Rallye rund ums Wichelhorn 2767m


Publiziert von Bergamotte Pro , 18. Januar 2018 um 16:14.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:15 Januar 2018
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 1575 m
Abstieg: 1575 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:LSB Intschi-Arnisee (auch Münzbetrieb), evtl. LSB Amsteg-Arnisee
Unterkunftmöglichkeiten:Berggasthaus Alpenblick
Kartennummer:255S (R. 592a/b)

Die Skisafari rund ums Wichelhorn führt abwechslungsreich durch eine wilde, alpine Landschaft direkt zu Füssen von Krönten und Mäntliser. Bei stabilen Verhältnissen wird sie regelmässig ausgeführt, wobei auf den Gipfel meist verzichtet wird. Er lässt sich aber bei Bedarf mit einem unschwierigen, eher weiten Fussaufstieg erreichen. Selbstredend liess ich mir dieses Sahnehäubchen nicht entgehen. Technisch bietet die Tour, abgesehen von der kurzen Schlüsselstelle, keine besonderen Herausforderungen. Sichere Lawinenbedingungen an allen Expositionen sind hingegen unerlässlich, denn die Flanken in den engen Tälern von Leitschach und Schindlach sind vielerorts sehr steil.

Die erste Bahn bringt mich um acht Uhr von Amsteg Butzen nach Mittelarni (1300m). In der kleinen Siedlung leben ganzjährig noch elf Personen, darunter die sympathische Betreiberfamilie der putzigen, vierplätzigen Kiste. Normalerweise benutzt man für diese Tour die LSB Intschi-Arnisee, doch der zweimalige Automatikbetrieb war mir als Alleingänger etwas teuer. Der See ist auch von dieser Seite schnell erreicht und wenig später betrete ich das enge, schattige Leutschachtal. Die steilen Flanken sind vielerorts von Lawinenkegeln übersät, die bis zum Bach runterreichen. Bald schon zeigt sich der kecke Mäntliser, der bereits in der Sonne glänzt, während ich noch am Frieren bin. Umso schöner der Moment, als auf der Alp Furt direkt hinter dem Bristen die Sonne aufgeht. Dieser wurde übrigens am Vortag ebenfalls begangen.

Der Übergang von der Furt-Ebene zum Nidersee markiert die Schlüsselstelle dieser Tour. Man könnte einerseits dem Sommerweg über ein sich verjüngendes Felsband folgen. Doch wird dieses zuoberst recht ausgesetzt, bei Hartschnee heikel. Die Skiroute folgt stattdessen dem engen Tobel des Leitschachbachs. Das geht problemlos, etwas knifflig präsentiert sich nur der Ausstieg auf Höhe des Wasserfalls (bis 40°). Auf dem eisigen Untergrund habe ich die Skier hier ein paar Meter getragen, die Steigeisen habe ich nicht benötigt.

Wenig später erreiche ich den Nidersee (2091m) und es öffnet sich der Blick bis zum Wichelpass (2558m), Kulminationspunkt dieser Rundtour und Übergang zwischen Leutschach- und Schindlachtal. Recht flach marschiere ich taleinwärts, vorbei an den eindrücklichen Südflanken von Mäntliser, Sunnig und Krönten. Wenig westlich vom eigentlichen Pass erreiche ich den Gratübergang. Das ist übrigens alles bestens angespurt, am Wochenende waren offenbar zwei grössere Gruppen unterwegs.

Nicht gemacht wurde hingegen der Fussaufstieg zum Wichelhorn (2767m) über dessen gutmütigen Westgrat. Besonders schwierig ist das nicht, mit über 200Hm aber recht weit. Pickel und vor allem Steigeisen kann ich trotzdem empfehlen, denn ein Sturz ist an den zwei Aufschwüngen nicht erlaubt. Auf dem Gipfel erster Bucheintrag diese Saison. Auch in früheren Jahren finden sich nur vereinzelte Winterbesucher. So lange wie möglich geniesse ich das grossartige Panorama in die Urner Bergwelt; nach knapp dreissig Minuten vertreibt mich schliesslich die Kälte.

Die Abfahrt durchs Schindlachtal ist bei guten Verhältnissen durchaus lohnend. Heute finden sich im oberen Teil noch kurze Pulverhänge. Ab Schindlachtalhütte (1984m) wird's dann eher mühselig (Lawinenkegel, Hartschnee, Regenrillen). Eine Bemerkung zum steilen Kessel der Intschialp: Er bekommt früh Sonne und stellt später im Jahr den limitierenden Faktor dar. Das ist zwar schade, weil die Tour bis in den Frühling hinein schneesicher wäre. Andererseits steht einem ultrafrühen Start aufgrund des Automatikbetriebs der Seilbahn ja nichts im Wege. Wenn der Schnee nicht mehr bis Gurtnellen liegt (wie heute), fellt man im Rinderstafel nochmals an, um über die Alpstrasse 90Hm zur Heissigegg (1411m) aufzusteigen. Fünf Minuten später bin ich zurück beim Arnisee und treffe auf ein halbes Dutzend Schneeschühler, welche den kurzen Globaltrail absolvieren.


Zeiten
3:00  Wichelpass
0:45  Wichelhorn
1:30  Mittelarni

Tourengänger: Bergamotte


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Kommentare (2)


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El Chasqui Pro hat gesagt: bravo
Gesendet am 18. Januar 2018 um 19:12
schöne Tour in einsamer Umgebung, wäre ich auch gerne mitgekommen....

Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 19. Januar 2018 um 19:38
super!

kenne die Gegend zwar gut - doch nur im Sommer; wie andersartig und schwieriger sieht's im Winter aus ;-)


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