an). Auch reaktiviert. Es ist erstaunlich, wie gut die Häuser unterhalten werden.
Es ist schon noch etwas Knochenarbeit, um die 600 Höhenmeter abzubauen. Aber so ist halt der Tessin. Ich bin glücklich, nach einer Kurve nach links, dann nach rechts, dann nach unten direttissima, dann wieder rechts über ein Felsband hinweg, endlich die Dächer von Riveo 387 m zu sehen.
Gang zur Postautohaltestelle (nach Bignasco 200 m weiter vorne, nicht gegenüber!). Abfahrt erst in einer Stunde. Na Bravo. Gartenwirtschaft 400 m weiter vorne links. Gehe ich halt zu Fuss und entdecke den alten Saumweg nach Bignasco auf der orografisch linken Seite der Maggia. Nach Visletto auf dem alten Trassee der stillgelegten Bahn, inklusive durch einen Tunnel hindurch. Statt über die Maggiabrücke nach Cevio, geradeaus an einer Sammelstelle vorbei. Kieswerk. Der Weg geht links um die Sanddeponie herum. Weiter alles logisch in leichtem Auf und Ab dem Hang entlang bis Bignasco.
 
 
 
 
 

Tourengänger: Seeger

Galerie


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