Winterelfer (2350m)


Publiziert von Berglurch , 26. April 2009 um 20:20. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:26 April 2009
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Ski Schwierigkeit: SS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Hirschegg - Wildental - Fluchtalpe - Elfer - Elferrinne - Wildental - Hirschegg
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Hirschegg - Bus von DB Oberstdorf oder mit dem PKW nach Hirschegg und von dort auf der Straße ins Wildental bis zum gebührenpflichtigen Parkplatz am Wirtshaus Schwendle
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Wie oben, nur retour.
Unterkunftmöglichkeiten:Allerhand in Hirschegg

Schöne Firntour im Kleinwalsertal mit einer sehr bekannten Abfahrt.

Start in Mittelberg bei Sonnenaufgang. Die Skier auf der breiten und aperen Forststraße ins Wildental getragen und an der Hinteren Wildenalpe angeschnallt. Naja, nicht gleich - zuerst haben wir noch festgestellt, dass wir vergessen haben, das Wachs abzuziehen und haben dies mit etwas unkonventionellen Mitteln bewerkstelligt (LSCH, siehe Fotos). Über eine kurze, legföhrenbewachsene Steilstufe zur Fluchtalpe von dort auf der gleichen Aufstiegsspur wie der zum Liechenkopf über schönen Firn und mit freundlicher und zügiger Begleitung (allerdings haben wir, was wir beim Aufstieg an Zeit rausgelaufen haben, oben wieder bei diversen Diskussionen verloren ;-) )  zum Nordostgipfel des Elferkopfes ("Winterelfer", bis hierher WS+. Der Hauptgipfel "Sommerelfer" dürfte wegen seines Gipfelanstieges - Kletterei bis zum IV Grad und brüchiges Schrofengelände - z. B. für ossi ein hochinteressantes Ziel für eine Winterbegehung darstellen) Wir lehnten dankend ab und nahmen uns die Elferrinne vor, nachdem wir von Locals (ebenfalls sehr nett!) einige Tipps geholt hatten. Diese Rinne zieht zwischen Winter- und Sommerelfer in nordöstlicher Richtung hinab. Oben 50° steil und gerade mal ca 2m breit (Mit langen Powder - Latten kann man hier definitiv nicht quer abrutschen) wird sie unten zunehmend "flacher" und breiter (15m und 45°, unten nur noch 40°). Bei "gutem", also reichlichem Schnee könne man wohl von oben in die Rinne einfahren - naja. Wir umgingen die mitlerweile doch deutlich hervortretenden Felsen zu Fuß und schnallten erst nach der Engstelle an. Abfahrt auf schönstem Firn und teilweise noch etwas Pulverauflage. Stürzen sollte man allerdings in diesem Gelände besser nicht - ich tats trotzdem, was zu meinem Glück außer einer Schramme im Gesicht und einem kleineren Fußmarsch, um die Skier einzusammeln, keine Folgen hatte (Glück gehabt! Könnte auch SCH+ ausgehen, so was). Im unteren Drittel nerven die Latschenkiefern, die bei hoher Schneelage keine ernsthaften Hindernisse darstellen. Immer links halten. Als wir fast unten waren, schickte um elf Uhr der Elfer noch eine spontane Nasschneelawine mit großem Getöse über seine Nordflanke. Eindrücklich, aber für uns harmlos, weil auf der anderen Seite des kleinen Tobels. Unten über den Bach und Fußmarsch durchs Wildental zurück nach Mittelberg.

Die Bewertung der Tour war recht schwierig für uns. Einerseits hat die Rinne oben tatsächlich 50° und das Gelände ist absturzgefährdet - die SAC Skala Kriterien für SS treffen also zu, andererseits bin ich noch nie eine SS Referenztour gegangen. Deshalb: Wenn jemand das Gelände kennt und/oder einen anderen Vorschlag für meine Bewertung hat - ich würde mich sehr darüber freuen, mehr über Steilskiabfahrten zu erfahren...

Tour mit scotti und bis zum Winterelfer Stevie und Matti, der mal wieder dankenswerterweise fotografiert hat.

Tourengänger: Berglurch, Scotti

Galerie


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